Lichtverschmutzung

Lichtverschmutzung
Die fortschreitende Lichtverschmutzung ist ein Thema, das alle angeht oder angehen sollte. Den ein jeder trägt mehr oder weniger zur Lichtverschmutzung bei und sollte daher, wissen welche Folgen Lichtverschmutzung auf uns und unsere Umwelt hat. Diese Seite soll über das Thema informieren und ein Bewußtsein für das Problem schaffen.

Was ist Lichtverschmutzung?
Der Begriff ist etwas irreführend, denn es geht hier bei nicht um schmutziges Licht, sondern um die Aufhellung der Nacht durch künstliches Licht. Vor allem in den Städten ist der Drang groß, die Nacht zum Tag zu machen. Schnell vermischt sich dann sinnvolle und notwendige Beleuchtung mit überflüssigem Licht. Der Mensch folgt dabei einem sehr alten Bedürfnis. Seit der Bändigung des Feuers hat der Mensch mehr und mehr Licht in die dunkle Nacht gebracht. Seit der Erfindung der Elektrizität und der Glühbirne sind ihm hier kaum noch Grenzen gesetzt. Der Mensch bringt das Licht auch in bisher unberührte Gegenden. Das Fortschreiten dieser Entwicklung läßt sich besonders Eindrucksvoll aus dem Weltraum beobachten. Vor allem in Deutschland gibt es keine vernünftige Regelung über den Einsatz künstlicher Beleuchtung und so sind wirklich dunkle Orte kaum noch zu finden.

Was ist so schlimm an der Lichtverschmutzung?
Den allermeisten erscheint die zunehmende nächtliche Beleuchtung keine Sorgen zubereiten. Hell beleuchtete Straßen oder Häuser geben ein Gefühl der Sicherheit. Besondere Gebäude werden nun auch Nachts kunstvoll in Szene gesetzt und wer hat sich noch nicht an der nächtlichen Skyline der Städte erfreut. Das ist doch alles nicht so schlimm. Auf den ersten Blick erscheint es so. Schaut man aber genauer hin, so zeigen sie die Probleme, die die Lichtverschmutzung mit sich bringt.
Am auffälligsten ist es für die Sternfreunde und Amateurastronomen. Sterne im Horizontbereich gehen in den Lichtglocken der Städte verloren und das matte Band der Milchstraße verschwindet vor dem aufgehellten Nachthimmel.
Doch nicht nur die Sternfreunde sind die Leidtragenden der Lichtverschmutzung. Zuviel Licht in der Nacht raubt den Menschen ihren Schlaf und kann so das Immunsystem schwächen und krank machen. Aber auch die Umwelt leidet.

Folgen der Lichtverschmutzung
Der natürliche Wechsel von lichtem Tag und dunkler Nacht hat zu vielfältiger Anpassung der Pflanzen- und Tierwelt geführt. Es gibt tagaktive, dämmerungsaktive und nachtaktive Tiere. Der Mensch zählt zu den tagaktiven. Die Helligkeit bestimmt den Rhythmus der inneren Uhr. Ein zuviel an Licht kann diesen Rhythmus mit empfindlichen Folgen stören. Es entsteht Stress, der auch gesundheitliche Folgen nicht nur beim Menschen haben kann. Auch Tiere und Pflanzen leiden unter diesem Stress. Besonders Insekten reagieren empfindlich auf künstliche Beleuchtung. Straßenlaternen wirken magisch auf nachtaktive Insekten und werden zur tödlichen Falle. Dies führt zum Rückgang dieser Arten, mit tragischen Folgen für andere Tiere und auch Pflanzen, die von diesen Arten abhängig sind. Die Folge ist die Verarmung der Artenvielfalt.

Auch Zugvögel können durch die Lichter der Stadt irritiert werden. Das kann tödlich für die Tiere enden, wenn sie auf beleuchte Hochhäuser oder Funkmasten reagieren und diese fälschlicher Weise anfliegen.

Eine weitere Folge des Beleuchtungswahn ist eine steigende Energieverschwendung mit allen mögliche Folgen für die Verstärkung des Klimawandels.

Was kann man tun?
Es geht nicht darum alle Lichter in der Nacht abzuschalten, sondern die Beleuchtung sinnvoll zu gestalten. Licht sollte dahin ab gestrahlt werden, wo es gebraucht wird. Lampen und Straßenlaternen sollten so abgeschirmt sein, dass sie das Licht nach unten abgeben. Es gibt viele Möglichkeiten künstliche Beleuchtung so ein zusetzten, dass die Umwelt nicht stärker beeinträchtigt wird. Vor allem sollte ein Bewußtsein für das Problem der Lichtverschmutzung und deren Folgen für Mensch und Umwelt geschaffen werden.
Ein Verlust des dunklen Nachthimmels mit seinen Sternen, Galaxien, Nebel und Planeten bedeutet auch den Verlust eines der ältesten Weltkulturgüter der Menschheit.

Hier einige Beispiele wie der Sternhimmel unsere kulturelle und technologische Entwicklung gefördert hat.

  • Die Sagen und Mythen um die Sternbilder haben die Menschen schon immer in ihren Bann gezogen.
  • Die Gestirne und ihre Bewegung sind Grundlage für unseren Kalender.
  • Sternkunde und Astronavigation halfen dem Menschen dabei die Erde zu erkunden  und neue Länder und Kontinente zu entdecken.
  • Die Weltraumforschung und Weltraumfahrt ist ein wichtiger Teil der Grundlagenforschung und ist ein bedeutender Motor für unseren Forschritt, ohne den es keine globale Kommunikation, keine weltraumgestützte Navigation, keine Erderkundung geben würde.
  • Die Astronomie ist eine der ältesten Wissenschaften der Menschheit. Als Amateur- oder Hobbyastronomie bietet sie heute jungen Menschen einen möglichen Zugang zu Naturwissenschaft und Technik.
Lichterglanz über Bad Homburg.
Stadtlichter erhellen den Nachthimmel. Aufgenommen vom Kirdorfer Feld, Bad Homburg
Skyline von Bad Homburg und Frankfurt. Sichtbar sind der Weiße Turm vom Homburger Schloß und das Frankfurter Bankenzentrum, sowie der Ginnheimer Fernmeldturm. Aufgenommen vom Kirdorfer Feld, Bad Homburg
Skyline von Bad Homburg und Frankfurt. Sichtbar sind der Weiße Turm vom Homburger Schloß und das Frankfurter Bankenzentrum, sowie der Ginnheimer Fernmeldturm. Aufgenommen vom Kirdorfer Feld, Bad Homburg
Sommersternhimmel über Bad Homburg mit den Sternbildern Skorpion und Schlangenträger. Nur die hellsten Sterne kämpfen sich durch die Lichtglocke durch. Die Sommermilchstraße verschwindet in der Lichtverschmutzung.
Sommersternbilder Waage, Skorpion und Schlangenträger mit eingezeichneten Verbindungslinien.
Wenn es keine Lichtverschmutzung gäbe, dann würde die Sommermilchstraße in ihrer ganzen Pracht über Bad Homburg stehen.

Literaturtip: Das Ende der Nacht, T. Posch, A. Freyhoff und T. Uhlmann, Wiley-VCH, ISBN: 978-3527-40946-4
Mehr zum Thema:
VdS Fachgruppe Dark Sky
Verlust der Nacht
Lost of Night Network

Christian Reinboth berichtet in seinem Blog „Frischer Wind“ bei ScienceBlogs von einem Projekt, dass wohl die letzten Astronomen aus dem Harz verteiben könnte. Hoffen wir, dass es nicht realisiert wird.

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