Venus, Mars, Jupiter und mehr – Sternführung mit der Fahrradsternwarte

Mit der Fahrradsternwarte in den Himmel gucken. Bild: Adrian Rohnfelder, adri.de
Mit der Fahrradsternwarte in den Himmel gucken. Bild: Adrian Rohnfelder, adri.de

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Der Sternhimmel im…

Herbststernhimmel Blick zum südlichen Horizont.
Herbststernhimmel Blick zum südlichen Horizont.

Was ist los am Sternhimmel?
Wer wissen möchte, was man am Sternhimmel im September 2014 beobachten kann, der sollte sich in der Astronomieschule informieren.
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10 Jahre Mars Express

Am 2. Juni 2003 startete die erste europäische Raumsonde zum Planeten Mars. An der Spitze einer Soyuz-Fregat Rakete wurde Mars Express vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur aus auf die Reise geschickt. Am 25. Dezember 2003 schwenkte Mars Express in die Umlaufbahn um den roten Planeten ein. Seit nunmehr 10 Jahren versieht der Orbiter erfolgreich seinen Dienst und sendet faszinierende Bilder und aufschlußreiche Daten über den 4. Planeten des Sonnensystems zur Erde.

Olympus Mons, der höchste Vulkan im Sonnensystem. Aufgenommen vom Mars Express, Quelle: ESA
Olympus Mons, der höchste Vulkan im Sonnensystem. Aufgenommen vom Mars Express, Quelle: ESA

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MSL Curiosity – die Landung

Montag, 06.08.2012, 6:37 Uhr MESZ, ESOC, Darmstadt.

Es sind noch gut 53 Minuten bis zur Landung von MSL Curiosity auf dem Mars. Der Presseraum hinter dem Hauptkontrollraum des ESOC ist gut gefüllt. Nach Bernhard von Weyshe begrüßt uns Dr. Thomas Reiter.  Wir erfahren, dass wir mit einer Verzögerung von 14 Minuten über die Landung informiert werden. Die Meldung wird von dem Lander über die europäische Sonde Mars Express als Relaisstation zur Erde weitergeleiter. Über das ESOC in Darmstadt wird die Meldung nach Amerika weitergeführt. Davon später mehr.

7:08 Uhr MESZ: In zwei Minuten wird Curiosity in die Marsatmosphäre eintreten. Gerade wird uns das Video „7 Minutes of Terror“ gezeigt.

Vom ESOC schauen wir nun nach Amerika in den Kontrolraum von JPL in Pasadena, Kalifornien, NASA TV.

7:18 Uhr MESZ
Die Spannung steigt. Bisher geht alles gut. Aber die schwierigste Phase der Landung kommt erst noch. Das ESA Satellitennetzwerk empfängt Signale vom MSL. Die Sonde funktioniert gut. Das Kontrollsystem der Sonde regelt die Lage.

7:20 Uhr MESZ
Noch 11 Minuten bis zur Landung. Jetzt sind gute Nerven gefragt, niemand kann eingreifen.

7:24 Uhr MESZ
Nun beginnen die 7 Minuten des Schreckens. Das Hitzeschild beginnt die Sonde zu bremsen.

7:26 Uhr
Die Sonde sendet Daten zur Erde. Erste Erleicheterung. Doch noch ist es nicht geschafft. Noch gut 4 Minuten.

7:22 Uhr MESZ
Drei Raumsonden beobachten die Landung von MSL. Das sind Mars Express (ESA), Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter (beide NASA).

7:29 Uhr MESZ
Die Fallschirme haben sich geöffnet. Das Hitzeschild ist abgesprengt. Noch 90 Sekunden zur Landung.

7:34 Uhr MESZ
Große Erleichterung und Freude in JPL und in Darmstadt. Die Sonde ist gelandet und wir sehen ein erste Bild. Naja, viel sieht man nicht.
Mehr Bilder kommen nun bei uns an. Nun wird es spannend, ob auch alle Geräte arbeiten. Das wird sich in den nächsten Minuten zeigen.
Die Bilder werden besser, da sich langsam der Staub legt. Ein Rad vom Rover ist zusehen.

7:38 Uhr MESZ
Der Schatten des Landers ist auf einem der Bilder zu sehen.

Gegen 8:40 Uhr MESZ
Michel Denis gibt freudestrahlend bekann, dass Mars Express die Daten von MSL Curiosity an das NASA JPL Kontrollzentrum in Pasadena weiter leitet.

Bilder gibt es hier

Das Astronomische Jahr 2012

Wie bereitet man sich eigentlich auf eine Beobachtungsnacht vor? Wie erfährt man was am nächtlichen Sternhimmel zu sehen ist? Nun, dem Sternfreund stehen heute viele verschiedene Möglichkeiten offen. Planetariumsprogramme für den PC oder fürs Handy, Informationen übers Internet oder ganz klassisch ein astronomisches Jahrbuch und die drehbare Sternkarte. Gerade das astronomische Jahrbuch bietet eine Fülle von Informationen, wie dem Lauf des Mondes und der Planeten, Sichtbarkeit von Asteroiden und anderen Objekten des Sonnensystems, Sternbilder usw. Bei diesen vielen Möglichkeiten kann man leicht die Übersicht verlieren.

Das dachten sich wohl auch die Autoren des Poster „Das Astronomische Jahr 2012“, die promovierten Astronomen Susanne und Peter Friedrich und Amateurastronom Stephan Schurig.

Schnelle Übersicht

Ihre Idee war es eine Informationsquelle zu erstellen, die einen schnellen Überblick über die wichtigsten Himmelsereignisse und Daten für eine Beobachtungsnacht bietet. Herausgekommen ist dabei ein Übersichtsposter im A1 Format (59,4cm * 84,1cm), das eine sehr gute Ergänzung zu Jahrbuch oder PC-Programm darstellt. Das Poster erlaubt dem Sternfreund sich schnell über aktuelle Ereignisse am Sternhimmel zu informieren.

Der Aufbau

Das Poster ist im wesentlichen in zwei Teile unterteilt. Auf der rechten Seite findet man 12 Sternkarten, die den monatlichen Sternhimmel jeweils etwa zur Montatsmitte um Mitternacht zeigt. Neben den Sternbildern findet man die sichtbaren Planeten, sowie Position und Datum des Vollmonds. Die weiteren Mondphasen sind mit Datumsangabe rechts neben den Sternkarten angegeben. Für die monatlichen Sternkarten fehlt auch nicht die Angabe, für welche Uhrzeit man diese für die zwei Vormonaten, sowie die zwei folgenden Monate zu verwenden sind.

So kann man die Sternkarten immerhin statt nur für 12 Monate sogar für 16 Monate (Nov. 2011 – Februar 2013) verwenden.

Das Astronomische Jahr 2012
Das astronomische Jahr 2012. Für eine größere Ansicht klicken Sie auf das Bild.

Die Linke Seite des Posters wird von einem großen Diagramm dominiert, das für jeden Tag des Jahres die Auf- und Untergangszeiten von Sonne und Mond, sowie den Planeten zeigt. Daneben sind noch die Dämmerungszeiten angegeben. Die Grafik erlaubt die Bestimmung der bürgerlichen, der nautischen und der astronomischen Dämmerung, also wann erste Sterne, alle hellen Sterne zu sehen sind und ab wann es richtig dunkel ist, bzw. in den Morgenstunden dann umgekehrt. Die Zeiten sind in MEZ und MESZ angegeben und sind auf 50° nördlicher Breite und 10° östlicher Länge bezogen. Da die Länge der dunklen Nacht im Laufe das Jahres bei uns stark variiert sieht das Diagramm wie eine Sanduhr aus. In der Mitte das Posters ist es schlanker. Für den Januar zeigt es von etwa 16 Uhr bis ca. 8 Uhr am nächsten  Morgen, was am Himmel zu sehen ist, für den Juni dagegen nur von 20 Uhr (21 Uhr MESZ) bis knapp 5 Uhr (6 Uhr MESZ) und im Dezember dann wieder von 16 Uhr bis 8 Uhr.

Der Mond ist mit den entsprechenden Mondphasen gezeigt. Die Zeiten zu denen der Mond sichtbar ist, sind leicht gräulich unterlegt. So läßt sich aus dem Diagramm ablesen, wann man gut den Mond beobachten kann und wann die beste Zeit zur Deep Sky Beobachtung ist.

Für die Planeten ist die Sichtbarkeit über das ganze Jahr gezeigt. Dabei sind die Planeten  als Scheibchen dargestellt, die der aktuellen Helligkeit oder Größe entspricht. Ganz leicht kann man sehen ob die Planeten am Abendhimmel (ganz links im Diagramm), am Morgenhimmel (ganz rechts im Diagramm) oder die ganze Nacht über sichtbar sind (in der Mitte des Diagramms). Bei Merkur und Venus kann man ablesen wann sie als „Abend-, bzw. Morgenstern“ zu sehen sein. Die Planetenscheibchen zeigen ebenfalls die Phasengestallt beider Planeten an.

Besondere Bedeckungen, Konstellation oder Planetenstellungen sind im Diagramm angeben. Links und Rechts vom Diagramm sind die wichtigsten Himmelserscheinungen mit Mond, den Planeten und größeren Asteroiden mit kurzen Texten erklärt. Hier findet man Informationen wie Datum und Zeitpunkt der Ereignisse und Helligkeiten der Objekte. Kleine Grafiken erläutern z.B. die Begegnung von Mond, Jupiter und Venus am 26. März 2012 oder den Venustransit am 6. Juni 2012. Zu einigen ausgewählten Himmelsereignissen erhält man auf der Webseite astronomischesjahr.de.

Das Poster kostest € 14,90 ist aber absolut seinen Preis wert. Es ist eine sehr gute Ergänzung neben Jahrbuch und drehbare Sternkarte. Seine Stärke liegt eben in der schnellen Übersicht. Ohne im Jahrbuch zu blättern weiß man, wann und wo die Planeten zu sehen sind oder welche Mondphase gerade ist. Es ist sicher für jeden Sternfreund ein Bereicherung und macht sich gut in jeder Astrobibliothek oder Sternwarte.

Empfehlenswert ist das Poster ebenfalls für Anfänger.

Bezugsquellen und weitere Angaben zum Poster „Das Astronomische Jahr 2012“ findet man auf der Webseite astronomischesjahr.de.

 

Space Trophy 2012

Robotfahrzeuge erforschen das Sonnensystem

Seit den 1960’er Jahren senden Weltraumforscher unbemannte Raumsonden zu den Himmelskörpern unseres Sonnensystems. Mit Hilfe dieser Sonden, die bislang alle Planeten, einige Asteroiden und Kometen erreicht haben, hat sich unser Wissen über unsere kosmische Heimat stark erweitert. Dabei wurden ganz unterschiedliche Raumsonden verwendet. Da gab es die Pioneer oder Voyager-Sonden, die an verschiedenen Planeten vorbei geflogen sind. Es gab Raumsonden, die in eine Umlaufbahn um einen Planeten eingeschwenkt sind, wie Galileo, Cassini, Magellan oder die Mars Express Sonde. Es wurden sogar Raumsonden erfolgreich auf Planeten gelandet, wie die russischen Venerasonden auf der Venus oder die Vikingsonden auf dem Mars. Mit den auf den Planeten gelandeten Sonden konnte man die Planetenoberfläche und die Atmosphäre der Planeten im Bereich der Landestelle untersuchen. So groß der Erfolg vor allem der beiden Viking-Lander auch war, sie konnten nur Stichproben machen, deren Aussagekraft nur gering war. Welche Möglichkeiten mobile Forschungsgeräte boten, zeigten die Apollo Mondlandungen. Mit dem Moonrover konnten die Apollo-Astronauten ab Apollo 15 ihr Einsatzgebiet erheblich erweitern und so auch Proben von weiter entfernten Stellen suchen und sammeln.

Mondrover Lunochod 1
Mondrover Lunochod 1

Der Einsatz von unbemannten Robotfahrzeugen auf anderen Himmelskörpern könnte die Möglichkeiten der Forschungsgeräte erheblich erweitern. Und dass es möglich ist ferngesteuerte Fahrzeuge einzusetzen, zeigten die sowjetischen Lunochod Rover auf dem Mond. Die beiden gut 2 Meter langen und 1,35 Meter hohen Rover waren mit zwei Kameras für Stereobilder und einer Kamera für Panoramaaufnahmen ausgestattet. Das wichtigste wissenschaftliche Instrument war ein Röntgenfluoreszenzspektrometer, mit dem der Mondboden untersucht werden konnte. Die Ernergieversorgung geschah über Solarzellen. Lunochod 1 wurde am 10. November 1970 zum Mond gestartet und landete am 17. November 1970 im Mare Imbrium. Die Missionsdauer war für drei Monate angesetzt, allerdings funktionierte der Rover 11 Monate. In dieser Zeit legte er eine Strecke von gut 10,5 km zurück, analysierte die physikalischen Eigenschaften des Mondbodens an 500 Stellen und die chemischen Eigenschaften des Bodens an 25 Orten.

Lunochod 2, ein verbessertes Modell, wurde am 8. Januar 1973 gestartet und landete am 16. Januar 1973 im Le Monnier-Krater im Mare Serenitatis. Anders als sein Vorgänger funktionierte Lunochod 2 allerdings nur 5 Monate lang. Gut 80.000 Fernsehbilder, 86 Panoramaaufnahmen, zahlreiche Analysen und eine Strecke von gut 37 km ist die Bilanz des Rovers.

Beide Rover wurden von 5 Technikern direkt von der Erde gesteuert, ein Kommandant, ein Fahrer, ein Betriebsingenieur, ein Navigator und ein Funker bildeten die Steuermannschaft. Zwar beträgt die Signallaufzeit von der Erde zum Mond nur gut 1,3 Sekunden, doch mußte dies der Kommandant immer berücksichtigen. Bis die Mannschaft die Reaktion auf ein gesendeten Befehl zurück bekamen vergingen immerhin fast 3 Sekunden.

Was auf dem Mond so einfach erscheint, erweist sich auf dem Mars als viel schwieriger. Denn der Mars ist immerhin schon so weit entfernt, dass ein Funksignal zwischen Erde und Mars mindestens 4 Minuten unterwegs ist, wenn uns der Mars während seinem Umlauf um die Sonne besonders nahe kommt. Ist er von der Erde am weitesten entfernt, braucht ein Signal gut 20 Minuten. In dieser Zeit kann jede Menge passieren, eine direkte Steuerung wie auf dem Mond ist daher ausgeschloßen. Kein Wunder also, dass die NASA erst am 4. Juli 1997 schaffte einen kleinen Marsrover auf dem roten Planeten zu landen. Im Ares Vallis, am Beginn der großen Senke Chryse Planitia landete die Pathfinder Sonde, mit dem kleinen Rover Sojourner an Bord. Sojourner war ein Testfahrzeug, mit dem die Forscher ein mobiles Marsfahrzeug ausprobierten. Er wurde direkt von der Erde gesteuert, hatte aber einen geringen Aktionsradius von gerade mal 5m. Er blieb immer in unmittelbarer Nähe des Landefahrzeugs, so dass die Marsforscher den kleinen Rover im Blick hatten. Das die direkte Steuerung Probleme bereitet, hat man bei dem Unfall mit dem Felsen Yogi gesehen. Eigentlich sollte der Rover an den Fels heranfahren und ihn untersuchen. Was aber die Forscher nicht wußten und auch nicht sehen konnten, war ein kleiner Felsvorsprung, der dem Rover fast zum Verhängnis wurde. Er blieb an dem Vorsprung hängen, da im Kontrollzentrum kein Kontaktsignal ankam, versuchte man den Rover näher an den Felsen heranzufahren, was aber nicht gelang. Der Rover folgte dem Befehl und versuchte über den Felsen zu fahren. Als die Techniker das Problem erkannten setzten sie den Rover zurück. Bis zum 25. September 1997 erforschte der kleine Rover Sojourner ausgewählte Gesteine in der Nähe des Pathfinder-Landegeräts, bevor die Mission beendet wurde.

Seit der Landung von Pathfinder und Sojourner vergingen über 6 Jahre, bis mit den Mars Exploration Rovers Spirit und Opportunity zwei weiterentwickelte Fahrzeuge auf dem Mars landeten. Während Spirit bereits am 4. Januar 2004 im Gusev Krater landete, erreichte Opportunity am 25. Januar 2004 sein Ziel in der Tiefebene Meridiani Planum. Beide Rover bewegen sich autonom auf dem Mars, d.h. die Forscher bestimmen lediglich das Ziel dass der Rover anfahren soll. Ansonsten greifen sie nur im Notfall in den Fahrbetrieb ein.

Die Marsrover MER, Sojourner und Curiosity im Größenvergleich.

Die geplante Missionsdauer der Rover lag bei 90 Tagen, wurde aber bei weitem übertroffen. Während Spirit im März 2010 seine letzten Signale sendete und die NASA im Mai 2011 offiziell das Ende der Spirit-Mission bekannt gab, geht die Mission des MER Opportunity weiter. Die zurück gelegten Strecken von knapp 8 km für Spirit und über 33 km für Opportunity klingen zwar sehr bescheiden, sind aber doch beachtlich im Vergleich zu Sojourner. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Rover sich ihren Weg selber suchen mußten. Die Rover haben bisher ein unglaubliches Potential an wissenschaftlicher Forschung abgearbeitet und erstaunliche Entdeckungen gemacht. Ihre Kameras zeigten fantastische Aufnahmen vom Mars, vor allem die räumlichen Bilder sind atemberaubend. Kein Wunder also, dass bereits weitere Missionen geplant sind. Die NASA will mit der Mars Science Laboratory Mission den Rover Curiosity zwischen dem 25. November und dem 18. Dezember 2011 auf die Reise zum Mars schicken. Der ExoMars Rover der ESA wird wohl frühestens Anfang 2016 gestartet werden können.

Für Schülerinnen und Schüler, die sich den Herausforderungen beim Bau eines Marsrovers stellen wollen hat die Deutsche Gesellschaft für Schulastronomie DGSA den Wettbewerb Space Trophy 2012 ausgelobt. Während Grundschüler nur ein Modell eines Rovers bauen sollen, sind Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen aufgefordert einen Marsrover bauen und zu programmieren, so dass er autonom ein Testgelände bewältigen kann. Die Prämierung der Wettbewerbseinsendungen wird auf den Bergsträsser Weltraumtagen 2012 im Herbst 2012 stattfinden. Neben dem Space-Trophy gibt es tolle Sachpreise zu gewinnen. Mehr Infos zum Wettbewerb und der Anmeldung findet man auf der Webseite space-trophy.de.

 

Old Rocketman

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Astronomie, Raumfahrt und Science Fiction gehören doch irgendwie zusammen. Science Fiction Autoren lassen sich von der Sternenwelt und der Raumfahrt inspirieren. Astronomen suchen nach Ausseriridischen, deren Existenz in der SF keine Frage mehr ist und Raumfahrtingenieure schauen sich neue Antriebstechnologien und mehr bei der Science Fiction ab. Wer sich mit Astronomie befasst ist doch auch irgendwie von der Raumfahrt und der Science Fiction begeistert und Science Fiction Fans sind fasziniert von der Weltraumforschung und der Weltraumfahrt.

Die Fans, aber auch die Macher dieser Themengebiete laden der Science Fiction Club Deutschland e.V. und die SF Szene Rhein-Main zu einem besonderen Event ein. Am Samstag, den 27. August 2011 ab 11 Uhr verwandeln sie den Ernst-Ludwig-Saal in Darmstadt Eberstadt in die bei den SF-Fans bekannte fiktive Weltraumbar Old Rocketman. Science Fiction trifft Astronomie und Weltraumfahrt und es kann nach herzenslust gefachsimpelt und geklönt werden. Die Veranstalter haben eine umfangreiche Ausstellung in der sich SF-Clubs, aber auch Astro-Vereine und die Europäische Raumfahrtagentur ESA präsentieren organisiert, die von einem abwechslungsreichen und interessanten Vortragsprogramm begleitet wird. Passend zum speziellen futuristischen Ambiente der Veranstaltung werden viele Fans gewandet erscheinen und sich gerne von den Besuchern fotografieren lassen.
Unter den Ausstellern ist auch die Deutsche Gesellschaft für Schulastronomie und die Astronomieschule Oliver Debus mit dem Mondbasis Luna Weltraummuseum. Wir laden zu kleinen Experimenten ein, zeigen Modelle aus der Geschichte der Raumfahrt, stellen den Wettbewerb Space Trophy 2012 vor und lassen einen Marsrover in einem kleinen Testgelände fahren.
Verpassen Sie nicht dieses ganz besondere Event und lassen Sie sich von der besonderen Atmosphäre fremder, unbekannter Welten verzaubern.
Flyer
mehr Infos: Old Rocketman
Promo-Videos
Lange Nacht der Raumfahrt
ESOC-Video
Kurztrailer Jürgen Lautner

Herzbergturmfest

100 Jahre Herzbergturm. Mit Sonnenbeobachtung der VHS und AG Orion.

Bad Homburg feiert 100 Jahre Herzbergturm
von Oliver Debus

Vor 100 Jahren wurde auf dem Herzberg, dem Bad Homburger Hausberg feierlich der steinerne Aussichtsturm eingeweiht. Der Homburger Architekt Louis Jacobi und sein Mitarbeiter Heinrich Föller entwarfen den Herzbergturm, der einem römischen Wachturm des nahen Limes nach empfunden ist. In Auftrag gegeben wurde der Turm von Kaiser Wilhelm II, der auch einen Großteil der Baukosten bezahlte.
In die Jahre gekommen, wurde der Turm 2007 und 2008 aufwendig instandgesetzt. Seit 2009 haben die Volkshochschule Bad Homburg gemeinsam mit der Astronomischen Gesellschaft Orion Bad Homburg einen Raum im Herzbergturm, der gelegentlich für Beobachtungen genutzt wird. Seit dieser Zeit ist der Turm immer wieder Ziel von Planetenwanderungen oder Sternwanderungen, die von dem Römerkastell Saalburg starten.

Am 31. Juli lädt die Stadt Bad Homburg zum Herzbergturmfest auf den Herzberg ein. Gefeiert wird das hundertjährige Bestehen des beliebten Aussichtsturm mit vielen Aktivitäten, Ausstellungen, Musik und vieles mehr.
Mit von der Partie ist auch die Volkshochschule Bad Homburg und die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg. Von dem Herzbergplateau wird zur Sonnenbeobachtung eingeladen. Kinder können an einem Astronomie-Quiz mit tollen Preisen teilnehmen.
Los gehts um 11 Uhr auf dem Herzberg. Wanderer können bereits um 9:30 Uhr an einer ortsgeschichtlichen Wanderung des Stadtarchivs Bad Homburg zum Herzberg teilnehmen. Andreas Mengel führt in die „Geschichte am Wegesrand“ ein und erzählt die Geschichte des Herzbergturm, des Limes und was es noch so an historisch Interessanten am Wegesrand zu bestaunen gibt.
Mehr Infos: Herzbergturmfest, Wanderung Geschichte am Wegesrand

Sind wir allein

Sind wir allein? von Oliver Debus
Gibt es Leben auf anderen Planeten? Können wir andere Lebensformen und Zivilisationen entdecken? Gibt es eine zweite Erde bei anderen Sternen?
Bislang war man bei der Beantwortung dieser Fragen auf Vermutungen und Spekulationen angewiesen, die mehr wie Science Fiction und weniger nach wissenschaftlicher Forschung klangen. So schien der Nachweis von Planeten bei anderen Sternen lange Zeit als ein Hirngespinst. Doch seit Anfang der 1990.er Jahre hat man erste Planeten bei anderen Sternen. Diese waren zumeist Gasriesen, größer als unser Jupiter und die Sterne waren Anfangs Pulsare, also Sterne, die ihr Leben längst beendet hatten und nur noch schnell rotierende Sternleichen waren.
Noch vor 1995 hätte es niemand für wahrscheinlich gehalten, dass es Astronomen keine 20 Jahre später es schaffen würden einen erdähnlichen, möglicherweise bewohnbaren Planeten bei einem anderen sonnenähnlichen Stern zu entdecken. Ob ein Planet bewohnbar ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die wichtigsten davon sind eine Atmosphäre und das Vorhandensein von flüssigem Wasser.
Bereits 2005 entdeckten wurde bei dem roten Zwergstern Gliese 876 im Sternbild Wassermann ein Planet entdeckt, der als erdähnlicher oder terrestrischer Planet angesehen wird. Seine Masse beträgt fast 6 Erdmassen und sein Radius beträgt etwa 10.000 km (Radius der Erde: ~6370 km).
2007 gelang dann die Entdeckung eines terrestrischen Planeten bei dem, etwa 20 Lichtjahre entfernten roten Zwergstern Gliese 581 im Sternbild Waage. Dieser Planet hat knapp 5 fache Erdmasse und besitzt einen Radius von etwa 9.500 km. Neben zwei Gasriesen war dieser Planet der dritte bei Gliese 581 bekannte Planet. In den letzten Jahren kamen drei weitere terrestrische Planeten hinzu.
Der letzte mit Namen Gliese 581g wurde in den vergangenen Monaten von Astronomen der Universität von Kalifornien (UC) Santa Cruz, und des Carnegie Institut von Washington entdeckt. Dieser Entdeckung ging eine über zehnjährige Beobachtungskampagne mit dem Keck Observatorium auf Hawaii voraus.
Dieser Planet umläuft seinen Stern wohl in einer ganz besonderen Zone, die Astronomen als habitable oder bewohnbare Zone bezeichnen. Der Temperaturbereich in dieser Zone lässt Wasser in flüssiger Form zu und ermöglicht so die Entstehung und Entwicklung von Leben. Als terrestrischer Planet wird von Astronomen ein Gesteinplanet bezeichnet, der in etwa die Größe und Masse der Erde hat. Das bedeutet noch nicht, dass der Planet bewohnbar oder bewohnt ist.
Der nun entdeckte Planet Gliese 581g (seine Entdeckung wurde im September 2010 bekannt gegeben) hat eine geschätzte Masse von 3,1 bis 4,3 Erdmassen und einen Radius von ca. 1,3 – 1,5 Erdradien. Auf seiner Oberfläche würde demnach eine Schwerebeschleunigung von etwa dem 1,1 – 1,7 fachen der Erdbeschleunigung herrschen. Demnach handelt es sich um einen Gesteinsplaneten mit einer festen Oberfläche und ausreichend Schwerkraft um eine Atmosphäre zu halten.
Der Planet umkreist den Stern Gliese 581 in einer Entfernung von etwa 0,146 Astronomische Einheiten oder ca. 21,8 Millionen Kilometern und braucht etwa 36,6 Tage für einen Umlauf. Auf Grund des Sterntyps von Gliese 581, Spektralklasse M5V und seiner Oberflächentemperatur von etwa 3200°C schätz man die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf der Planetenoberfläche von Gliese 581g auf ca. -45°C. Damit, so die Einschätzung der Astronomen liegt der Planet mitten in der habitablen Zone von Gliese 581 und könnte flüssiges Wasser aufweisen.
Derzeit ist noch unklar, ob der Planet eine Atmosphäre hat oder nicht. Dann könnte es durchaus Leben in der uns bekannten Form auf dem Planeten geben.
Allerdings hat der Planet ähnlich wie unser Erdmond eine gebundene Rotation, d.h. seine Rotationszeit und seine Umlaufzeit sind gleich und dies bedeutet, dass der Planet dem Stern immer die gleiche Seite zuwendet. Eine Planetenseite liegt also immer im Sonnenlicht, die andere immer in Dunkelheit. In der Dämmerungszone würden so, bei vorhandener Atmosphäre gewaltige Stürme toben.
Die weitere Forschung wird zeigen, in wie weit auf Gliese 581g wirklich Leben entstanden ist. Mit den Satellitenmissionen wie Kepler, CoRot und Gaia, wird die Zahl der möglichen Planeten in nächster Zeit wohl auf einige tausend steigen. Darunter werden dann auch viele erdähnliche Planeten sein, die innerhalb der habitablen Zone um ihren Stern diesen umkreisen. Vielleicht gelingt es uns in den nächsten Jahren der Nachweis von Leben auf anderen Planeten. Es bleibt spannend.
Lesetipp: Astrodictium simplex hier können Sie mehr zum Thema extrasolare, habitable Planeten lesen.