Der Weihnachtsstern

Alle Jahre wieder wird an Heiligabend die Weihnachtsgeschichte erzählt, die uns von der Geburt von Jesus berichtet, wie sie im Lukasevangelium steht. Da hören wir von Kaiser Augustus und seinem Statthalter Quirinius in Syrien, einer Volkszählung und das sich Josef und Maria nach Bethlehem aufmachen. Dann gibt es noch die Geschichte die uns der Apostel Matthäus erzählt. Er berichtet uns von den Weisen aus dem Morgenland, die einem Stern nach Bethlehem folgen und dort das Jesuskind anbeten. Der Stern, der die Gelehrten Männer aus dem fernen Zweistromland nach Judäa führte kennen wir als Stern von Bethlehem. Manchmal wird er als gewöhnlicher Stern betrachtet. Berühmt aber wurde er als Schweifstern oder Komet durch den italienischen Künstler Giotto, der in seiner Darstellung der Anbetung der Könige den Kometen Halley verewigte.

Mittelalterliche Darstellung der Anbetung der drei heiligen Könige in der Katehdrale von York in Nordengland.

 

Anbetung der Heiligen Drei Könige von Giotto. Der Komet Halley ist als Stern von Bethlehem vereweigt.

Hinter dem Bericht von Matthäus verbirgt sich nach Ansicht vieler Astronomen ein Beobachtungbericht antiker Astronomen und seine astologische Deutung. Es dürfte sich wohl um die Beobachtung einer dreifachen Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn im Sternbild der Fische handeln, die etwa 7 vor Christus zu sehen war. Da sie nur etwa alle 800 stattfindet wurde dies als besonders bedeutend empfunden und als Zeugnis interpretiert, dass dem Volk von Judäa in Palästina der Messias geboren worden ist. Dabei kamen sich die Planeten Jupiter und Saturn sehr nahe. Die Warnung der Weisen vor Herodes könnte auf den Planeten Mars hinweisen, der sich später zu Jupiter und Saturn gesellte.

Jupiter, Mars und Saturn im Sternbild Widder, mt zunehmenden Mond.
Jupiter, Mars und Saturn im Sternbild Widder, mt zunehmenden Mond.

Eine ähnliche Konjunktion habe ich im April 2000 vom Großen Feldberg im Taunus in Richtung Westen aufgenommen. Da sind über dem Horizont die Planeten Jupiter, Mars und Saturn, sowie der zunehmende Mond zu sehen. Besonders reizvoll ist rechts die Burgruine Reifenberg.

Jupiter und Saturn im Stier. Aufgeommen am 23.02.2001

Ein weiteres schönes Bild zeigt die Planeten Jupiter und Saturn im Frühjahr 2001 im Sternbild Stier. Der Jupiter steht dabei zwischen dem Siebengestirn und den Hyaden mit dem rötlichen Stern Aldebaran.

Ein ganz besonderes Himmelschauspiel bot sich Weihnachten 2007. Da bildeten der Mond und der Planet Mars ein ganz eigene Form des Weihnachtssterns. In den Nächten vorher, die alle schön klar waren, schon sich der zunehmende Mond an den in den Zwillingen stehenden Mars heran.

Mond und Mars am 22.12.2007 über dem Sandplacken im Taunus

Im obigen Bild weisen die Reflexe des Mondlichtes in dem Kameraobjektiv auf den rötlichen Mars hin, der damals in Opposition zur Sonne stand und so die ganze Nacht über sehr hell zu sehen war. In der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember wanderte der Mond am Mars vorbei und überdeckte ihn zum Teil. Das war ein besonders schönes Himmelsschaupiel.

Der helle Mond und der kleine Mars.

Das Bild entstand in den frühen Morgenstunden des 24.12.2007.

Beobachtung des "Weihnachtsstern" an Heiligabend 2007 im Taunus.

In diesem Jahr ist es der Planet Jupiter, der wie vor gut über 2000 Jahren in dem Sternbild der Fische steht und uns an Weihnachten mit seinem Glanz erfreut.

Ich wünsche allen Sternfreunden und Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest.

 

Mayakalender Countdown

Wow, von heute an sind es noch 377 Tage bis zum 21.12.2012. Na und, könnte man jetzt denken. Gar nicht so na und. Der Tag ist was besonderes, denn an dem Tag soll der Maya-Kalender enden und dann kommt das Ende der Welt. Was da so alles passieren soll, werde ich mal kurz berichten. Aber heute gibt es ein cooles Video von Dr. Don Yeomans, Direktor des NASA Near-Earth Objects Programm Office des JPL. Er hielt einen Vortrag über die Wahrheit über 2012: „The Truth about 2012.

Viel Spaß beim Schauen.

Besinnliches zur Weihnachtszeit

„Geschafft“, sag ich zu mir selbst. Ein anstrengender Tag liegt hinter mir, jetzt kann ich abschalten und mich erholen. Die Flimmerkiste geht an und ich lass mich auf das Sofa fallen. Mit der Fernbedienung in der Hand jage ich durch die Programme. Da ist der Heimwerkerkönig, der zum wiederholten Male mit einer Zange einem Schmied in den Finger petzt, der König von Queens, der sich immer wieder Wortgefechte mit seinem ständig nörgelnden Schwiegervater liefert, die beiden oberbayrischen Cops, die einen Mörder jagen und selbst die Abenteuer des Airforce Teams beim Sternentor habe ich schon gesehen. Die Nachrichten melden auch nichts wirklich neues, aber der Wetterbericht lässt mich aufhorchen. Kalte, klare Nacht heißt es da.

Schnell ist die Flimmerkiste aus und ich schaue nach draußen und tatsächlich, kein Wölkchen trübt den Himmel. Schnell ziehe ich mich warm an, schnappe mir Schlafsack, Campingstuhl, Fernglas und Sternkarte und gehe raus. Ich brauche etwas Zeit, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. In der Zeit kann ich mir einen guten Platz suchen und es mir mit einer Tasse heißen Tee gemütlich machen. Bald tauchen die ersten Sterne und Sternbilder auf. Pegasus, Andromeda, Cassiopeia und Perseus. Bald sehe ich noch mehr, die Fische, das Dreieck, Walfisch und Widder. Taucht da nicht über dem Nachbarhaus der Stier mit den Pleyaden auf? Nicht zu übersehen ist der helle Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem. Er ist oberhalb des Sterns Alrescha (alpha pisces) in den Fischen zu finden und darüber steht der zunehmende Mond.

Nach Westen erblicke ich zwischen dem eigenen Haus und der Garage, über dem dortigen Nachbarhaus noch den Schwan und die Leier, ganz schwach kann ich den Kopf des Drachen ausmachen. Über der Garage zeigt der Polarstern die Nordrichtung an, schwach leuchten die Sterne des kleinen Wagens. Der große Wagen selbst ist hinter der Garage verschwunden. Mit dem Fernglas in der Hand gehe ich auf Entdeckungsreise. Weiter geht’s über Sternhaufen und Sterne bis letztlich zur Andromeda-Galaxie. Ein wahrlich weiter Weg für den das Licht über 2 Millionen Jahre braucht.

Ich lege das Fernglas beiseite, ziehe den Schlafsack fester um mich und lehne meinen Kopf zurück. Die Sterne funkeln friedlich über mir. Eine Sternschnuppe blitzt auf, jetzt darf ich mir etwas wünschen. Längst habe ich die Sorgen des Alltags vergessen, alle Anspannung ist von mir abgefallen. Auch scheint es mir so als würden alle Geräusche der Umgebung immer leiser werden, als würde mich eine sanfte Hand umschließen und forttragen in die Tiefen des Universums. Vorbei an Mond und Jupiter, heraus aus dem Sonnensystem zu den Pleyaden, Aldebaran, Capella und Scheat. Meine Gedanken zeigen mir Welten, die vor mir noch kein Mensch gesehen hat. Ich träume davon dort oben zu sein und auf die Erde schauen zu dürfen, auf den blau-weiß funkelnden Diamanten der eingebettet ist in das samtene Schwarz des Weltraums. Wie ich sie so klein und zerbrechlich wirkend liegen sehe, wird mir bewusst, welches Glück mir zuteil wurde auf dieser Insel im kosmischen Ozean leben zu dürfen und Anteil zu haben an der faszinierenden Schönheit des Universums.

Ich weiß nicht wie lange ich so dagesessen habe. Meine Füße fangen langsam an zu frösteln und die Sterne haben sich merklich weiterbewegt. Mond und Mars stehen nun höher. Ich nehme meine Sachen und gehe rein in die warme Wohnung. Bevor ich den Laden schließe, schaue ich noch mal zurück und freue mich auf die nun beginnende Zeit. Bald beginnt die Adventszeit, eine Zeit, die ich als Sternfreund mit unvergesslichen Beobachtungsabenden verknüpfe, die mich immer wieder aufs Neue ins Staunen versetzen. In der Winterzeit, mit ihren langen, klaren und kalten Nächten sehen wir den schönsten Sternhimmel des gesamten Jahres. Es ist die Zeit, in der man als Amateurastronom vom Himmel reich beschenkt wird. Manchmal mit erwartetem, oftmals aber auch mit unerwartetem. Da passt es gut, dass auch in diesem Jahr am Weihnachtsabend der Himmel uns Menschen ein besonderes Geschenk macht. Den in diesen Nächten ist der Himmel besonders dunkel, der Mond stört uns nicht, weil es Neumond ist. Der Jupiter in den Fischen steht fast an dem selben Ort, wo er vor über 2000 Jahren wohl gestanden haben mag, als er zusammen mit dem Planeten Saturn ein sehr seltene dreifache Konjunktion bildete, was sogar Eingang in die Bibel als Stern von Bethlehem gefunden hat.  Wer bis fast Mitternacht aushält, der kann im Osten den rötlichen Planeten Mars unterhalb der markanten Figur des Sternbild Löwen aufgehen sehen. Neben den beiden Planeten gibt es noch zahlreiche andere Objekte, darunter viele Sterne deren Namen sie wie alte Bekannte erscheinen lassen. Scheat, Algol, Capella, Beteigeuze, Castor und Pollux und wie sie noch genannt werden. Es ist beinahe so als wollten sie mit uns Menschen gemeinsam Weihnachten feiern.

Öffnen wir ihnen die Tür und heißen sie in unserer Mitte willkommen.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Adventszeit und ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

Oliver Debus, Dezember 2011

Die Sternkarte zeigt die Himmelsansicht für den 24. Dezember um 23 Uhr MEZ. Die ungefähren Positionen der Planeten Jupiter und Mars sind eingetragen. Die Planetenscheibchen entsprechen nicht der wirklichen Größe am Sternhimmel.

Das Leben der Sterne

Eine himmlische Reise am nächtlichen Firmament

Wenn wir nachts an den Sternhimmel schauen, sehen wir das ruhig strahlende Licht der Sterne. Je öfter wir zu den Sternen schauen, desto mehr gewinnen wir den Eindruck, dass die Sterne unveränderlich sind, genauso wie unsere Sonne.

Seit Menschengedenken sehen die Sterne scheinbar gleich aus, kein Wunder also, dass wir in den Sternen unwandelbare Objekte sehen, sie scheinen ewig zu existieren und das scheint auch für das Universum zu gelten. Selbst große Wissenschaftler wie Albert Einstein konnten sich nicht vorstellen, dass das Universum einem Wandel unterzogen ist. Einstein glaubte an ein sich nicht veränderndes Universum. Im war bewusst, dass sich Sterne, Planeten und Galaxien im Universum verändern können, aber für das Universum mochte er das nicht annehmen.

Schon frühe Beobachtungen von Helligkeitsausbrüchen bei Sternen und explodierende Sterne, die man als Stella Nova, also als neuen Stern bezeichnete zeigten, dass auch die Sterne einem Wandel unterliegen. Allerdings wurden diese Beobachtungen in früherer Zeit mystisch verklärt, man sah hier göttlichen Einfluss wirken.

Der Astronom Edwin Hubble zeigte mit seiner Entdeckung der Rotverschiebung, dass sogar das Universum sich verändert. Er beobachtete das zerlegte Licht weit entfernter Galaxien und fand heraus, dass typische Spektrallinien der Elemente wie Wasserstoff und Helium in den roten Bereich des Spektrums verschoben sind. Er schloss daraus, dass sich diese Galaxien von uns entfernen. Und da sich alle Galaxien in einer bestimmten Entfernung gleich schnell von uns entfernen, fand er heraus, dass sich das Universum ausdehnt. Diese Ausdehnung hatte einst einen Anfang, der so genannte Urknall.

Doch nicht nur das Universum hatte einen Anfang und wird irgendwann auch ein Ende haben, das gleiche gilt auch für alle Objekte darin, so natürlich auch für die Sterne.

Wer seinen Blick über den Himmel schweifen lässt kann das Leben der Sterne betrachten. Er sieht nicht nur, dass Sterne in gewaltigen Gasnebeln geboren werden und dass sie nach einem erfüllten Leben mehr oder weniger dramatisch sterben, beispielsweise in einer Supernovaexplosion. Nein, er kann auch sehen, dass es unterschiedliche Typen von Sternen gibt, ähnlich uns Menschen. Da gibt es solche, denen nur ein kurzes Leben ins Saus und Braus vergönnt ist, es sind die massereichen, schweren Sterne. Diese leuchten sehr hell am Himmel, vergehen aber nach nur wenigen hundert Millionen Jahren. Andere Sterne dagegen gehen mit dem was sie haben sehr sparsam um. Die leichten, massearmen Sterne führen ein beschauliches Leben und fallen kaum auf, da sie nur wenig Licht abgeben. Dafür ist ihnen aber auch ein langes Leben, das über Milliarden von Jahren andauern kann. Genau wie ihr Leben stellt sich auch ihr Tod dar. Die kleinen, dunkleren Sterne beenden ihr Dasein als leuchtender Stern von uns fast unbemerkt, so wie es auch viele Menschen tun. Sie geben in ihrer letzten Lebensphase einen Teil ihrer Masse an den Weltraum ab und verblassen langsam und sterben den Kältetod.

Die richtig schweren Sterne lassen es in ihrer letzten Stunde noch mal so richtig krachen. Schon die letzten „Jahre“ ihres Lebens sind äußerst turbulent, doch das ist nichts im Vergleich zum Schlussakt. Unter Aufbietung der letzten Kräfte bäumt sich der Stern noch mal gegen sein unweigerliches Schicksal auf. Doch sein Ende naht. Die Kräfte verlassen ihn, er sinkt in sich immer schneller zusammen und es zerreist ihn dann in einer gewaltigen Explosion, wir sehen eine Supernova. Dabei gibt der Stern einen großen Teil seiner Materie an den Weltraum ab und schrumpft weiter. Doch wer glaubt, das sei das Ende eines großen Sternenlebens der irrt. Manche Sterne waren so schwer, dass sie nun als Schwarzes Loch immer mal wieder die Aufmerksamkeit der Welt auf sich ziehen.

Nun, eines ist allen Sternen gemein egal wie ihr Leben und ihr Sterben aussieht. Sie alle sind eingebettet in den ewigen Kreislauf von Geburt und Tod. Sie werden aus dem Sternenstaub geboren und im Sterben geben sie wieder Sternenstaub an den Weltraum ab. Aus diesem können neue Sterne und Planeten geboren werden. Ein sterbender Stern kann sogar direkt die Geburt eines oder vieler Sterne auslösen. Ja sogar wir Menschen bestehen aus Sternenstaub. Und da die Sterne dem Gesetz von Leben und Sterben unterliegen wie wir Menschen, sind sie uns ähnlicher als man auf den ersten Blick sieht.

Das Leben der Sterne in Bildern erzählt

Der Große Orionnebel M42 ein Sternentstehungsgebiet im Sternbild Orion. Bild: Oliver Debus

1. Am Anfang eines Sternenlebens steht die Geburt in der Gas- und Staubwolke. Der große Orionnebel (M42) im gleichnamigen Sternbild ist eine von vielen Sternentstehungsgebieten. Der Nebel misst über 100 Lichtjahre im Durchmesser. In seinem inneren, hell leuchtenden Gebiet werden junge Sterne durch die zusammenfallenden Gaswolken geboren.

 

Das HST entdeckte Staubscheiben im Orionnebel. Quelle: wikipedia.org

Der Blick mit dem Hubble Weltraumteleskop lässt in die Kinderstube des Orionnebels schauen. Dort sieht man dunkle Gebiete um gerade geborene Sterne. Diese dunklen Scheiben bestehen aus sich verdichtendes Gas aus dem womöglich Planeten entstehen.

 

 

Doppelsternhaufen h und chi im Perseus. Quelle: apod.nasa.gov

2. Der doppelte Sternhaufen h und chi (c) im Sternbild Perseus besteht aus ganz jungen Sternen. Entstanden sind die beiden offenen Sternhaufen aus einer Gas- und Staubwolke vor gerade mal 5-6 Millionen Jahren. Kosmisch gesehen sind die Sterne also noch Säuglinge.

Von Astronomen werden sie auch als NGC 869 und NGC 884 bezeichnet.

 

Der Sternhaufen der Pleyaden im Sternbild Stier. Quelle: apod.nasa.gov

3. Die Sterne im Sternhaufen der Pleyaden oder des Siebengestirns (M45) im Sternbild Stier zählen mit ihren Alter von nur 50 Millionen Jahren ebenfalls noch zu den Kleinkindern unter den Sternen. Mit ihrem jungen Licht leuchten die Sterne den Rest der Staubwolke an, aus der sie geboren wurden. Dadurch sieht man quasi ihre „Nabelschnur“.

Die hellsten Sterne dieses Sternhaufens tragen die Namen der Töchter des Atlas aus der griechischen Sagenwelt.

Der Doppelstern Albireo im Sternbild Schwan

4. Der Stern Albireo im Sternbild Schwan erweist sich bei genauerem Hinsehen als Doppelstern. Hier umkreisen sich zwei Sterne, die ähnlich wie Mond und Erde, über die gegenseitige Anziehung an einander gebunden sind. Der hellere der beiden ist ein gelb-orangener Riesenstern, sein Begleiter ein bläulicher Stern. Die Farben der Sterne stehen für die Temperatur auf deren Oberfläche. Anders als wir es gewohnt sind steht bei den Sternen die Farbe Blau für heiß, während Rot für kühl steht.

Der linke Schulterstern des Orion, der Beteigeuze. Quelle: apod.nasa.gov

5. Der rote Riesenstern Beteigeuze im Sternbild Orion ist ein Riese im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat zwanzig Mal mehr Masse als die Sonne und kann mehr als 600 Mal größer werden als diese. Er ist bereits ein alter Stern, der kurz vor seinem Ende steht. Wegen seines fortgeschrittenen Alters ändert der Stern langsam periodisch seine Helligkeit. Astronomen gehen davon aus, dass Beteigeuze in den nächsten 1000 bis 100.000 Jahren seit Leben mit einer Supernovaexplosion beendet. Sein weiteres Schicksal hängt davon ab, wie viel Masse er bei der Explosion an den Weltraum abgibt.

Supernova 1987 A. Rechts vor dem Ausbruch, links während des Ausbruchs. Quelle: Australian Astronomical Observatory

6. Die Supernova von 1987 in der großen Magellanschen Wolke (SN1987A) zeigt, was einst auch mit Beteigeuze passieren wird. Rechts ist der Stern vor der Explosion zu sehen. Er war einst ein ähnlich massereicher Stern wie Beteigeuze. Als blauer Überriese verbrannte er seinen Energievorrat so rasant, dass er nur 20 Millionen Jahre alt wurde.Die Supernovaexplosion selber ging recht schnell von statten. Innerhalb weniger Stunden stürzte der Stern in sich zusammen und wurde in seinem Kern unglaublich heiß und dicht, so dass es ihn letztendlich in einer Explosion zerriss, wobei er sehr viel Masse verlor. Dabei nahm seine Helligkeit um ein zehntausendfaches zu. Im Laufe einiger Monate verringerte sich die Helligkeit. An der Stelle des ursprünglichen Sterns beobachtet man heute einen Neutronenstern, der kleiner sein dürfte als die Erde. Umgeben ist der Stern von einer wunderschönen Wolke aus Sternenstaub.

Der Supernovarest der Supernova 1987A in der großen Magellanschen Wolke. Quelle: apod.nasa.gov
M57 der Ringnebel in der Leier. Quelle: apod.nasa.gov

7. So schaurig schön kann das Ende eines Sterns aussehen. An der Stelle wo heute der Ringnebel M57 im Sternbild Leier steht, hat vor 20.000 Jahren ein Stern seine äußere Gashülle abgestoßen. Seitdem breitet sich der Nebel, der wunderschön in allen Farben des Regenbogens leuchtet, langsam in den Weltraum aus. Irgendwann wird der Nebel so dünn werden, dass wir ihn nicht mehr sehen können.

Der Stern selbst steht noch als weißer Zwerg in der Mitte des Nebels.

Stößt solch eine Wolke aus Sternenstaub auf eine andere Wolke aus Gas und Sternenstaub zusammen, kann das die Geburt neuer Sterne und Planeten auslösen.

Der Kreislauf des Lebens schließt sich.

 

Das Leben der Sterne am Himmel betrachtet.

Wer in den langen Winternächten an den Sternhimmel schaut, kann den Lebensweg der Sterne mit seinen verschiedenen Phasen mit eigenen Augen nach verfolgen. Die Objekte am Himmel, wie die Sterne, Gasnebel, Sternhaufen und Planetarische Nebel zeigen uns Momentaufnahmen vom Leben eines Sterns.

  1. Die Geburt in dem Gas- und Staubnebel: Wir blicken an den östlichen Teil des Himmels und sehen dicht am Horizont das Sternbild Orion. Hier finden wir unterhalb der Gürtelsterne den großen Orionnebel M42 (M = Messier, ein französischer Astronom, der als erster die Nebelartigen Objekte am Himmel katalogisiert hat). Im Orionnebel werden wir Zeuge von der Geburt neuer Sterne und auch neuer Planeten.
  2. Junge Babysterne: Wir wenden unseren Blick hoch an den Himmel. Zwischen dem Sternbild Kassiopeia, das nach seinem Aussehen auch als Himmels-W bekannt ist, und dem Sternbild Perseus, östlich unterhalb der Kassiopeia, finden wir die beiden Sternhaufen h und chi im Perseus. Diese beiden Sternhaufen sind bei dunkler Nacht mit bloßem Auge zu erkennen. Im Fernglas zeigen sie ihre ganze Pracht. Mit einem Alter von 5-6 Millionen Jahren gehören sie zu den Babys unter den Sternen.
  3. Junge Sterne mit „Nabelschnur“: Unterhalb des Perseus finden wir eine auffällige Gruppe dicht zusammenstehender Sterne, die die Form eines Handkarrens haben. Es sind die Sterne des Siebengestirns oder der Pleyaden (M45). Dieser mit 50 Millionen Jahren sehr junge Sternhaufen zeigt im Fernglas einen faszinierenden Anblick, man schaut auf einige hundert junger, heißer Sterne. Erst die Aufnahmen der Pleyaden lassen die Nebelreste erscheinen, aus denen die Sterne geboren wurden.
  4. Der Stern Capella im Sternbild Fuhrmann ist ein Stern im besten Alter. Wir sehen ihn östlich vom Perseus. Genau genommen blicken wir hier auf vier Sterne, die einander kreisen, wobei nur zwei wirklich sichtbar sind. Und diese beiden Sterne sind unserer Sonne sehr ähnlich. Die beiden unsichtbaren sind zwei sogenannte braune Zwerge, Sterne, deren Masse nicht ausreicht um sie zum Leuchten zu bringen.
  5. Der Stern Albireo im Sternbild Schwan finden wir am unteren Ende des, wie ein großes Kreuz aussehenden Sternbild Schwans, das sich zum Westhorizont hin neigt. In einem großen Fernglas sieht man, dass Albireo in Wirklichkeit ein Doppelstern ist, dessen Komponenten unterschiedlicher nicht sein könnten. Während der hellere der beiden ein orangeroter Überriesenstern ist, dessen Oberfläche aber recht kühl ist, ist der dunklere der beiden ein blauer, heißer Stern. Beide sind größere Sterne als unsere Sonne, wobei der Überriese mehr als 19 Mal größer ist als unsere Sonne. Beide Sterne zeigen auch ganz unterschiedliche Entwicklungsstadien. Der blaue ist jünger als sein rötlicher Partner wird aber irgendwann das Schicksal seines älteren Begleiters teilen.
  6. Schauen wir entlang des Kreuzes des Schwans nach oben, kommen wir zum hellen Stern Deneb am oberen Ende des Kreuzes. Deneb ist ein blauer Überriese, der gut 300 Mal größer als unsere Sonne ist. Er hat mehr als 20 Mal mehr Masse als die Sonne und zählt so zu den massereichen Sternen, denen nur ein kurzes Leben beschert ist. Er hat bereits mehr als die Hälfte seines kurzen Lebens hinter sich. Dies verrät uns seine schwankende Helligkeit, die in zu einem physikalisch veränderlichen Stern werden lässt. Ähnlich wie das Herz eines Menschen pulsiert der Stern und ist mal größer mal kleiner. Dadurch zeigt sich die aufgekommene Unruhe im Innern des Sterns, die durch das Aufzehren des Brennstoffs Wasserstoff zur Energiegewinnung kommt.
  7. Schauen wir nun zurück in das Sternbild Orion. An seiner linken Schulter sitzt der rote Riesenstern Beteigeuze. Beteigeuze zählt zu den Sternen, die kurz vor dem Ende ihres Lebens stehen. Schon jetzt ist sein Leben turbulent. In einer Zeit von gut 6 Jahren schwankt die Größe und Helligkeit des Sterns, der 600 Mal größer ist als unsere Sonne. Die Astronomen erwarten, dass Beteigeuze in den nächsten 1.000 bis 100.000 Jahren sein Leben in einer Super Nova Explosion beenden wird.
  8. Wenn wir von Beteigeuze aus am Himmel nach rechts oben in Richtung Capella schauen, finden wir nicht ganz auf halbem Wege einen helleren, einsamen Stern. Etwas rechts oberhalb von diesem Stern finden wir in einem Fernglas ein nebliges Gebilde. Dies ist der berühmte Krebsnebel M1. Dort wo heute dieser Nebel steht stand einst ein Stern, der im Jahre 1054 dasselbe Schicksal ereilte wie man es für  Beteigeuze erwartet. Der Stern explodierte 1054 in einer hellen Super Nova, die von den Menschen überall auf der nördlichen Hemisphäre gesehen wurde.
  9. Ein weniger dramatisches Ende nahm der Stern, der heute als weißer Zwerg in der Mitte des Planetarischen Nebels M57, auch als Ringnebel bekannt, im Sternbild Leier steht. Diesen finden wir, wenn wir unseren Blick in nordwestlicher Richtung wenden. Die Leier selbst ist ein kleines, rautenförmiges Sternbild, dessen auffälligster Stern die helle Wega ist zwischen den beiden unteren Sternen der Raute finden wir mehr zu dem rechten Stern, im Fernglas den Ringnebel. Auch unsere Sonne wird einmal das Schicksal des weißen Zwerges im Zentrum des Ringnebels teilen. Bis dahin sind es aber noch beruhigend lange hin, gut 5 Milliarden Jahre wird es bis zum Tod unseres Heimatsterns dauern.
Die Sternkarte zeigt den Himmelsanblick für den 10. Dezember um 20 Uhr. Makiert sind die Positionen der verschiedenen Objekte.

Forschen im All – Wissenschaft an Bord der ISS

Wissenschaftstag in der Zentralstation in Darmstadt

Am Montag, den 12. Dezember 2011 präsentiert der hr-Info einen Wissenschaftstag in der Zentralstation in Darmstadt. Wissenschaftler der Europäischen Weltraumorganistation (ESA) und des Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt informieren üder die wissenschaftliche Forschung an Bord der Internationalen Raumstation ISS.

Die Internationale Raumstation ISS fotografiert von ESA Astronaut Paolo Nespoli am 24. Mai 2011. Das Space Shuttle Endeavour ist an der Station angedockt. Links unterhalb ist das europäische Raumlabor Columbus. Ganz unten ist das europäische ATV Johannes Kepler angedockt. Credits: ESA/NASA

Die Internationale Raumstation ISS ist das größte künstliche Objekt im Weltraum. Sie fliegt mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 27.700 km/h um die Erde, wobei sie die Erde 16 Mal täglich umkreist. Beim Bau der Raumstation haben 16 Länder zusammengearbeitet – darunter die USA, Russland, Japan, Kanada und Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumorganisation (ESA).

Doch was passiert eigentlich an Bord der Raumstation? Jedes noch so kleine Eckchen ist für die Wissenschaft ein bedeutender Ort! Denn die ISS ist mittlerweile zu einem vielseitigen Forschungsinstitut und Testzentrum geworden. Es vergeht keine Minute, in der in diesem exklusiven Außenposten im Weltraum nicht irgendein faszinierendes Experiment durchgeführt wird – von Biowissenschaften über Materialforschung bis hin zur Technologieentwicklung.

Raumfahrer und Wissenschaftler

ESA Astronaut Reinhold Ewald, Credits: ESA/J-L.Atteleyn

Dr. Reinhold EWALD, deutscher ESA-Astronaut und lange Zeit verantwortlich für den Betrieb des europäischen ISS-Forschungslabors „Columbus“, gibt Einblick in die wissenschaftliche Arbeit eines Astronauten an Bord einer Raumstation.

Die Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt ermöglicht, auch mit dem neuen Beschleunigerzentrum FAIR, Wissenschaftlern aus aller Welt neue Einblicke in den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums. Prof. Dr. Karlheinz LANGANKE, Forschungsdirektor der GSI und Dr. Radek PLESKAC, GSI-Forscher im Bereich Biophysik, erklären, wie Wissenschaft aus Darmstadt auf der ISS zum Einsatz kommt.

Dr. Markus LANDGRAF, Missionsplaner beim Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt, zeigt, wie man Ergebnisse der GSI-Forschung bei zukünftigen Missionen der ESA, z.B. zum Mars, konkret anwenden kann.

Im Gespräch mit Moderatorin Sylvia KUCK von hr-INFO werden die Wissenschaftler Experimente an Bord der Raumstation diskutieren und aufzeigen, wie diese das Leben auf der Erde beeinflussen und verändern werden.

Die Reihe „Wissenschaftstag“, bei der Wissenschaftler und Forschungsinstitutionen aus Darmstadt ihre Arbeit anschaulich der Öffentlichkeit präsentieren, ist eine Kooperation der Centralstation mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt.

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WISSENSCHAFTSTAG am Montag, dem 12. Dezember in der Centralstation

19:00 bis 20:30 Uhr / Einlass ab 18:00 Uhr

Centralstation – Im Carree
64283 Darmstadt
Saal 3. OG
http://www.centralticket.de
Eintritt frei!

Der Wissenschaftstag in der Centralstation wird präsentiert von hr-Info.

Mehr Infos: esa.int, hr-info

Quelle: ESA/ESOC Darmstadt

Themenabend der AG Orion Bad Homburg

Space Shuttle – eine Legende geht in Rente

Am Mittwoch, 14. Dezember 2011 um 19:30 Uhr findet im Vereinshaus Dornholzhausen, Saalburgstraße 158, 61350 Bad Homburg der nächste Themenabend der AG Orion statt.

Unter dem Titel „Space Shuttle – eine Legende geht in Rente“ erzählen die Referenten Joachim Labudde und Oliver Debus die Geschichte des amerikanischen Raumtransporters Space Shuttle. Vor 30 Jahren, am 12. April 1981 startete das erste Space Shuttle mit Namen Columbia vom amerikanische Raumflughafen Cape Kennedy in Florida auf seine Jungfernfahrt in den Weltraum, 20 Jahre nach dem Flug des ersten Menschen, Juri Gagarin ins All. Die Astronauten John Young, ein Apollo Veteran (Apollo 16) und Robert Crippen testeten das neue Raumschiff zwei Tage lang in der Erdumlaufbahn, bevor sie am 14. April 1981 auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien landeten. 30 Jahre lang war das Space Shuttle das Arbeitstier der amerikanischen bemannten Raumfahrt. Mit den Space Shuttles flogen zahlreiche deutsche und europäische Astronauten. Das Shuttle flog zur russischen Raumstation MIR, half beim Aufbau der Internationalen Raumstation ISS und setzte zahlreiche astronomische Forschungssatelliten aus, darunter das Hubble Weltraumteleskop. Neben vielen Erfolgen ist das Space Shuttle Programm aber auch von zwei tragischen Unglücken, bei denen 14 Astronauten ihr Leben verloren gekennzeichnet. Am 21. Juli 2011 landete mit der Raumfähre Atlantis das letzte Space Shuttle auf der Landebahn 15 im Kennedy Space Centre in Florida. Damit ging das Space Shuttle Programm nach 135 Flügen offiziell zu Ende.

In ihrer Multimediaschau berichten Labudde und Debus aus der werchselvollen Geschichte des Space Shuttle Programms. Ein Schwerpunkt ist die Nutzung der Shuttles durch deutsche und europäische Astronauten. Die Referenten gehen auch der Frage nach, wie es nach dem Ende des STS-Programm mit der bemannten Raumfahrt der amerikanischen NASA weitergeht.

Begleitet wird der Themenabend mit einer Modellausstellung rund um das Space Shuttle.

Der Eintritt ist frei.

Das Space Shuttle Columbia wartet am 12. April 1981 auf den Start.
Das Space Shuttle Columbia wartet am 12. April 1981 auf den Start. Quelle: NASA
Space Shuttle Atlantis hebt zum letzten Flug ab. Quelle: NASA

Das Astronomische Jahr 2012

Wie bereitet man sich eigentlich auf eine Beobachtungsnacht vor? Wie erfährt man was am nächtlichen Sternhimmel zu sehen ist? Nun, dem Sternfreund stehen heute viele verschiedene Möglichkeiten offen. Planetariumsprogramme für den PC oder fürs Handy, Informationen übers Internet oder ganz klassisch ein astronomisches Jahrbuch und die drehbare Sternkarte. Gerade das astronomische Jahrbuch bietet eine Fülle von Informationen, wie dem Lauf des Mondes und der Planeten, Sichtbarkeit von Asteroiden und anderen Objekten des Sonnensystems, Sternbilder usw. Bei diesen vielen Möglichkeiten kann man leicht die Übersicht verlieren.

Das dachten sich wohl auch die Autoren des Poster „Das Astronomische Jahr 2012“, die promovierten Astronomen Susanne und Peter Friedrich und Amateurastronom Stephan Schurig.

Schnelle Übersicht

Ihre Idee war es eine Informationsquelle zu erstellen, die einen schnellen Überblick über die wichtigsten Himmelsereignisse und Daten für eine Beobachtungsnacht bietet. Herausgekommen ist dabei ein Übersichtsposter im A1 Format (59,4cm * 84,1cm), das eine sehr gute Ergänzung zu Jahrbuch oder PC-Programm darstellt. Das Poster erlaubt dem Sternfreund sich schnell über aktuelle Ereignisse am Sternhimmel zu informieren.

Der Aufbau

Das Poster ist im wesentlichen in zwei Teile unterteilt. Auf der rechten Seite findet man 12 Sternkarten, die den monatlichen Sternhimmel jeweils etwa zur Montatsmitte um Mitternacht zeigt. Neben den Sternbildern findet man die sichtbaren Planeten, sowie Position und Datum des Vollmonds. Die weiteren Mondphasen sind mit Datumsangabe rechts neben den Sternkarten angegeben. Für die monatlichen Sternkarten fehlt auch nicht die Angabe, für welche Uhrzeit man diese für die zwei Vormonaten, sowie die zwei folgenden Monate zu verwenden sind.

So kann man die Sternkarten immerhin statt nur für 12 Monate sogar für 16 Monate (Nov. 2011 – Februar 2013) verwenden.

Das Astronomische Jahr 2012
Das astronomische Jahr 2012. Für eine größere Ansicht klicken Sie auf das Bild.

Die Linke Seite des Posters wird von einem großen Diagramm dominiert, das für jeden Tag des Jahres die Auf- und Untergangszeiten von Sonne und Mond, sowie den Planeten zeigt. Daneben sind noch die Dämmerungszeiten angegeben. Die Grafik erlaubt die Bestimmung der bürgerlichen, der nautischen und der astronomischen Dämmerung, also wann erste Sterne, alle hellen Sterne zu sehen sind und ab wann es richtig dunkel ist, bzw. in den Morgenstunden dann umgekehrt. Die Zeiten sind in MEZ und MESZ angegeben und sind auf 50° nördlicher Breite und 10° östlicher Länge bezogen. Da die Länge der dunklen Nacht im Laufe das Jahres bei uns stark variiert sieht das Diagramm wie eine Sanduhr aus. In der Mitte das Posters ist es schlanker. Für den Januar zeigt es von etwa 16 Uhr bis ca. 8 Uhr am nächsten  Morgen, was am Himmel zu sehen ist, für den Juni dagegen nur von 20 Uhr (21 Uhr MESZ) bis knapp 5 Uhr (6 Uhr MESZ) und im Dezember dann wieder von 16 Uhr bis 8 Uhr.

Der Mond ist mit den entsprechenden Mondphasen gezeigt. Die Zeiten zu denen der Mond sichtbar ist, sind leicht gräulich unterlegt. So läßt sich aus dem Diagramm ablesen, wann man gut den Mond beobachten kann und wann die beste Zeit zur Deep Sky Beobachtung ist.

Für die Planeten ist die Sichtbarkeit über das ganze Jahr gezeigt. Dabei sind die Planeten  als Scheibchen dargestellt, die der aktuellen Helligkeit oder Größe entspricht. Ganz leicht kann man sehen ob die Planeten am Abendhimmel (ganz links im Diagramm), am Morgenhimmel (ganz rechts im Diagramm) oder die ganze Nacht über sichtbar sind (in der Mitte des Diagramms). Bei Merkur und Venus kann man ablesen wann sie als „Abend-, bzw. Morgenstern“ zu sehen sein. Die Planetenscheibchen zeigen ebenfalls die Phasengestallt beider Planeten an.

Besondere Bedeckungen, Konstellation oder Planetenstellungen sind im Diagramm angeben. Links und Rechts vom Diagramm sind die wichtigsten Himmelserscheinungen mit Mond, den Planeten und größeren Asteroiden mit kurzen Texten erklärt. Hier findet man Informationen wie Datum und Zeitpunkt der Ereignisse und Helligkeiten der Objekte. Kleine Grafiken erläutern z.B. die Begegnung von Mond, Jupiter und Venus am 26. März 2012 oder den Venustransit am 6. Juni 2012. Zu einigen ausgewählten Himmelsereignissen erhält man auf der Webseite astronomischesjahr.de.

Das Poster kostest € 14,90 ist aber absolut seinen Preis wert. Es ist eine sehr gute Ergänzung neben Jahrbuch und drehbare Sternkarte. Seine Stärke liegt eben in der schnellen Übersicht. Ohne im Jahrbuch zu blättern weiß man, wann und wo die Planeten zu sehen sind oder welche Mondphase gerade ist. Es ist sicher für jeden Sternfreund ein Bereicherung und macht sich gut in jeder Astrobibliothek oder Sternwarte.

Empfehlenswert ist das Poster ebenfalls für Anfänger.

Bezugsquellen und weitere Angaben zum Poster „Das Astronomische Jahr 2012“ findet man auf der Webseite astronomischesjahr.de.