Old Rocketman

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Astronomie, Raumfahrt und Science Fiction gehören doch irgendwie zusammen. Science Fiction Autoren lassen sich von der Sternenwelt und der Raumfahrt inspirieren. Astronomen suchen nach Ausseriridischen, deren Existenz in der SF keine Frage mehr ist und Raumfahrtingenieure schauen sich neue Antriebstechnologien und mehr bei der Science Fiction ab. Wer sich mit Astronomie befasst ist doch auch irgendwie von der Raumfahrt und der Science Fiction begeistert und Science Fiction Fans sind fasziniert von der Weltraumforschung und der Weltraumfahrt.

Die Fans, aber auch die Macher dieser Themengebiete laden der Science Fiction Club Deutschland e.V. und die SF Szene Rhein-Main zu einem besonderen Event ein. Am Samstag, den 27. August 2011 ab 11 Uhr verwandeln sie den Ernst-Ludwig-Saal in Darmstadt Eberstadt in die bei den SF-Fans bekannte fiktive Weltraumbar Old Rocketman. Science Fiction trifft Astronomie und Weltraumfahrt und es kann nach herzenslust gefachsimpelt und geklönt werden. Die Veranstalter haben eine umfangreiche Ausstellung in der sich SF-Clubs, aber auch Astro-Vereine und die Europäische Raumfahrtagentur ESA präsentieren organisiert, die von einem abwechslungsreichen und interessanten Vortragsprogramm begleitet wird. Passend zum speziellen futuristischen Ambiente der Veranstaltung werden viele Fans gewandet erscheinen und sich gerne von den Besuchern fotografieren lassen.
Unter den Ausstellern ist auch die Deutsche Gesellschaft für Schulastronomie und die Astronomieschule Oliver Debus mit dem Mondbasis Luna Weltraummuseum. Wir laden zu kleinen Experimenten ein, zeigen Modelle aus der Geschichte der Raumfahrt, stellen den Wettbewerb Space Trophy 2012 vor und lassen einen Marsrover in einem kleinen Testgelände fahren.
Verpassen Sie nicht dieses ganz besondere Event und lassen Sie sich von der besonderen Atmosphäre fremder, unbekannter Welten verzaubern.
Flyer
mehr Infos: Old Rocketman
Promo-Videos
Lange Nacht der Raumfahrt
ESOC-Video
Kurztrailer Jürgen Lautner

Herzbergturmfest

100 Jahre Herzbergturm. Mit Sonnenbeobachtung der VHS und AG Orion.

Bad Homburg feiert 100 Jahre Herzbergturm
von Oliver Debus

Vor 100 Jahren wurde auf dem Herzberg, dem Bad Homburger Hausberg feierlich der steinerne Aussichtsturm eingeweiht. Der Homburger Architekt Louis Jacobi und sein Mitarbeiter Heinrich Föller entwarfen den Herzbergturm, der einem römischen Wachturm des nahen Limes nach empfunden ist. In Auftrag gegeben wurde der Turm von Kaiser Wilhelm II, der auch einen Großteil der Baukosten bezahlte.
In die Jahre gekommen, wurde der Turm 2007 und 2008 aufwendig instandgesetzt. Seit 2009 haben die Volkshochschule Bad Homburg gemeinsam mit der Astronomischen Gesellschaft Orion Bad Homburg einen Raum im Herzbergturm, der gelegentlich für Beobachtungen genutzt wird. Seit dieser Zeit ist der Turm immer wieder Ziel von Planetenwanderungen oder Sternwanderungen, die von dem Römerkastell Saalburg starten.

Am 31. Juli lädt die Stadt Bad Homburg zum Herzbergturmfest auf den Herzberg ein. Gefeiert wird das hundertjährige Bestehen des beliebten Aussichtsturm mit vielen Aktivitäten, Ausstellungen, Musik und vieles mehr.
Mit von der Partie ist auch die Volkshochschule Bad Homburg und die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg. Von dem Herzbergplateau wird zur Sonnenbeobachtung eingeladen. Kinder können an einem Astronomie-Quiz mit tollen Preisen teilnehmen.
Los gehts um 11 Uhr auf dem Herzberg. Wanderer können bereits um 9:30 Uhr an einer ortsgeschichtlichen Wanderung des Stadtarchivs Bad Homburg zum Herzberg teilnehmen. Andreas Mengel führt in die „Geschichte am Wegesrand“ ein und erzählt die Geschichte des Herzbergturm, des Limes und was es noch so an historisch Interessanten am Wegesrand zu bestaunen gibt.
Mehr Infos: Herzbergturmfest, Wanderung Geschichte am Wegesrand

Sind wir allein

Sind wir allein? von Oliver Debus
Gibt es Leben auf anderen Planeten? Können wir andere Lebensformen und Zivilisationen entdecken? Gibt es eine zweite Erde bei anderen Sternen?
Bislang war man bei der Beantwortung dieser Fragen auf Vermutungen und Spekulationen angewiesen, die mehr wie Science Fiction und weniger nach wissenschaftlicher Forschung klangen. So schien der Nachweis von Planeten bei anderen Sternen lange Zeit als ein Hirngespinst. Doch seit Anfang der 1990.er Jahre hat man erste Planeten bei anderen Sternen. Diese waren zumeist Gasriesen, größer als unser Jupiter und die Sterne waren Anfangs Pulsare, also Sterne, die ihr Leben längst beendet hatten und nur noch schnell rotierende Sternleichen waren.
Noch vor 1995 hätte es niemand für wahrscheinlich gehalten, dass es Astronomen keine 20 Jahre später es schaffen würden einen erdähnlichen, möglicherweise bewohnbaren Planeten bei einem anderen sonnenähnlichen Stern zu entdecken. Ob ein Planet bewohnbar ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die wichtigsten davon sind eine Atmosphäre und das Vorhandensein von flüssigem Wasser.
Bereits 2005 entdeckten wurde bei dem roten Zwergstern Gliese 876 im Sternbild Wassermann ein Planet entdeckt, der als erdähnlicher oder terrestrischer Planet angesehen wird. Seine Masse beträgt fast 6 Erdmassen und sein Radius beträgt etwa 10.000 km (Radius der Erde: ~6370 km).
2007 gelang dann die Entdeckung eines terrestrischen Planeten bei dem, etwa 20 Lichtjahre entfernten roten Zwergstern Gliese 581 im Sternbild Waage. Dieser Planet hat knapp 5 fache Erdmasse und besitzt einen Radius von etwa 9.500 km. Neben zwei Gasriesen war dieser Planet der dritte bei Gliese 581 bekannte Planet. In den letzten Jahren kamen drei weitere terrestrische Planeten hinzu.
Der letzte mit Namen Gliese 581g wurde in den vergangenen Monaten von Astronomen der Universität von Kalifornien (UC) Santa Cruz, und des Carnegie Institut von Washington entdeckt. Dieser Entdeckung ging eine über zehnjährige Beobachtungskampagne mit dem Keck Observatorium auf Hawaii voraus.
Dieser Planet umläuft seinen Stern wohl in einer ganz besonderen Zone, die Astronomen als habitable oder bewohnbare Zone bezeichnen. Der Temperaturbereich in dieser Zone lässt Wasser in flüssiger Form zu und ermöglicht so die Entstehung und Entwicklung von Leben. Als terrestrischer Planet wird von Astronomen ein Gesteinplanet bezeichnet, der in etwa die Größe und Masse der Erde hat. Das bedeutet noch nicht, dass der Planet bewohnbar oder bewohnt ist.
Der nun entdeckte Planet Gliese 581g (seine Entdeckung wurde im September 2010 bekannt gegeben) hat eine geschätzte Masse von 3,1 bis 4,3 Erdmassen und einen Radius von ca. 1,3 – 1,5 Erdradien. Auf seiner Oberfläche würde demnach eine Schwerebeschleunigung von etwa dem 1,1 – 1,7 fachen der Erdbeschleunigung herrschen. Demnach handelt es sich um einen Gesteinsplaneten mit einer festen Oberfläche und ausreichend Schwerkraft um eine Atmosphäre zu halten.
Der Planet umkreist den Stern Gliese 581 in einer Entfernung von etwa 0,146 Astronomische Einheiten oder ca. 21,8 Millionen Kilometern und braucht etwa 36,6 Tage für einen Umlauf. Auf Grund des Sterntyps von Gliese 581, Spektralklasse M5V und seiner Oberflächentemperatur von etwa 3200°C schätz man die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf der Planetenoberfläche von Gliese 581g auf ca. -45°C. Damit, so die Einschätzung der Astronomen liegt der Planet mitten in der habitablen Zone von Gliese 581 und könnte flüssiges Wasser aufweisen.
Derzeit ist noch unklar, ob der Planet eine Atmosphäre hat oder nicht. Dann könnte es durchaus Leben in der uns bekannten Form auf dem Planeten geben.
Allerdings hat der Planet ähnlich wie unser Erdmond eine gebundene Rotation, d.h. seine Rotationszeit und seine Umlaufzeit sind gleich und dies bedeutet, dass der Planet dem Stern immer die gleiche Seite zuwendet. Eine Planetenseite liegt also immer im Sonnenlicht, die andere immer in Dunkelheit. In der Dämmerungszone würden so, bei vorhandener Atmosphäre gewaltige Stürme toben.
Die weitere Forschung wird zeigen, in wie weit auf Gliese 581g wirklich Leben entstanden ist. Mit den Satellitenmissionen wie Kepler, CoRot und Gaia, wird die Zahl der möglichen Planeten in nächster Zeit wohl auf einige tausend steigen. Darunter werden dann auch viele erdähnliche Planeten sein, die innerhalb der habitablen Zone um ihren Stern diesen umkreisen. Vielleicht gelingt es uns in den nächsten Jahren der Nachweis von Leben auf anderen Planeten. Es bleibt spannend.
Lesetipp: Astrodictium simplex hier können Sie mehr zum Thema extrasolare, habitable Planeten lesen.