Finsternisse – Schattenspiele im All

Partielle Sonnenfinsternis 2006.
Partielle Sonnenfinsternis 2006.

In diesem Jahr können wir von Deutschland aus zwei Finsternisse beobachten. Im Frühjahr findet am 20. März 2015 eine partielle Sonnenfinsternis statt und im Herbst, am 28. September 2015 eine totale Mondfinsternis.

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Venus, Mars, Jupiter und mehr – Sternführung mit der Fahrradsternwarte

Mit der Fahrradsternwarte in den Himmel gucken. Bild: Adrian Rohnfelder, adri.de
Mit der Fahrradsternwarte in den Himmel gucken. Bild: Adrian Rohnfelder, adri.de

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Der Sternenhimmel im Winter 2015

Liebe Sternfreundinnen und Sternfreunde,

verpassen Sie nicht unser neues Video über den „Sternenhimmel im Winter 2015“ auf unserem You Tube Kanal.
Das Video stellt des winterlichen Abendhimmel vor und gibt einen Ausblick auf die Highlights am Himmel.
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Der Sternenhimmel im Dezember 2014

Die Sternbilder rund um das Herbstviereck des Pegasus verabschieden sich langsam im Westen, während sich die Wintersternbilder, rund um den markanten Orion im Süden breitmachen. Daneben zeigen sich Mond und Jupiter und am frühen Abend huscht die International Raumstation ISS über den Himmel. Für Fernrohrbeobachter zeigt der Himmel noch viel mehr.  Wann und wie man diese und mehr Objekte am Sternhimmel beobachten kann, erklärt Amateurastronom Oliver Debus am Freitag, den 21. November 2014.

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Der Sternhimmel im Herbst 2014

JolabODUnser neues Video „Der Sternhimmel im Herbst 2014“ ist jetzt online auf YouTube zu sehen.
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Astronomische Beobachtungsgeräte für Sternfreunde

Für alle Sternfreundinnen und Sternfreunde, die gerne mehr am Sternhimmel sehen wollen, als das bloße Auge bietet, sollten für den Einstieg in die Himmelsbeobachtung über die Anschaffung eines Fernglases nachdenken.  Ein Fernglas ist gegenüber einem Teleskop kleiner und flexibler einsetzbar. Es ist schnell zur Beobachtung einsetzbar und zumeist günstiger als ein vergleichbares Teleskop. Ferngläser gibt es in verschiedenen Ausführungen.
Nach welchen wichtigen Eigenschaften einen Fernglases man schauen sollte, das wird in dem neuesten Video über astronomische Beobachtungsgeräte für Sternfreunde erklärt.

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Besondere Planetenkonstellation

An den kommenden Abenden ist am westlichen Horizont in der Dämmerung eine besondere Planetenkonstellation zu sehen. Die Planeten Jupiter, Venus und Merkur werden aneinander vorbeilaufen. Jupiter im Stier wird dabei von den beiden inneren Planeten Merkur und Venus  überholt.

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Earth hour 2013

Am 23. März 2013 findet zum 7. Mal die vom WWF ins Leben gerufene weltweite Aktion „Earth Hour – Deine Stunde für unseren Planeten statt“. In der Zeit von 20:30 Uhr bis 21:30 Uhr sollen möglichst viele Beleuchtungen abgeschaltet werden um so auf den Klimawandel und seine Folgen aufmerksam gemacht werden. Es soll auch ein Zeichen für die Energiewende gesetzt werden.

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Die drehbare Sternkarte

Video zur drehbaren Sternkarte

Was ist eine drehbare Sternkarte?
Die drehbare Sternkarte ist das wichtigste Hilfsmittel bei der Beobachtung oder Beobachtungsplanung für den Amateurastronomen. Vor allem für Neueinsteiger ist sie sehr hilfreich, um sich am Sternhimmel zurecht zu finden. Sie ist leicht zu bedienen, überall auf den Breitengraden, für die sie berechnet ist, einsetzbar und das ganze Jahr über zu verwenden.
Auf dem Markt gibt es sie in verschiedenen Ausführungen und verschiedenen Formaten.

Wie ist die drehbare Sternkarte aufgebaut?
Drehbare Sternkarten bestehen in der Regel aus drei Teilen. Das Grundblatt mit aufgedruckten Sternen und Sternbildern zeigt noch verschiedene Skalen. Diese sind von Außen nach Innen; Der Tierkreis mit den 12 Tierkreiszeichen, die Rektaszensionsskala, d.h. die „Längengrade“ am Himmel, zum Einstellen der Objekte des Sonnensystem, der Skala für die wahre Sonne und die Datumsskala zum Einstellen des Beobachtungstages. Zumeist auf dem Grundblatt findet man noch eine Horizontlinie, die anzeigt, welche Sternbilder zum Beispiel von einem Ort mit der geographischen Breite von 50° Nord zu sehen sind, sowie die Ekliptik, die scheinbare Sonnenbahn, die durch die Tierkreissternbilder läuft. In der Mitte sind der nördliche Himmelspol und der Polarstern.
Ein weiteres Bauteil ist der Planetenzeiger mit der Deklinationsskala, d.h. die „Breitengrade“ am Himmel. Der nördliche Himmelspol hat eine Deklination von +90°, der Himmelsäquator 0° und alle Objekte südlich vom Äquator haben negative Deklinationen.
Das letzte Teil ist das Deckblatt mit der Horizontmaske und Uhrzeitskala. Bei richtiger Einstellung zeigt der dunklere Teil an, welche Gestirne unter dem Horizont sind und der hellere Ausschnitt zeigt den geraden sichtbaren Himmel. Die Horizontlinie zeigt die Himmelsrichtungen an.

In nächster Nähe zum Polarstern sind die zirkumpolaren, immer sichtbaren Sternbilder durch einen Kreis eingeschlossen. Alle Gestirne innerhalb des Kreises sind immer zu sehen. Dann finden wir noch den Himmeläquator und die Ekliptik.

Die Verbindungslinie zwischen Südpunkt, Himmelspol und Nordpunkt nennt man Meridian, die Linie zwischen Ostpunkt und Westpunkt 1. Vertikal. Der Schnittpunkt beider Linien ist der Zenit, der Punkt senkrecht über dem Beobachter.
Außen auf dem Deckblatt ist die Uhrzeitskala, mit der man die Beobachtungszeit einstellt.

Wie stellt man die drehbare Sternkarte ein?
Die Sternkarte ist sehr schnell eingestellt. Man muss lediglich das drehbare Deckblatt solange drehen, bis die gewünschte Uhrzeit mit dem Datum übereinstimmt. Als Hilfsmittel kann man den Planetenzeiger verwenden und den Beobachtungstag festhalten. Nun dreht man das Deckblatt solange, bis z.Bsp. die Uhrzeit 20 Uhr die Marke für den Beobachtungstag, nehmen wir mal den 15. Januar erreicht. Nun ist die Sternkarte eingestellt und man kann beobachten.

Zwei Kleinigkeiten sollte man beachten.
1. Auf der Uhrzeitskala muss man die Mitteleuropäische Zeit (MEZ) einstellen. Während der Sommerzeit (März-Oktober) muss man also von der auf der Uhr abgelesenen Zeit eine Stunde abziehen. (Dies gilt selbstverständlich auch für andere Zeitzonen mit Sommerzeit)

2. Für normale Beobachtungen ist die von der Uhr abgelesene und auf der Sternkarte eingestellte Uhrzeit hinreichend genau. Will man aber genauer Beobachten, so muss man die Zeitkorrektur berücksichtigen. Die MEZ gilt genau für den 15. Längengrad Ost. Für jedes Grad östlich davon muss man 4 Minuten zur abgelesenen Uhrzeit addieren, für jedes Grad westlich 4 Minuten subtrahieren. (Wahre Ortszeit) Für den Beobachtungsort Frankfurt muss man also ca. 25 Minuten von der abgelesenen Uhrzeit abziehen und auf der Sternkarte einstellen. Die Zeitangaben für Aufgang, Untergang etc. für Sonne, Mond, Planeten etc. aus den Jahrbüchern, wie z.B. aus dem Kosmos Himmelsjahr, sind für den Ort 10° Ost und 50° Nord angegeben. Die Zeitkorrektur für den eigenen Standort errechnet sich gleich, fällt allerdings geringer aus, für Frankfurt beträgt sie ca. 6 Minuten.

Wie verwendet man die drehbare Sternkarte?
Jetzt kann man eigentlich schon beobachten. Es empfiehlt sich, die Sternkarte so vor sich zu halten, dass die Himmelsrichtung in die man blickt, nach unten zeigt. Dann kann man bequem den Anblick von der Sternkarte mit dem Himmelsanblick vergleichen. Blickt man nach Süden, sollte Süden auf der Sternkarte nach unten zeigen. Schaut man nach Westen, dreht man die Karte so, dass Westen unten steht. Beim Blick nach Norden steht Norden unten und beim Beobachten in Richtung Osten dreht man die Sternkarte so das Osten nach unten zeigt.

Was zeigt die drehbare Sternkarte?
Neben den Sternbildern und den hellsten Sternen zeigt die drehbare Sternkarte auch Objekte, die mit dem Fernglas oder Teleskop zu sehen sind. So sind hier die wichtigsten Doppelsterne und veränderliche Sterne gezeigt. Zudem findet man die hellsten Messier-Objekte. Das sind die Gasnebel, offene Sternhaufen, Galaxien und Kugelsternhaufen, die der französische Astronom Charles Messier im 17. Jahrhundert in einer, nach ihm benannten Liste erfasste. Die Sternkarte zeigt Objekte, die eine feste Position am Firmament haben. Den Mond und die Planeten wird man aber vergeblich suchen, da sie ständig ihre Stellung unter den Sternen ändern.

Wie findet man mit der drehbaren Sternkarte den Mond oder die Planeten?
Der Mond und die Planeten sind im Bereich der Ekliptik, also dem Tierkres zu finden. Mit dem Planetenzeiger kann man ihre Position auf der Sternkarte einstellen. Dazu muss man ihre Koordinaten, also die Rektaszension nachschlagen. Bei den mit bloßem Auge sichtbaren Planeten ist die Deklination in der Regel nicht nötig, da sich die Planeten recht genau auf der Ekliptik bewegen. Die Rektaszension findet man in einem astronomischen Jahrbuch, oder kann sie mit einem Planetariumsprogramm ermitteln, bzw. im Internet herausfinden. Nun stellt man  mit dem Planetenzeiger die Rektaszension des Planeten ein, hier im Beispiel für den Planeten Jupiter auf 1h und 57min. Dort wo der Planetenzeiger die Ekliptik schneidet, steht der Jupiter. In unserem Beispiel ist er im Sternbild der Fische zu finden. Ähnliches ist hier auch für den Planeten Mars gezeigt, der im Sternbild Löwe steht.
Auf diese Weise kann man alle Objekte des Sonnensystems einstellen und am Himmel finden.

Der Umgang mit der drehbaren Sternkarte lernt man am besten mit ständigem Üben. So kann man sich bald gut am Himmel zu Recht finden. Zum Ablesen der Sternkarte im Dunkeln benutzt man am besten eine Taschenlampe mit rotem Licht, um die Augen nicht zu blenden.

Im Handel erhältliche Drehbare Sternkarten
Die bewährten aus dem Kosmos-Verlag:
•    Sternkarte für Einsteiger, von Hermann-Michael Hahn und Gerhard Weiland, 7,95 Euro.
Ideal für Einsteiger, einfach zu bedienen. So macht das Kennenlernen des Sternhimmels Spaß.
•    Nachtleuchtende Sternkarte für Einsteiger, von Hermann-Michael Hahn und Gerhard Weiland, 12,90 Euro.
Auch diese Sternkarte ist einfach zu handhaben. Das Besondere dieser Sternkarte ist, das sie keine Taschenlampe zum Anleuchten brauchen. Einmal mit einer Lampe „aufgeladen“, leuchtet die Sternkarte bis zu einer Stunde nach.
•    Drehbare Kosmos-Sternkarte, von Hermann-Michael Hahn und Gerhard Weiland, 14,90 Euro.
Die drehbare Sternkarte für alle, die mehr entdecken wollen. Mit der Sternkarte kann man nicht nur sehen, welche Sternbilder gerade am Himmel stehen, es lassen sich auch die Positionen der Planeten einstellen, der Auf- und Untergang, sowie die Dämmerungszeiten und vieles mehr bestimmen. Verzeichnet sind auch die hellsten Messier-Objekte. Die Sternkarte eignet sich besonders zur Beobachtungsvorbereitung.
•    Drehbare Mini-Sternkarte, von Hermann-Michael Hahn und Gerhard Weiland, 8,50 Euro.
Der kleine Bruder der drehbaren Kosmos-Sternkarte. Das kleine Format lässt sie in jeder Tasche verschwinden. Der Nachteil der Karte ist, es sind weniger Objekte verzeichnet und für ältere Menschen ist sie schlechter lesbar.

Sternkarte vom Oculum Verlag
•    Drehbare Himmelskarte, von Michael Feiler und Stephan Schurig, 14,90 Euro.
Die Sternkarte zeigt an, welche Sternbilder gerade am Himmel stehen. Es lassen sich auch die Positionen der Planeten einstellen, der Auf- und Untergang, sowie die Dämmerungszeiten und vieles mehr bestimmen. Diese Sternkarte zeigt viele Messier-Objekte, die sowohl im Deep Sky Reiseführer als auch im Deep Sky Reiseatlas aufgeführt sind. Auf der Rückseite der Karte finden sich noch nützliche Informationen über die Orientierung am Nachthimmel, regelmäßige  Sternschnuppenströme, Sichtbarkeit der Planeten und weitere Infos.

Sternkarten zum Selbstbauen von AstroMedia
•    Die drehbare Pracht-Sternkarte, von Klaus Hünig und Nils Rhode, 14,90 Euro.
Diese schöne Sternkarte ist eine Reproduktion einer Sternkarte von 1899 aus dem Verlag des Königlichen Hoflieferanten F.H. Klodt aus Frankfurt.
•    Die drehbare Sternkarte, von Klaus Hünig, 2,40 Euro.
Diese Sternkarte zeigt die wichtigsten Sternbilder des Himmels. Unscheinbare Sternbilder fehlen hier. Für den Preis aber eine echte Alternative. Diese Sternkarte ist auch erhältlich bei der Astronomieschule Oliver Debus.

Die hier vorgestellten Sternkarten sind alle für die Beobachtung von Mitteleuropa aus ausgeführt, sie lassen sich aber auch entlang der gleiche nördlichen Breite verwenden. Für andere Breiten gibt es im Astro-Fachhandel entsprechende Sternkarten.

Eine Alternative dazu ist die Webbasierte Planisphere.  Hier kann man sich seine ganz persönliche Sternkarte erstellen, asudrucken und zusammenbauen.

Ein weiteres schönes Hilfsmittel zur Beobachtungsplanung ist das von mir vorgestellte Poster „Das astronomische Jahr 2012“.

Ein Nachtrag: Ich freue mich, dass mein Video zur drehbaren Sternkarte offenbar gut ankommt und gefallen findet. Besonder freut es mich, dass sowohl Stefan Gotthold von Clear Sky-Blog in seinem Artikel über den Bau einer Sternkarte auf mein Video verlinkt hat und das Stefan Taube bei Lichtecho Werbung macht. Danke dafür. Gerne kann das Video auch auf anderen Seiten eingebaut und verlinkt werden.

Besinnliches zur Weihnachtszeit

„Geschafft“, sag ich zu mir selbst. Ein anstrengender Tag liegt hinter mir, jetzt kann ich abschalten und mich erholen. Die Flimmerkiste geht an und ich lass mich auf das Sofa fallen. Mit der Fernbedienung in der Hand jage ich durch die Programme. Da ist der Heimwerkerkönig, der zum wiederholten Male mit einer Zange einem Schmied in den Finger petzt, der König von Queens, der sich immer wieder Wortgefechte mit seinem ständig nörgelnden Schwiegervater liefert, die beiden oberbayrischen Cops, die einen Mörder jagen und selbst die Abenteuer des Airforce Teams beim Sternentor habe ich schon gesehen. Die Nachrichten melden auch nichts wirklich neues, aber der Wetterbericht lässt mich aufhorchen. Kalte, klare Nacht heißt es da.

Schnell ist die Flimmerkiste aus und ich schaue nach draußen und tatsächlich, kein Wölkchen trübt den Himmel. Schnell ziehe ich mich warm an, schnappe mir Schlafsack, Campingstuhl, Fernglas und Sternkarte und gehe raus. Ich brauche etwas Zeit, bis sich meine Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben. In der Zeit kann ich mir einen guten Platz suchen und es mir mit einer Tasse heißen Tee gemütlich machen. Bald tauchen die ersten Sterne und Sternbilder auf. Pegasus, Andromeda, Cassiopeia und Perseus. Bald sehe ich noch mehr, die Fische, das Dreieck, Walfisch und Widder. Taucht da nicht über dem Nachbarhaus der Stier mit den Pleyaden auf? Nicht zu übersehen ist der helle Jupiter, der größte Planet im Sonnensystem. Er ist oberhalb des Sterns Alrescha (alpha pisces) in den Fischen zu finden und darüber steht der zunehmende Mond.

Nach Westen erblicke ich zwischen dem eigenen Haus und der Garage, über dem dortigen Nachbarhaus noch den Schwan und die Leier, ganz schwach kann ich den Kopf des Drachen ausmachen. Über der Garage zeigt der Polarstern die Nordrichtung an, schwach leuchten die Sterne des kleinen Wagens. Der große Wagen selbst ist hinter der Garage verschwunden. Mit dem Fernglas in der Hand gehe ich auf Entdeckungsreise. Weiter geht’s über Sternhaufen und Sterne bis letztlich zur Andromeda-Galaxie. Ein wahrlich weiter Weg für den das Licht über 2 Millionen Jahre braucht.

Ich lege das Fernglas beiseite, ziehe den Schlafsack fester um mich und lehne meinen Kopf zurück. Die Sterne funkeln friedlich über mir. Eine Sternschnuppe blitzt auf, jetzt darf ich mir etwas wünschen. Längst habe ich die Sorgen des Alltags vergessen, alle Anspannung ist von mir abgefallen. Auch scheint es mir so als würden alle Geräusche der Umgebung immer leiser werden, als würde mich eine sanfte Hand umschließen und forttragen in die Tiefen des Universums. Vorbei an Mond und Jupiter, heraus aus dem Sonnensystem zu den Pleyaden, Aldebaran, Capella und Scheat. Meine Gedanken zeigen mir Welten, die vor mir noch kein Mensch gesehen hat. Ich träume davon dort oben zu sein und auf die Erde schauen zu dürfen, auf den blau-weiß funkelnden Diamanten der eingebettet ist in das samtene Schwarz des Weltraums. Wie ich sie so klein und zerbrechlich wirkend liegen sehe, wird mir bewusst, welches Glück mir zuteil wurde auf dieser Insel im kosmischen Ozean leben zu dürfen und Anteil zu haben an der faszinierenden Schönheit des Universums.

Ich weiß nicht wie lange ich so dagesessen habe. Meine Füße fangen langsam an zu frösteln und die Sterne haben sich merklich weiterbewegt. Mond und Mars stehen nun höher. Ich nehme meine Sachen und gehe rein in die warme Wohnung. Bevor ich den Laden schließe, schaue ich noch mal zurück und freue mich auf die nun beginnende Zeit. Bald beginnt die Adventszeit, eine Zeit, die ich als Sternfreund mit unvergesslichen Beobachtungsabenden verknüpfe, die mich immer wieder aufs Neue ins Staunen versetzen. In der Winterzeit, mit ihren langen, klaren und kalten Nächten sehen wir den schönsten Sternhimmel des gesamten Jahres. Es ist die Zeit, in der man als Amateurastronom vom Himmel reich beschenkt wird. Manchmal mit erwartetem, oftmals aber auch mit unerwartetem. Da passt es gut, dass auch in diesem Jahr am Weihnachtsabend der Himmel uns Menschen ein besonderes Geschenk macht. Den in diesen Nächten ist der Himmel besonders dunkel, der Mond stört uns nicht, weil es Neumond ist. Der Jupiter in den Fischen steht fast an dem selben Ort, wo er vor über 2000 Jahren wohl gestanden haben mag, als er zusammen mit dem Planeten Saturn ein sehr seltene dreifache Konjunktion bildete, was sogar Eingang in die Bibel als Stern von Bethlehem gefunden hat.  Wer bis fast Mitternacht aushält, der kann im Osten den rötlichen Planeten Mars unterhalb der markanten Figur des Sternbild Löwen aufgehen sehen. Neben den beiden Planeten gibt es noch zahlreiche andere Objekte, darunter viele Sterne deren Namen sie wie alte Bekannte erscheinen lassen. Scheat, Algol, Capella, Beteigeuze, Castor und Pollux und wie sie noch genannt werden. Es ist beinahe so als wollten sie mit uns Menschen gemeinsam Weihnachten feiern.

Öffnen wir ihnen die Tür und heißen sie in unserer Mitte willkommen.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Adventszeit und ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest.

Oliver Debus, Dezember 2011

Die Sternkarte zeigt die Himmelsansicht für den 24. Dezember um 23 Uhr MEZ. Die ungefähren Positionen der Planeten Jupiter und Mars sind eingetragen. Die Planetenscheibchen entsprechen nicht der wirklichen Größe am Sternhimmel.