Einführung in die Astronomie

Die Volkshochschule Bad Homburg lädt wieder zu einem Astronomiekurs für Einsteiger ein. Ab Donnerstag, den 27. Oktober wird Kursleiter Oliver Debus die Teilnehmer zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Sterne, Planeten und Galaxien mitnehmen. An vier Abenden wird das Sonnensystem, der nähere interstellare Raum, unsere Milchstraße und das weitere Universum erkundet und erklärt. Der Umgang mit drehbarer Sternkarte und Tipps zur eigenen Beobachtung gibt es ebenfalls. Der Kurs startet am Donnerstag, 27. Oktober 2011 um 19:30 Uhr (bis 21 Uhr) und findet in der Volkshochschule, Elisabethenstraße 4-8, 61348 Bad Homburg statt.

Anmeldungen nimmt die VHS entgegen, dort gibt es weitere Informationen zu dem Kurs.

Space Trophy 2012

Robotfahrzeuge erforschen das Sonnensystem

Seit den 1960’er Jahren senden Weltraumforscher unbemannte Raumsonden zu den Himmelskörpern unseres Sonnensystems. Mit Hilfe dieser Sonden, die bislang alle Planeten, einige Asteroiden und Kometen erreicht haben, hat sich unser Wissen über unsere kosmische Heimat stark erweitert. Dabei wurden ganz unterschiedliche Raumsonden verwendet. Da gab es die Pioneer oder Voyager-Sonden, die an verschiedenen Planeten vorbei geflogen sind. Es gab Raumsonden, die in eine Umlaufbahn um einen Planeten eingeschwenkt sind, wie Galileo, Cassini, Magellan oder die Mars Express Sonde. Es wurden sogar Raumsonden erfolgreich auf Planeten gelandet, wie die russischen Venerasonden auf der Venus oder die Vikingsonden auf dem Mars. Mit den auf den Planeten gelandeten Sonden konnte man die Planetenoberfläche und die Atmosphäre der Planeten im Bereich der Landestelle untersuchen. So groß der Erfolg vor allem der beiden Viking-Lander auch war, sie konnten nur Stichproben machen, deren Aussagekraft nur gering war. Welche Möglichkeiten mobile Forschungsgeräte boten, zeigten die Apollo Mondlandungen. Mit dem Moonrover konnten die Apollo-Astronauten ab Apollo 15 ihr Einsatzgebiet erheblich erweitern und so auch Proben von weiter entfernten Stellen suchen und sammeln.

Mondrover Lunochod 1
Mondrover Lunochod 1

Der Einsatz von unbemannten Robotfahrzeugen auf anderen Himmelskörpern könnte die Möglichkeiten der Forschungsgeräte erheblich erweitern. Und dass es möglich ist ferngesteuerte Fahrzeuge einzusetzen, zeigten die sowjetischen Lunochod Rover auf dem Mond. Die beiden gut 2 Meter langen und 1,35 Meter hohen Rover waren mit zwei Kameras für Stereobilder und einer Kamera für Panoramaaufnahmen ausgestattet. Das wichtigste wissenschaftliche Instrument war ein Röntgenfluoreszenzspektrometer, mit dem der Mondboden untersucht werden konnte. Die Ernergieversorgung geschah über Solarzellen. Lunochod 1 wurde am 10. November 1970 zum Mond gestartet und landete am 17. November 1970 im Mare Imbrium. Die Missionsdauer war für drei Monate angesetzt, allerdings funktionierte der Rover 11 Monate. In dieser Zeit legte er eine Strecke von gut 10,5 km zurück, analysierte die physikalischen Eigenschaften des Mondbodens an 500 Stellen und die chemischen Eigenschaften des Bodens an 25 Orten.

Lunochod 2, ein verbessertes Modell, wurde am 8. Januar 1973 gestartet und landete am 16. Januar 1973 im Le Monnier-Krater im Mare Serenitatis. Anders als sein Vorgänger funktionierte Lunochod 2 allerdings nur 5 Monate lang. Gut 80.000 Fernsehbilder, 86 Panoramaaufnahmen, zahlreiche Analysen und eine Strecke von gut 37 km ist die Bilanz des Rovers.

Beide Rover wurden von 5 Technikern direkt von der Erde gesteuert, ein Kommandant, ein Fahrer, ein Betriebsingenieur, ein Navigator und ein Funker bildeten die Steuermannschaft. Zwar beträgt die Signallaufzeit von der Erde zum Mond nur gut 1,3 Sekunden, doch mußte dies der Kommandant immer berücksichtigen. Bis die Mannschaft die Reaktion auf ein gesendeten Befehl zurück bekamen vergingen immerhin fast 3 Sekunden.

Was auf dem Mond so einfach erscheint, erweist sich auf dem Mars als viel schwieriger. Denn der Mars ist immerhin schon so weit entfernt, dass ein Funksignal zwischen Erde und Mars mindestens 4 Minuten unterwegs ist, wenn uns der Mars während seinem Umlauf um die Sonne besonders nahe kommt. Ist er von der Erde am weitesten entfernt, braucht ein Signal gut 20 Minuten. In dieser Zeit kann jede Menge passieren, eine direkte Steuerung wie auf dem Mond ist daher ausgeschloßen. Kein Wunder also, dass die NASA erst am 4. Juli 1997 schaffte einen kleinen Marsrover auf dem roten Planeten zu landen. Im Ares Vallis, am Beginn der großen Senke Chryse Planitia landete die Pathfinder Sonde, mit dem kleinen Rover Sojourner an Bord. Sojourner war ein Testfahrzeug, mit dem die Forscher ein mobiles Marsfahrzeug ausprobierten. Er wurde direkt von der Erde gesteuert, hatte aber einen geringen Aktionsradius von gerade mal 5m. Er blieb immer in unmittelbarer Nähe des Landefahrzeugs, so dass die Marsforscher den kleinen Rover im Blick hatten. Das die direkte Steuerung Probleme bereitet, hat man bei dem Unfall mit dem Felsen Yogi gesehen. Eigentlich sollte der Rover an den Fels heranfahren und ihn untersuchen. Was aber die Forscher nicht wußten und auch nicht sehen konnten, war ein kleiner Felsvorsprung, der dem Rover fast zum Verhängnis wurde. Er blieb an dem Vorsprung hängen, da im Kontrollzentrum kein Kontaktsignal ankam, versuchte man den Rover näher an den Felsen heranzufahren, was aber nicht gelang. Der Rover folgte dem Befehl und versuchte über den Felsen zu fahren. Als die Techniker das Problem erkannten setzten sie den Rover zurück. Bis zum 25. September 1997 erforschte der kleine Rover Sojourner ausgewählte Gesteine in der Nähe des Pathfinder-Landegeräts, bevor die Mission beendet wurde.

Seit der Landung von Pathfinder und Sojourner vergingen über 6 Jahre, bis mit den Mars Exploration Rovers Spirit und Opportunity zwei weiterentwickelte Fahrzeuge auf dem Mars landeten. Während Spirit bereits am 4. Januar 2004 im Gusev Krater landete, erreichte Opportunity am 25. Januar 2004 sein Ziel in der Tiefebene Meridiani Planum. Beide Rover bewegen sich autonom auf dem Mars, d.h. die Forscher bestimmen lediglich das Ziel dass der Rover anfahren soll. Ansonsten greifen sie nur im Notfall in den Fahrbetrieb ein.

Die Marsrover MER, Sojourner und Curiosity im Größenvergleich.

Die geplante Missionsdauer der Rover lag bei 90 Tagen, wurde aber bei weitem übertroffen. Während Spirit im März 2010 seine letzten Signale sendete und die NASA im Mai 2011 offiziell das Ende der Spirit-Mission bekannt gab, geht die Mission des MER Opportunity weiter. Die zurück gelegten Strecken von knapp 8 km für Spirit und über 33 km für Opportunity klingen zwar sehr bescheiden, sind aber doch beachtlich im Vergleich zu Sojourner. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Rover sich ihren Weg selber suchen mußten. Die Rover haben bisher ein unglaubliches Potential an wissenschaftlicher Forschung abgearbeitet und erstaunliche Entdeckungen gemacht. Ihre Kameras zeigten fantastische Aufnahmen vom Mars, vor allem die räumlichen Bilder sind atemberaubend. Kein Wunder also, dass bereits weitere Missionen geplant sind. Die NASA will mit der Mars Science Laboratory Mission den Rover Curiosity zwischen dem 25. November und dem 18. Dezember 2011 auf die Reise zum Mars schicken. Der ExoMars Rover der ESA wird wohl frühestens Anfang 2016 gestartet werden können.

Für Schülerinnen und Schüler, die sich den Herausforderungen beim Bau eines Marsrovers stellen wollen hat die Deutsche Gesellschaft für Schulastronomie DGSA den Wettbewerb Space Trophy 2012 ausgelobt. Während Grundschüler nur ein Modell eines Rovers bauen sollen, sind Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen aufgefordert einen Marsrover bauen und zu programmieren, so dass er autonom ein Testgelände bewältigen kann. Die Prämierung der Wettbewerbseinsendungen wird auf den Bergsträsser Weltraumtagen 2012 im Herbst 2012 stattfinden. Neben dem Space-Trophy gibt es tolle Sachpreise zu gewinnen. Mehr Infos zum Wettbewerb und der Anmeldung findet man auf der Webseite space-trophy.de.

 

Faszination der Astronomie

Was ist eigentlich so faszinierend an der Sternenkunde?

Diese Frage bekomme ich immer wieder gestellt, sei es von Kindern, von Erwachsenen oder von Vertretern der Presse. Und so einfach zu beantworten, das merke ich immer dann ist die Frage nicht wirklich. Es gibt so viele Gründe für die Faszination der Beschäftigung mit dem Universum das man sehr lange bräuchte um sie auf zu zählen und jeder Sternfreund, Amateurastronom oder Astronom hat wohl seine ganz Persönlichen.

Und da ich die Frage nicht allgemeingültig beantworten kann, will ich hier nun mal meine eigenen Gründe angeben, warum mich der Weltraum so fesselt.

Unendliche Weiten

Der Weltraum, unendliche Weiten… wer kennt sie nicht, die ersten Worte des Intros zu jeder Episode von Raumschiff Enterprise, das fremde, neue Welten erforscht und nach neuen Lebensformen und Zivilisationen sucht. Diese Gedanken sind schon faszinierend, wenn man in einer dunklen, klaren Nacht im Freien steht und die glitzernden, funkelnden Sterne betrachtet. Da ist kein Ende zu sehen und man weiss nicht wirklich, was dahinter kommt. Es ist beinahe so wie am Meer, wenn man an der Küste steht und auf das offene Meer schaut. In mir entsteht da immer das Gefühl des Fernwehs und der Neugier. Die Neugier, die unbekannte Weite zu erforschen. Das Universum können wir ja bis heute nur mit unseren Teleskopen näher erforschen und was sich da unserem Blick öffnet sind fremde Welten. Und die Entfernungen, die wie durchblicken sind unvorstellbar groß. Und doch können wir uns die Objekte ganz nah heran holen und atemberaubende Bilder betrachten. Da gibt es immer etwas neues zu entdecken, auch wenn man nur mit einem kleinen Fernglas schaut. Absolut spannend.

Fremde Welten

Wenn ich Sterne oder Sternhaufen, aber auch Planeten im Teleskop betrachte, frage ich mich immer, wie es dort wohl aussehen mag. Vor allem bei Sternen lasse ich dann meine Fantasie schweifen und stelle mir vor, dass der Stern von Planeten, von fremden Welten umrundet wird. Was können das für Planeten sein? Gibt es da vielleicht auch einen der Erde ähnlichen Planeten? Da träume ich dann auch gerne davon, wie es wohl sein könnte dort hin zu fliegen und diese Welten mit eigenen Augen zu betrachten.

Neues Leben

Für mich ist die Frage nach dem Leben auf anderen Planeten bei anderen Sternen ein der faszinierendsten Fragen der Weltraumforschung und wohl der bedeutendste Grund warum ich mich mit Astronomie beschäftige. Schon als Jugendlicher habe ich mir versucht vorzustellen ab es dort oben, bei den Sternen die sich in meinem Teleskop zeigten bewohnte Planeten gibt. In meinen Gedanken malte ich mir aus, wie dieses Leben dort wohl aussehen mag und das es dort wohl auch fortgeschrittene Zivilisation geben könnte. Ja vielleicht schaut gerade im selben Augenblick irgendwo in den Weiten unserer Milchstraße ein intelligentes Wesen in den Nachthimmel über seinen Planeten und stellt sich die gleichen Fragen. Ein Gedanke der mich auch heute noch fasziniert.

Demut

Man kann bei den Milliarden von Welten, den gewaltigen Tausende von Millionen von Lichtjahren schon ein wenig mulmig werden. Schließlich offenbart sich hier ja, wei klein unsere eigene Welt und wie unbedeutend wir selber sind. Diese gewaltige kosmischen Dimensionen lassen mich demütig. Sie zeigen mir aber auch auf welche einer schönen Welt wir leben, die uns die Möglichkeit gibt die Wunder des Universums zu entdecken. Im Vergleich mit anderen Welten, den anderen Planeten im Sonnensystem wird mir immer bei der Beobachtung des nächtlichen Sternenhimmels bewußt, dass die Erde der schönste Planet im Sonnensystem ist.

Raumschiff Erde

Ich weiss nicht ob es dem Menschen in naher oder ferne Zukunft gelingen wird die Fesseln der Erde zu sprengen und eines Tages zu den Planeten unseres Sonnensystems fliegen wird oder sogar in den interstellaren Raum vordringen kann. Ich werde das vielleicht nicht mehr erleben. Da ist das Wissen tröstend, dass der Planet Erde, unsere kosmische Heimat wie ein Raumschiff für uns ist. Langsam durchquert sie mit uns die unbegreifliche Leere des Raums. Gemeinsam mit der Sonne und alle den anderen Objekten unseres Sonnensystems durchdringt sie die Weiten unsere Milchstraße und bringt uns in Bereiche des Universums, wo noch niemand gewesen ist.

Himmelsbeobachtung mit Teleskop.

Sternschnuppen schauen

Jetzt sind sie in den lauen Sommernächten wieder zu sehen, Sternschnuppen. Faszinierend sind sie anzusehen, wenn sie als lange leuchtende Spur am Himmel erscheinen. Der Sternschnuppenstrom der Perseiden ist bereits seit Mitte Juli aktiv und erreicht sein Maximum am 13. August. Hervorgerufen werden sie durch den Kometen 109P/Swift-Tuttle, der bei jedem Umlauf um die Sonne etwas Material verliert. Jetzt durchläuft die Erde die Bahn des Kometen und sammelt die Gesteinbrocken auf, die dann in der Erdatmosphäre aufglühen. Etwa bis zu 100 Sternschnuppen können pro Stunde in der Nacht beobachtet werden.
Die Astronomieschule Oliver Debus lädt für den Samstag, 13.08.2011 ab 21:30 Uhr zu einer Beobachtung der Sternschnuppen und des Sternhimmels in das Kirdorfer Feld ein. Neben den Perseiden sollen noch die Planeten Saturn und Jupiter und der Mond und weitere Objekte im Teleskop betrachtet werden. Die Teilnehmer sollten wenn möglich ein Fernglas und eine Sitzgelegenheit oder Decke mitbringen um möglichst bequem die Sternschnuppen zu betrachten. Während der Beobachtung erfahren die Teilnehmer einiges Wissenswertes über Sternschnuppen, deren Entstehung und Beobachtung.
Die Beobachtung findet bei schönem Wetter am Samstag, 13.08.2011 ab 21:30 Uhr im Kirdorfer Feld, Feldweg gegenüber dem Sportzentrum Nordwest, Usinger Weg und Fichtenhof (dort auch Parkmöglichkeiten) in 61350 Bad Homburg statt.
Die Teilnahme an der Beobachtung kostet 6 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder.

Anmeldungen zu dieser Veranstaltungen nimmt die Astronomieschule unter Mobil 0170-1687968 oder E-Mail: info(at)astronomieschule.de entgegen.

Beobachtungsplatz im Kirdorfer Feld.
Beobachtungsplatz im Kirdorfer Feld.

beobachtungsplatzg

Old Rocketman

logo_rocketman_starback

Astronomie, Raumfahrt und Science Fiction gehören doch irgendwie zusammen. Science Fiction Autoren lassen sich von der Sternenwelt und der Raumfahrt inspirieren. Astronomen suchen nach Ausseriridischen, deren Existenz in der SF keine Frage mehr ist und Raumfahrtingenieure schauen sich neue Antriebstechnologien und mehr bei der Science Fiction ab. Wer sich mit Astronomie befasst ist doch auch irgendwie von der Raumfahrt und der Science Fiction begeistert und Science Fiction Fans sind fasziniert von der Weltraumforschung und der Weltraumfahrt.

Die Fans, aber auch die Macher dieser Themengebiete laden der Science Fiction Club Deutschland e.V. und die SF Szene Rhein-Main zu einem besonderen Event ein. Am Samstag, den 27. August 2011 ab 11 Uhr verwandeln sie den Ernst-Ludwig-Saal in Darmstadt Eberstadt in die bei den SF-Fans bekannte fiktive Weltraumbar Old Rocketman. Science Fiction trifft Astronomie und Weltraumfahrt und es kann nach herzenslust gefachsimpelt und geklönt werden. Die Veranstalter haben eine umfangreiche Ausstellung in der sich SF-Clubs, aber auch Astro-Vereine und die Europäische Raumfahrtagentur ESA präsentieren organisiert, die von einem abwechslungsreichen und interessanten Vortragsprogramm begleitet wird. Passend zum speziellen futuristischen Ambiente der Veranstaltung werden viele Fans gewandet erscheinen und sich gerne von den Besuchern fotografieren lassen.
Unter den Ausstellern ist auch die Deutsche Gesellschaft für Schulastronomie und die Astronomieschule Oliver Debus mit dem Mondbasis Luna Weltraummuseum. Wir laden zu kleinen Experimenten ein, zeigen Modelle aus der Geschichte der Raumfahrt, stellen den Wettbewerb Space Trophy 2012 vor und lassen einen Marsrover in einem kleinen Testgelände fahren.
Verpassen Sie nicht dieses ganz besondere Event und lassen Sie sich von der besonderen Atmosphäre fremder, unbekannter Welten verzaubern.
Flyer
mehr Infos: Old Rocketman
Promo-Videos
Lange Nacht der Raumfahrt
ESOC-Video
Kurztrailer Jürgen Lautner

Herzbergturmfest

100 Jahre Herzbergturm. Mit Sonnenbeobachtung der VHS und AG Orion.

Bad Homburg feiert 100 Jahre Herzbergturm
von Oliver Debus

Vor 100 Jahren wurde auf dem Herzberg, dem Bad Homburger Hausberg feierlich der steinerne Aussichtsturm eingeweiht. Der Homburger Architekt Louis Jacobi und sein Mitarbeiter Heinrich Föller entwarfen den Herzbergturm, der einem römischen Wachturm des nahen Limes nach empfunden ist. In Auftrag gegeben wurde der Turm von Kaiser Wilhelm II, der auch einen Großteil der Baukosten bezahlte.
In die Jahre gekommen, wurde der Turm 2007 und 2008 aufwendig instandgesetzt. Seit 2009 haben die Volkshochschule Bad Homburg gemeinsam mit der Astronomischen Gesellschaft Orion Bad Homburg einen Raum im Herzbergturm, der gelegentlich für Beobachtungen genutzt wird. Seit dieser Zeit ist der Turm immer wieder Ziel von Planetenwanderungen oder Sternwanderungen, die von dem Römerkastell Saalburg starten.

Am 31. Juli lädt die Stadt Bad Homburg zum Herzbergturmfest auf den Herzberg ein. Gefeiert wird das hundertjährige Bestehen des beliebten Aussichtsturm mit vielen Aktivitäten, Ausstellungen, Musik und vieles mehr.
Mit von der Partie ist auch die Volkshochschule Bad Homburg und die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg. Von dem Herzbergplateau wird zur Sonnenbeobachtung eingeladen. Kinder können an einem Astronomie-Quiz mit tollen Preisen teilnehmen.
Los gehts um 11 Uhr auf dem Herzberg. Wanderer können bereits um 9:30 Uhr an einer ortsgeschichtlichen Wanderung des Stadtarchivs Bad Homburg zum Herzberg teilnehmen. Andreas Mengel führt in die „Geschichte am Wegesrand“ ein und erzählt die Geschichte des Herzbergturm, des Limes und was es noch so an historisch Interessanten am Wegesrand zu bestaunen gibt.
Mehr Infos: Herzbergturmfest, Wanderung Geschichte am Wegesrand

Sind wir allein

Sind wir allein? von Oliver Debus
Gibt es Leben auf anderen Planeten? Können wir andere Lebensformen und Zivilisationen entdecken? Gibt es eine zweite Erde bei anderen Sternen?
Bislang war man bei der Beantwortung dieser Fragen auf Vermutungen und Spekulationen angewiesen, die mehr wie Science Fiction und weniger nach wissenschaftlicher Forschung klangen. So schien der Nachweis von Planeten bei anderen Sternen lange Zeit als ein Hirngespinst. Doch seit Anfang der 1990.er Jahre hat man erste Planeten bei anderen Sternen. Diese waren zumeist Gasriesen, größer als unser Jupiter und die Sterne waren Anfangs Pulsare, also Sterne, die ihr Leben längst beendet hatten und nur noch schnell rotierende Sternleichen waren.
Noch vor 1995 hätte es niemand für wahrscheinlich gehalten, dass es Astronomen keine 20 Jahre später es schaffen würden einen erdähnlichen, möglicherweise bewohnbaren Planeten bei einem anderen sonnenähnlichen Stern zu entdecken. Ob ein Planet bewohnbar ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die wichtigsten davon sind eine Atmosphäre und das Vorhandensein von flüssigem Wasser.
Bereits 2005 entdeckten wurde bei dem roten Zwergstern Gliese 876 im Sternbild Wassermann ein Planet entdeckt, der als erdähnlicher oder terrestrischer Planet angesehen wird. Seine Masse beträgt fast 6 Erdmassen und sein Radius beträgt etwa 10.000 km (Radius der Erde: ~6370 km).
2007 gelang dann die Entdeckung eines terrestrischen Planeten bei dem, etwa 20 Lichtjahre entfernten roten Zwergstern Gliese 581 im Sternbild Waage. Dieser Planet hat knapp 5 fache Erdmasse und besitzt einen Radius von etwa 9.500 km. Neben zwei Gasriesen war dieser Planet der dritte bei Gliese 581 bekannte Planet. In den letzten Jahren kamen drei weitere terrestrische Planeten hinzu.
Der letzte mit Namen Gliese 581g wurde in den vergangenen Monaten von Astronomen der Universität von Kalifornien (UC) Santa Cruz, und des Carnegie Institut von Washington entdeckt. Dieser Entdeckung ging eine über zehnjährige Beobachtungskampagne mit dem Keck Observatorium auf Hawaii voraus.
Dieser Planet umläuft seinen Stern wohl in einer ganz besonderen Zone, die Astronomen als habitable oder bewohnbare Zone bezeichnen. Der Temperaturbereich in dieser Zone lässt Wasser in flüssiger Form zu und ermöglicht so die Entstehung und Entwicklung von Leben. Als terrestrischer Planet wird von Astronomen ein Gesteinplanet bezeichnet, der in etwa die Größe und Masse der Erde hat. Das bedeutet noch nicht, dass der Planet bewohnbar oder bewohnt ist.
Der nun entdeckte Planet Gliese 581g (seine Entdeckung wurde im September 2010 bekannt gegeben) hat eine geschätzte Masse von 3,1 bis 4,3 Erdmassen und einen Radius von ca. 1,3 – 1,5 Erdradien. Auf seiner Oberfläche würde demnach eine Schwerebeschleunigung von etwa dem 1,1 – 1,7 fachen der Erdbeschleunigung herrschen. Demnach handelt es sich um einen Gesteinsplaneten mit einer festen Oberfläche und ausreichend Schwerkraft um eine Atmosphäre zu halten.
Der Planet umkreist den Stern Gliese 581 in einer Entfernung von etwa 0,146 Astronomische Einheiten oder ca. 21,8 Millionen Kilometern und braucht etwa 36,6 Tage für einen Umlauf. Auf Grund des Sterntyps von Gliese 581, Spektralklasse M5V und seiner Oberflächentemperatur von etwa 3200°C schätz man die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf der Planetenoberfläche von Gliese 581g auf ca. -45°C. Damit, so die Einschätzung der Astronomen liegt der Planet mitten in der habitablen Zone von Gliese 581 und könnte flüssiges Wasser aufweisen.
Derzeit ist noch unklar, ob der Planet eine Atmosphäre hat oder nicht. Dann könnte es durchaus Leben in der uns bekannten Form auf dem Planeten geben.
Allerdings hat der Planet ähnlich wie unser Erdmond eine gebundene Rotation, d.h. seine Rotationszeit und seine Umlaufzeit sind gleich und dies bedeutet, dass der Planet dem Stern immer die gleiche Seite zuwendet. Eine Planetenseite liegt also immer im Sonnenlicht, die andere immer in Dunkelheit. In der Dämmerungszone würden so, bei vorhandener Atmosphäre gewaltige Stürme toben.
Die weitere Forschung wird zeigen, in wie weit auf Gliese 581g wirklich Leben entstanden ist. Mit den Satellitenmissionen wie Kepler, CoRot und Gaia, wird die Zahl der möglichen Planeten in nächster Zeit wohl auf einige tausend steigen. Darunter werden dann auch viele erdähnliche Planeten sein, die innerhalb der habitablen Zone um ihren Stern diesen umkreisen. Vielleicht gelingt es uns in den nächsten Jahren der Nachweis von Leben auf anderen Planeten. Es bleibt spannend.
Lesetipp: Astrodictium simplex hier können Sie mehr zum Thema extrasolare, habitable Planeten lesen.

Faszinierende Welt der Sterne

Eine Reise durch das WWW auf der Suche nach Infos, Bildern, Animationen und mehr aus der Welt der Astronomie und Weltraumfahrt. Vorgestellt werden meine persönlichen Favoriten.

Faszinierende Welt der Sterne
Eine astronomische Reise durch das WWW von Oliver Debus

Sternenfreunde können im Internet eine ganze Menge Informationen, Bilder, Animationen und mehr über Weltraumforschung und Weltraumfahrt finden. Ich möchte hier eine kleine Auswahl von Seiten nennen, auf denen ich selber gerne immer wieder reinschaue.

Es gibt eine große Zahl an Astronomen und Hobbieastronomen beiderlei Geschlechts sowie Wissenschaftler aus der Weltraumfahrt, die über Neues aus der Astronomie und Weltraumforschung bloggen. Einen schönen Überblick findet man etwa alle 14 Tage im Blog-Teleskop. Ins Leben gerufen wurde die deutschsprachige Ausgabe von Astronom Dr. Florian Freistetter, der selber mit Astrodictium Simplex ein sehr schönes Blog unterhält. Derzeit wird das Blog-Teleskop im Blog RelativKritisch gepflegt und koordiniert.
Weitere schöne und informative Blogs findet man bei KosmoLogs. Meine besondere Favoriten sind hier die Blogs von Go for Launch von Michael Khan und Astronomers do it at night von Carolin Liefke.
Der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Dr. Oliver Dreissigacker beschreibt aktuelles bei Universum-Mediaquell.
Astronomische Bilder und Animationen findet man im Netz an vielen Stellen. Besonders schöne Astrofotos findet man bei The World at Night, einem Projekt der Astronomers without Borders. Das besondere bei TWAN ist die Verbindung des Sternhimmels mit den Schönheiten der Natur und Kultur. Neben Fotografien gibt es hier auch faszinierende Zeitrafferfilme.
Bilder und Animationen aus der Weltraumforschung und Raumfahrt schaue ich mir gerne bei der Europäischen Südsternwarte (ESO) an, sowie bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA. Hier findet man auch eine Galerie besondere Bilder, der Astronomy Picture of the Day oder APOD. Eine deutschsprachige Ausgabe von APOD wird von Maria Pflug-Hofmaier bei starobserver unterhalten.
Nicht vergessen möchte ich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Neben Bildern, Animationen, Videos etc. findet man hier auch Publikationen und Unterrichtsmaterial.
Zum Abschluß meiner kleinen Übersicht möchte ich noch auf den Spektrum-Verlag hinweisen in dem die Monatszeitschrift Sterne und Weltraum erscheint und der das Projekt Wissenschaft in die Schulen betreut. WiS stellt Unterrichtsmaterial unter anderem auch für Astronomie und Raumfahrt zur Verfügung, die sich immer auf einen Artikel der Zeitschrift SuW beziehen.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß beim Stöbern. Gelegentlich werde ich diese Lister erweitern. Sollte also ein Leser oder Leserin gute Seiten entdecken, freue ich mich über jeden Hinweis.

Demnächst werde ich hier eine Übersicht über die Volksternwarten und astronomischen Vereinigungen im weiteren Rhein-Main Gebiet bringen.

Alles über Astronomie

Seit längerem können Sie als Sternfreund interessante Blogartikel bei TaunusBlogger lesen. Nun hat die Astronomieschule hier einen eigenen Blogbereich. Hier werden in Zukunft Berichte, News und vieles mehr aus den Bereichen Astronomie und Raumfahrt erscheinen und auch auf Veranstaltungen der AstroSzene hingewiesen. Sie als Sternfreund können mitdiskutieren und Fragen stellen.

Ich freue mich auf ihr reges Interesse.

Oliver Debus