Einführung in die Astronomie

Die Volkshochschule Bad Homburg lädt wieder zu einem Astronomiekurs für Einsteiger ein. Ab Donnerstag, den 27. Oktober wird Kursleiter Oliver Debus die Teilnehmer zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Sterne, Planeten und Galaxien mitnehmen. An vier Abenden wird das Sonnensystem, der nähere interstellare Raum, unsere Milchstraße und das weitere Universum erkundet und erklärt. Der Umgang mit drehbarer Sternkarte und Tipps zur eigenen Beobachtung gibt es ebenfalls. Der Kurs startet am Donnerstag, 27. Oktober 2011 um 19:30 Uhr (bis 21 Uhr) und findet in der Volkshochschule, Elisabethenstraße 4-8, 61348 Bad Homburg statt.

Anmeldungen nimmt die VHS entgegen, dort gibt es weitere Informationen zu dem Kurs.

Faszination der Astronomie

Was ist eigentlich so faszinierend an der Sternenkunde?

Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt, sei es von Kindern, von Erwachsenen oder von Vertretern der Presse. Und so einfach zu beantworten, das merke ich immer dann ist die Frage nicht wirklich. Es gibt so viele Gründe für die Faszination der Beschäftigung mit dem Universum das man sehr lange bräuchte um sie auf zu zählen und jeder Sternfreund, Amateurastronom oder Astronom hat wohl seine ganz Persönlichen.

Und da ich die Frage nicht allgemeingültig beantworten kann, will ich hier nun mal meine eigenen Gründe angeben, warum mich der Weltraum so fesselt.

Unendliche Weiten

Der Weltraum, unendliche Weiten… wer kennt sie nicht, die ersten Worte des Intros zu jeder Episode von Raumschiff Enterprise, das fremde, neue Welten erforscht und nach neuen Lebensformen und Zivilisationen sucht. Diese Gedanken sind schon faszinierend, wenn man in einer dunklen, klaren Nacht im Freien steht und die glitzernden, funkelnden Sterne betrachtet. Da ist kein Ende zu sehen und man weiss nicht wirklich, was dahinter kommt. Es ist beinahe so wie am Meer, wenn man an der Küste steht und auf das offene Meer schaut. In mir entsteht da immer das Gefühl des Fernwehs und der Neugier. Die Neugier, die unbekannte Weite zu erforschen. Das Universum können wir ja bis heute nur mit unseren Teleskopen näher erforschen und was sich da unserem Blick öffnet sind fremde Welten. Und die Entfernungen, die wie durchblicken sind unvorstellbar groß. Und doch können wir uns die Objekte ganz nah heran holen und atemberaubende Bilder betrachten. Da gibt es immer etwas neues zu entdecken, auch wenn man nur mit einem kleinen Fernglas schaut. Absolut spannend.

Fremde Welten

Wenn ich Sterne oder Sternhaufen, aber auch Planeten im Teleskop betrachte, frage ich mich immer, wie es dort wohl aussehen mag. Vor allem bei Sternen lasse ich dann meine Fantasie schweifen und stelle mir vor, dass der Stern von Planeten, von fremden Welten umrundet wird. Was können das für Planeten sein? Gibt es da vielleicht auch einen der Erde ähnlichen Planeten? Da träume ich dann auch gerne davon, wie es wohl sein könnte dort hin zu fliegen und diese Welten mit eigenen Augen zu betrachten.

Neues Leben

Für mich ist die Frage nach dem Leben auf anderen Planeten bei anderen Sternen ein der faszinierendsten Fragen der Weltraumforschung und wohl der bedeutendste Grund warum ich mich mit Astronomie beschäftige. Schon als Jugendlicher habe ich mir versucht vorzustellen ab es dort oben, bei den Sternen die sich in meinem Teleskop zeigten bewohnte Planeten gibt. In meinen Gedanken malte ich mir aus, wie dieses Leben dort wohl aussehen mag und das es dort wohl auch fortgeschrittene Zivilisation geben könnte. Ja vielleicht schaut gerade im selben Augenblick irgendwo in den Weiten unserer Milchstraße ein intelligentes Wesen in den Nachthimmel über seinen Planeten und stellt sich die gleichen Fragen. Ein Gedanke der mich auch heute noch fasziniert.

Demut

Man kann bei den Milliarden von Welten, den gewaltigen Tausende von Millionen von Lichtjahren schon ein wenig mulmig werden. Schließlich offenbart sich hier ja, wei klein unsere eigene Welt und wie unbedeutend wir selber sind. Diese gewaltige kosmischen Dimensionen lassen mich demütig. Sie zeigen mir aber auch auf welche einer schönen Welt wir leben, die uns die Möglichkeit gibt die Wunder des Universums zu entdecken. Im Vergleich mit anderen Welten, den anderen Planeten im Sonnensystem wird mir immer bei der Beobachtung des nächtlichen Sternenhimmels bewußt, dass die Erde der schönste Planet im Sonnensystem ist.

Raumschiff Erde

Ich weiss nicht ob es dem Menschen in naher oder ferne Zukunft gelingen wird die Fesseln der Erde zu sprengen und eines Tages zu den Planeten unseres Sonnensystems fliegen wird oder sogar in den interstellaren Raum vordringen kann. Ich werde das vielleicht nicht mehr erleben. Da ist das Wissen tröstend, dass der Planet Erde, unsere kosmische Heimat wie ein Raumschiff für uns ist. Langsam durchquert sie mit uns die unbegreifliche Leere des Raums. Gemeinsam mit der Sonne und alle den anderen Objekten unseres Sonnensystems durchdringt sie die Weiten unsere Milchstraße und bringt uns in Bereiche des Universums, wo noch niemand gewesen ist.

Himmelsbeobachtung mit Teleskop.

Old Rocketman

logo_rocketman_starback

Astronomie, Raumfahrt und Science Fiction gehören doch irgendwie zusammen. Science Fiction Autoren lassen sich von der Sternenwelt und der Raumfahrt inspirieren. Astronomen suchen nach Ausseriridischen, deren Existenz in der SF keine Frage mehr ist und Raumfahrtingenieure schauen sich neue Antriebstechnologien und mehr bei der Science Fiction ab. Wer sich mit Astronomie befasst ist doch auch irgendwie von der Raumfahrt und der Science Fiction begeistert und Science Fiction Fans sind fasziniert von der Weltraumforschung und der Weltraumfahrt.

Die Fans, aber auch die Macher dieser Themengebiete laden der Science Fiction Club Deutschland e.V. und die SF Szene Rhein-Main zu einem besonderen Event ein. Am Samstag, den 27. August 2011 ab 11 Uhr verwandeln sie den Ernst-Ludwig-Saal in Darmstadt Eberstadt in die bei den SF-Fans bekannte fiktive Weltraumbar Old Rocketman. Science Fiction trifft Astronomie und Weltraumfahrt und es kann nach herzenslust gefachsimpelt und geklönt werden. Die Veranstalter haben eine umfangreiche Ausstellung in der sich SF-Clubs, aber auch Astro-Vereine und die Europäische Raumfahrtagentur ESA präsentieren organisiert, die von einem abwechslungsreichen und interessanten Vortragsprogramm begleitet wird. Passend zum speziellen futuristischen Ambiente der Veranstaltung werden viele Fans gewandet erscheinen und sich gerne von den Besuchern fotografieren lassen.
Unter den Ausstellern ist auch die Deutsche Gesellschaft für Schulastronomie und die Astronomieschule Oliver Debus mit dem Mondbasis Luna Weltraummuseum. Wir laden zu kleinen Experimenten ein, zeigen Modelle aus der Geschichte der Raumfahrt, stellen den Wettbewerb Space Trophy 2012 vor und lassen einen Marsrover in einem kleinen Testgelände fahren.
Verpassen Sie nicht dieses ganz besondere Event und lassen Sie sich von der besonderen Atmosphäre fremder, unbekannter Welten verzaubern.
Flyer
mehr Infos: Old Rocketman
Promo-Videos
Lange Nacht der Raumfahrt
ESOC-Video
Kurztrailer Jürgen Lautner

Sind wir allein

Sind wir allein? von Oliver Debus
Gibt es Leben auf anderen Planeten? Können wir andere Lebensformen und Zivilisationen entdecken? Gibt es eine zweite Erde bei anderen Sternen?
Bislang war man bei der Beantwortung dieser Fragen auf Vermutungen und Spekulationen angewiesen, die mehr wie Science Fiction und weniger nach wissenschaftlicher Forschung klangen. So schien der Nachweis von Planeten bei anderen Sternen lange Zeit als ein Hirngespinst. Doch seit Anfang der 1990.er Jahre hat man erste Planeten bei anderen Sternen. Diese waren zumeist Gasriesen, größer als unser Jupiter und die Sterne waren Anfangs Pulsare, also Sterne, die ihr Leben längst beendet hatten und nur noch schnell rotierende Sternleichen waren.
Noch vor 1995 hätte es niemand für wahrscheinlich gehalten, dass es Astronomen keine 20 Jahre später es schaffen würden einen erdähnlichen, möglicherweise bewohnbaren Planeten bei einem anderen sonnenähnlichen Stern zu entdecken. Ob ein Planet bewohnbar ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die wichtigsten davon sind eine Atmosphäre und das Vorhandensein von flüssigem Wasser.
Bereits 2005 entdeckten wurde bei dem roten Zwergstern Gliese 876 im Sternbild Wassermann ein Planet entdeckt, der als erdähnlicher oder terrestrischer Planet angesehen wird. Seine Masse beträgt fast 6 Erdmassen und sein Radius beträgt etwa 10.000 km (Radius der Erde: ~6370 km).
2007 gelang dann die Entdeckung eines terrestrischen Planeten bei dem, etwa 20 Lichtjahre entfernten roten Zwergstern Gliese 581 im Sternbild Waage. Dieser Planet hat knapp 5 fache Erdmasse und besitzt einen Radius von etwa 9.500 km. Neben zwei Gasriesen war dieser Planet der dritte bei Gliese 581 bekannte Planet. In den letzten Jahren kamen drei weitere terrestrische Planeten hinzu.
Der letzte mit Namen Gliese 581g wurde in den vergangenen Monaten von Astronomen der Universität von Kalifornien (UC) Santa Cruz, und des Carnegie Institut von Washington entdeckt. Dieser Entdeckung ging eine über zehnjährige Beobachtungskampagne mit dem Keck Observatorium auf Hawaii voraus.
Dieser Planet umläuft seinen Stern wohl in einer ganz besonderen Zone, die Astronomen als habitable oder bewohnbare Zone bezeichnen. Der Temperaturbereich in dieser Zone lässt Wasser in flüssiger Form zu und ermöglicht so die Entstehung und Entwicklung von Leben. Als terrestrischer Planet wird von Astronomen ein Gesteinplanet bezeichnet, der in etwa die Größe und Masse der Erde hat. Das bedeutet noch nicht, dass der Planet bewohnbar oder bewohnt ist.
Der nun entdeckte Planet Gliese 581g (seine Entdeckung wurde im September 2010 bekannt gegeben) hat eine geschätzte Masse von 3,1 bis 4,3 Erdmassen und einen Radius von ca. 1,3 – 1,5 Erdradien. Auf seiner Oberfläche würde demnach eine Schwerebeschleunigung von etwa dem 1,1 – 1,7 fachen der Erdbeschleunigung herrschen. Demnach handelt es sich um einen Gesteinsplaneten mit einer festen Oberfläche und ausreichend Schwerkraft um eine Atmosphäre zu halten.
Der Planet umkreist den Stern Gliese 581 in einer Entfernung von etwa 0,146 Astronomische Einheiten oder ca. 21,8 Millionen Kilometern und braucht etwa 36,6 Tage für einen Umlauf. Auf Grund des Sterntyps von Gliese 581, Spektralklasse M5V und seiner Oberflächentemperatur von etwa 3200°C schätz man die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf der Planetenoberfläche von Gliese 581g auf ca. -45°C. Damit, so die Einschätzung der Astronomen liegt der Planet mitten in der habitablen Zone von Gliese 581 und könnte flüssiges Wasser aufweisen.
Derzeit ist noch unklar, ob der Planet eine Atmosphäre hat oder nicht. Dann könnte es durchaus Leben in der uns bekannten Form auf dem Planeten geben.
Allerdings hat der Planet ähnlich wie unser Erdmond eine gebundene Rotation, d.h. seine Rotationszeit und seine Umlaufzeit sind gleich und dies bedeutet, dass der Planet dem Stern immer die gleiche Seite zuwendet. Eine Planetenseite liegt also immer im Sonnenlicht, die andere immer in Dunkelheit. In der Dämmerungszone würden so, bei vorhandener Atmosphäre gewaltige Stürme toben.
Die weitere Forschung wird zeigen, in wie weit auf Gliese 581g wirklich Leben entstanden ist. Mit den Satellitenmissionen wie Kepler, CoRot und Gaia, wird die Zahl der möglichen Planeten in nächster Zeit wohl auf einige tausend steigen. Darunter werden dann auch viele erdähnliche Planeten sein, die innerhalb der habitablen Zone um ihren Stern diesen umkreisen. Vielleicht gelingt es uns in den nächsten Jahren der Nachweis von Leben auf anderen Planeten. Es bleibt spannend.
Lesetipp: Astrodictium simplex hier können Sie mehr zum Thema extrasolare, habitable Planeten lesen.