Mondwasser

Mondwasser, was soll das denn sein? Wasser vom Mond wohl kaum.

Mondwasser ist auch wieder so eine schöne Erfindung der Esoteriker. Dem Mond werden ja ganz unterschiedliche Eigenschaften und geheimnisvolle Kräfte nachgesagt. So soll er den Menschen schlecht schlafen lassen, sich auf den Haarschnitt oder das Pflanzenwachstum auswirken. Holz, das bei bestimmten Mondphasen geschlagen wird soll besonders hochwertig sein. Wissenschaftliche Nachweise gibt es dazu allerdings keine.

Aber das hält Esoteriker nicht davon ab weiterhin zu behaupten, dass ihre Aussagen über die Mondwirkungen stimmen. So soll sich der Mond auch positiv auf Wasser auswirken und das Mondlicht Wasser „programmieren“ können. Das soll funktionieren, da Wasser ein Gedächtnis habe. Wie das nun genau geht und was beim „programmieren“ des Wassers geschieht, darüber wird gerne geschwiegen. Möglich wäre es ja, dass die Lichtteilchen, die sogenannten Photonen die Wassermoleküle anregen. Das ist ein gängiger Prozess in der Physik. Die Lichtteilchen übertragen ihre Energie an die Elektronen in der Atomhülle. Diese werden auf ein höheres Energieniveau gehoben. Später geben sie dann ihre Energie wieder in Form von Lichtteilchen ab. Das hat aber nicht wirklich was mit Gedächtnis zu tun. Bei Psiram.com findet man einen schönen Artikel zum Thema Wassergedächtnis.

Aber zurück zum Mondwasser. Man kann dazu sogar Anleitungen finden, wie man selber Mondwasser herstellen kann. Eine ältere Anleitung gab es mal auf der Webseite Anleiter.de. Mittlerweile scheint die Anleitung aber dort nicht mehr zu existieren aber da das Internet nicht vergißt, kann man sich das Original hier ansehen. Abgewandelte Formen von Anleitungen zur Herstellung von Mondwasser findet man schnell, wenn man eine Suchmaschine nach „Mondwasser herstellen“ suchen läßt.

Aber nunmal zu dem inhaltlichen. Zunächst mal findet man wichtige Hinweise.

Wie kann ich Mondwasser herstellen und verwenden

Anmerkungen:         Mondwasser kann sehr leicht selbst hergestellt werden. Dazu gibt man in eine saubere
Glaskaraffe frisches Quellwasser oder abgekochtes Wasser aus der Leitung. In einer klaren Voll- bzw. Neumondnacht wird das Gefäß mit Wasser an die Fensterbank oder auch direkt in den Gartengestellt.
Schwierigkeit:           mittel
Was man braucht:    Quell- bzw. abgekochtes Wasser Glaskaraffe Mondkalender eventuell einen Heilstein
Zeitaufwand:             eine Nacht

 

Also schön, Mondwasser herzustellen scheint eine mittelschwierige Aufgabe für Esoteriker zu sein. Wobei ich jetzt erstmal nicht weiss, was so schwierig daran ist eine Behältnis mit Wasser zu füllen und dieses dann raus zu stellen. Aber jetzt mal langsam, Schritt für Schritt.

  • 1. Mondwasser kann sehr leicht selbst hergestellt werden. Dazu gibt man in eine saubere Glaskaraffe frisches Quellwasser oder abgekochtes Wasser aus der Leitung. In einer klaren Voll- bzw. Neumondnacht wird das Gefäß mit Wasser an die Fensterbank oder auch direkt in den Gartengestellt.

An dieser Stelle drängt sich mir die Frage auf, was der Unterschied zwischen frischem Quellwasser und abgekochtem Leitungswasser sein soll. Zugegeben, für die meisten dürfte die Beschaffung von frischem Quellwasser eher schwierig sein. Eine Quelle im Wald zu finden ist nicht so einfach. Zum Glück kommt aus unserer Leitung frisches Wasser aus dem Taunus und bei Bedarf könnte man hier auch Quellwasser aus den verschiedenen Heilquellen aus dem Bad Homburger Kurpark zapfen. Das hätte dann schon mal den Vorteil, dass die Heilwirkung auch ohne den Einfluß des Mondes garantiert ist. Und das sogar wissenschaftlich garantiert!

  • 2. Da die Kraft des Mondes dann am besten wirkt, wenn der Mond im Wasser reflektiert, ist es ratsam, den Platz für die Karaffe so zu wählen, dass sie in jedem Falle unter freiem Himmel steht.

Warum es unbedingt eine Glaskaraffe sein soll, wird nicht klar, vielleicht einfach deswegen, damit das Mondlicht auch wirklich zu jedem Wassermolekül und den im Wasser gelösten Ionen kommt. Sinnvoll ist es sicher einen Platz unter freiem Himmel für das Gefäß zu wählen. Es soll ja möglicht Mondlicht an Wasser kommen. Aber wer genau liest und vor allem die Anweisung von 1. ernstnimmt, dem müßte nun ein logischer Fehler auffallen. Wo kommt das Mondlicht in der Neumondnacht her?

Offenbar hat der Autor / die Autorin dieser Zeilen keinen blassen Schimmer, was eigentlich Neumond ist und das bei Neumond der Mond zwischen Erde und Sonne steht. Dabei wendet uns der Mond seine unbeleuchtete Seite zu und steht dummerweise am Taghimmel in unmittelbarer Nähe zur Sonne. Mondwasser bei Neumond herzustellen ist dann wohl ziemlich unmöglich. Es sei denn man hat großen Spiegel im Weltraum geparkt, die das von der Mondrückseite reflektierte Sonnenlicht auf die Erde strahlt. Allerdings braucht man zwei große Spiegel, einen der das Licht von der Mondrückseite in Richtung Erde reflektiert und einen der dann genau auf der Nachtseite der Erde dem Mond gegenüber steht.

Aber einen echten Esoteriker dürfte dieser Widerspruch kaum jucken. Man glaubt eben, dass auch in einer dunklen Neumondnacht Mondlicht vom am Taghimmel stehenden Mond aufs Wasser fällt.
Okay, an dieser Stelle könnte man die Betrachtung nun beenden, da schon jetzt deutlich ist, dass dies eigentlich Unsinn und Verarschung leichtgläubiger Menschen ist. Aber schauen wir uns das mal weiter an.

  • 3. In der Esoterik wird die Energie, welche Mondwasser besitzt auf bioenergetische Schwingungen zurückgeführt. Da diese nur von kurzer Überlebensdauer sind, sollte Mondwasser nicht zu lange gelagert sondern so frisch wie möglich getrunken werden.

Schwingung ist in der Esoterik immer gut. Denn Esoteriker wissen aus der Quantenphysik oder Quantenmechanik dass alles schwingt oder alles in Schwingung ist. Was immer auch bioenergetische Schwingungen sind und warum ausgerechnet das Mondlicht bioenergetisch schwingen soll bleibt das Geheimnis des Autors, aber auch das klingt hoch wissenschaftlich. Wie man darauf kommt, ob es da Untersuchungen gibt oder es eben einfach behauptet wird, bleibt auch ungeklärt, aber es klingt ungeheuer gut. Die Sache mit der Schwingung haben sich die Esoteriker aus der Quantenmechanik geklaut allerdings den dort für kleinste Teilchen bekannten Welle-Teilchen-Dualismus falsch verstanden. Man darf sich natürlich auch fragen, warum nun Mondlicht diese besondere Art der Schwingung aufweist und nicht auch das Sonnenlicht, denn schließlich ist das Mondlicht nichts anderes als vom Mond reflektiertes Sonnenlicht.

  • 4. Mondwasser kann mittels der Zugabe von hochprozentigem Alkohol im Mischverhältnis 1:1 haltbar gemacht werden. Die daraus entstehende Mondwasseressenz kann gelagert und in kleinen Portionen verwendet werden.

Schön, Mondwasser wird durch Alkohol haltbar gemacht. Wahrscheinlich schmeckt es dann auch besser und die Wirkung wird dadurch erhöht. Natürlich sollte man nicht zuviel davon trinken. Ein Tipp von mir an dieser Stelle, wer Mondwasser mit Alkohol nicht verträgt, kann wahlweise auch Asbach-Cola trinken.

  • 5. Die Anwendung von Mondwasser erfolgt auf verschiedene Arten. Zum einen können mehrmals täglich ein Glas frisches Mondwasser bzw. ein Glas stark verdünnte Mondwasseressenz getrunken werden. Je nach Mondwasser ist die Wirkung dann kräftigend bzw. entspannend. Neumondwasser ist die beste Ergänzung für eine Diät.

Wie wohl die veschiedenen Wirkungen zustande kommen? Ich vermute mal Vollmondwasser ist kräftigend, da hier das Wasser ja Mondlicht abbekommen hat und Neumondwasser ist beruhigend, da ohne Mondlicht. Aber vermutlich ist das einfach mal ausgedacht um irgendwas zur Wirkung zu schwurbeln. (Anmerkung: das soll nun wirklich so sein, dass Vollmondlicht anregend wirkt, Neumondlicht beruhigend. Das hat was mit den Mondphasen zu tun und den aufsteigenden Säften und wird von den Gezeiten abgeleitet.) Wenn man kein Neumondwasser hat, kann man wohl auch jede andere Art von Wasser für eine Diät nehmen, die Wirkung dürfte die Gleiche sein. Verdünnung, das wissen wir ja aus der Homöopathie ist auch sehr gut. Denn in der Homöopathie gilt bekanntlich je weniger vom Wirkstoff drinn ist, desto besser die Wirkung. Demnach müßte das in einer Neumondnacht hergestellte Mondwasser in einer saustarken Verdünnung, in der vom Neumondwasser faktisch nichts mehr drinn ist besonders beruhigend wirken. Vorsorglich sollte man das ganze auch noch entsprechend schütteln oder vielleicht lieber rühren.

  • 6. Zum anderen kann Mondwasser auch äußerlich angewandt werden. Vor allem Vollmondwasser eignet sich für die Gesichtsreinigung sowie als Haarspülung. Selbst absterbende Pflanzen können mit der belebenden Kraft des Vollmondwassers gerettet werden.

Was man doch alles mit Vollmondwasser anstellen kann, sogar absterbende Pflanzen kann man retten. Ich vermute mal, es handelt sich dabei aber nur um Pflanzen, die eine Zeitlang kein Wasser abbekommen haben und schon Blätter abwerfen. Aus eigener Erfahrung kann ich da sagen, dass dann einfach auch Wasser aus der Leitung die Pflanze retten kann, da braucht es wahrlich kein Mondwasser. Und zum Reinigen kann man auch normales Wasser in Verbindung mit Seife nehmen, oder sollte im Vollmondwasser auf geheimnisvolle Weise Seife reingekommen sein, vielleicht über die bioenergetischen Schwingungen… Wer weiss das schon.

  • 7. Durch die Zugabe von Heilsteinen kann die Wirkung von Mondwasser verstärkt und in eine bestimmte Richtung gelenkt werden. Es ist dabei jedoch wichtig, den Heilstein sorgfältig zu wählen, ihn zunächst in Salzwasser zu reinigen und dann mit samt dem reinen Wasser in der sauberen Karaffe ins Mondlicht zu stellen

Also Heilsteine kommen in der Esoterik immer gut an. Und natürlich gibt es für jede Wehwechen einen Heilstein. Und in Verbindung mit Mondwasser kann man noch die Richtung lenken… Ich vermute mal, die beste Wirkung erhält man bei Mondwasser mit einem starken Heilstein in einer besonderes klaren Neumondnacht und einer extrem potenzierten Verdünnung.

Einen Hinweis hätte ich noch an alle, die jetzt anfangen Mondwasser herzustellen, man sollte vorher natürlich den Wetterbericht schauen, denn nichts ist peinlicher als Mondwasser in einer bewölketen Neumondnacht herstellen zu wollen. Aber der wahre Esoteriker merkt wohl gar nicht den Unterschied.

Da ich selber auch sehr experimetierfreudig bin, werde ich nun selber mal Mondwasser herstellen und es dann z.B. von der GWUP doppelt verblindet testen lassen und ich werde vor dem Test auch mal in den Sternen lessen und ein Prognose über das Testergebnis abgeben.

11 Gedanken zu „Mondwasser“

  1. ? Mondwasser,
    Ja Leute brennt euch der Helm oder was. Eure Intelligenz scheint ein Kreis mit Radius 0 zu sein.

    Übrigens die Erde ist doch eine Scheibe ,
    der Rhein fließt rückwärts,
    und der GröFaZ lebt immer noch irgendwo am südlichen Rand der Scheibe.

    Ach ja , und den Lattengustl haben se aus versehen angenagelt.

  2. Ich bin keine Esoterikerin.
    Ganz sicher nicht.
    Aber ich erinnere mich noch sehr genau an den Grundkurs Astronomie, kurz vor meinem Abi, in dem man mir mitteilte, dass es ja im Endeffekt nichts anderes als Physik sei. Und Physik sei nichts anderes, als eine Masse von Behauptungen, die einfach irgendwer aufstellt, weil er sich die Zusammenhänge so vorstellt. Und das bleibt dann so stehen, bis jemand kommt, der das Gegenteil beweist.
    Korrigiert mich, wenn ich mich irre?
    Das war zumindest die Erklärung meines Physiklehrers zu dem Ganzen, was mich veranlasst hat, den Unterricht zu verlassen und stattdessen ein Fach zu wählen, in dem ich mich mit Tatsachen beschäftigen kann. Kunst oder Musik, oder sowas. 🙂
    In Anbetracht dessen finde ich es ziemlich spannend, dass gerade auf einem Astronomieblog eine esoterische Behauptung zerrissen wird, die vielleicht aus reiner Vorstellungskraft Menschen helfen mag, oder auch nicht. Aber grundsätzlich ist das auch nichts anderes, als das, was Astronomen tun: Behauptungen aufstellen und warten, bis irgendwer das Gegenteil beweist.
    Letztendlich ist das, was beide tun, dasselbe in grün, mit dem Unterschied, dass einer sich über den anderen stellt, indem er sich über ihn lustig macht. Kein sehr netter Zug, wie ich finde. Und mir fällt immer öfter auf, dass sich mehr vermeintliche Wissenschaftler über Esoteriker, oder Schulmediziner über Heilpraktiker lustig machen, als umgekehrt. Warum das so ist, ist mir schleierhaft, denn klar dürfte sein, dass die Wissenschaft sich ziemlich oft irrt und korrigiert werden muss. Wo ist da also die festere Basis? Wir erinnern uns: Auf beiden Seiten wird erstmal nur mit Behauptungen gearbeitet.

    Zudem kann der Astronom, der sich hier über eine esoterische Behauptung lustig macht, offenbar kausale Zusammenhänge von Worten entweder nicht richtig lesen oder deuten: Quellwasser ODER abgekochtes Leitungswasser impliziert keinen Unterschied der beiden, sondern genau das Gegenteil: Das eine ist so gut wie das andere, weil sie gleich oder gleichwertig sind. Wer genau lesen und Satzinhalte verstehen kann, ist hier klar im Vorteil.
    Fair enough, eine Vollmondnacht ist nicht dasselbe wie eine Neumondnacht. Das ist wohl richtig. Aber ich denke, speziell in diesem Fall sollte der, der mit Steinen wirft, vielleicht zumindest das Licht in seinem Glashaus löschen, in dem er ganz offenbar selbst sitzt. Dann wirds nur halb so peinlich.
    Findet:
    Die, die weder Esoterikerin, noch Astronomin ist, aber zumindest fair bleiben will.

    1. Welche Ausbildung hatte denn der Lehrer?
      Physik ja sicher nicht.
      Und wie wissenschaft funktioniert, weiß er wohl auch nicht.
      Du somit leider ebenso wenig.
      Eine Behauptung, die aufgestellt wird, heißt nämlich „Hypothese“. An die sind Qualitätskriterien gebunden, ergo: nicht jede Behauptung taugt.
      Hypothesen müssen geprüft werden.
      Lassen sie sich falsifizieren = widerlegen, so ist alles klar.
      Lassen sie sich nicht falsifizieren, kann das ein Beleg sein. Oder auch nicht.

      Wissenschaft ist die Kunst der Korrektur alter Irrtümer.
      Volle Gewißheit gibt es da NICHT.
      Es gibt allerdings grundlagenwissen, das als gesichert gilt.
      Das zu widerlegen wäre sehr wenig wahrscheinlich.
      Gelingt sowas mal, ist es dann aber eine Sensation.

    2. Liebe Sue, die Du keine Esoterikerin bist.

      Schade, dass Du nicht vor deinem Abi den Grundkurs Astronomie fortgesetzt hast. Vielleicht wäre dann klar geworden, was der Lehrer mit seinem stark vereinfachten Vergleich gemeint hat.
      In den Naturwissenschaften werden nicht einfach Behauptungen aufgestellt, die dann solange gültig bleiben, bis sie mal jemand widerlegt. Naturwissenschaftler beobachten die Natur und versuchen die Vorgänge zu verstehen. Daraus entwickeln sich vereinfacht ausgedrückt, Modellvorstellungen von der Welt. Diese werden aber immer wieder überprüft und nötigenfalls korrigiert oder gar verworfen. Dabei ist das schöne, dass jeder die Modelle überprüfen kann. Das ist das Wesen der Naturwissenschaften. Mit dieser Arbeitsweise sind wir zu unserer heutigen Weltvorstellung gekommen und die Wissenschaftler sind sich einig, dass sich unsere Vorstellung ändern können.
      Ganz anders die Esoteriker, da werden einfach Behauptungen aufgestellt, die nicht überprüft werden können, sondern geglaubt werden müssen.
      Astronomie und Esoterik nun gleichsetzen zu wollen zeugt in meinen Augen nur von großem Unverständnis gegenüber der Astronomie im Speziellen und den Naturwissenschaften im Allgemeinen.

      Quellwasser ODER abgekochtes Leitungswasser impliziert keinen Unterschied der beiden, sondern genau das Gegenteil: Das eine ist so gut wie das andere, weil sie gleich oder gleichwertig sind.

      Hier wird jetzt einfach mal eine Behauptung in den Raum geworfen. Denn beides ist letztlich H2O.

      Fair enough, eine Vollmondnacht ist nicht dasselbe wie eine Neumondnacht. Das ist wohl richtig. Aber ich denke, speziell in diesem Fall sollte der, der mit Steinen wirft, vielleicht zumindest das Licht in seinem Glashaus löschen, in dem er ganz offenbar selbst sitzt. Dann wirds nur halb so peinlich.

      Ja, peinlich, dass die Kommentatorin den eigentlichen Punkt nicht verstanden hat. Wo kommt das Mondlicht in einer Neumondnacht her? Denn, dass hätte man im Grundkurs Astronomie lernen können und sollte eigentlich jeder Mensch wissen, kann es sogar selber am Himmel beobachten, der Mond steht bei Neumond am Taghimmel. In einer Neumondnacht ist er also unter dem Horizont.

    3. „Und mir fällt immer öfter auf, dass sich mehr vermeintliche Wissenschaftler über Esoteriker, oder Schulmediziner über Heilpraktiker lustig machen, als umgekehrt.“

      Ohje!

      Wennschon, dann machen sich tatsächliche Wissenschaftler über
      vermeintliche Wissenschaftler und Esoteriker lustig.
      Und Heilpraktiker als netten Gegenpol zu „Schulmedizinern“ zu konstruieren ist auch ziemlich deftig. Der Begriff „Schulmedizin“ ist eine abwertende Bezeichnung der besser als tatsächliche Medizin oder eigentliche Medizin zu bezeichnenden Heilkunde. So gibt es auch heute noch esoterisch angehauchte Menschen, die von der „jüdischen Schulmedizin“ sprechen. Heilpraktiker können sehr wohl auch tatsächliche medizinische Verfahren anwenden. Physiotherapeuten zum Beispiel sind auch Heilpraktiker, denn Heilpraktier sind einfach erstmal Menschen, die Heilkunde anwenden, ohne als Arzt approbiert zu sein. Daneben betreiben aber leider auch viele der Scharlatanerie, der Esoterik, den Pseudo- und Parawissenschaften zugewandte Menschen ein Business unter dem Label „Heilpraktiker“.

      Aber was verlier ich mich da in Details, schliesslich geht’s um’s grosse Ganze, um den kleinen Schreibfehler in Toms Text. Ich vermute nämlich, dass er nicht den Unterschied zwischen abgekochtem Leitungswasser und Quellwasser, sondern den Unterschied zwischen frischem Leitungswasser und Quellwasser in Frage stellen wollte. Denn gemäss der Anleitung besteht ja da der Unterschied, sonst müsste das Leitungswasser nicht abgekocht werden, um es dem Quellwasser esoterisch gleichwertig zu machen. Vermutlich soll das Leitungswasser durch Abkochen mit Atom-/Kohlestrom „energetisiert“, resp. „informiert“ werden, um es empfänglicher für das vom absolut biologisch toten Mond reflektierten Sonnenlicht zu machen? Deine abschätzige Betrachtungsweise der tatsächlichen Wissenschaften lässt in mir die Vermutung aufkeimen, dass Du da vielleicht besser „bescheid weisst“ als ich und mir die Frage einfach beantworten kannst.

      Aber nun zurück zur pauschalisierenden Frage, warum sich mehr Wissenschaftler über Esoteriker lustig machen als umgekehrt, mit der ebenso pauschalisierenden Erklärung: Würden Wissenschaftler pseudo-esoterisch argumentieren, hätten auch Esoteriker einen guten Grund, sich über Wissenschaftler lustig zu machen. Würden tatsächliche Mediziner pseudo-esoterisch argumentieren, hätten auch esoterische Heilpraktiker einen guten Grund, sich über tatsächliche Mediziner lustig zu machen. Kannst Du mit dieser Erklärung etwas anfangen?

  3. Hallo Sue,

    entweder der Lehrer hat sich besonders bescheuert ausgedrückt oder du hast ihn falsch verstanden und die wissenschafltiche Theorie mit irgendwelchen Behauptungen gleichgesetzt. So kommt es mir jedenfalls vor, denn du beschreibst quasi die Wissenschaft, die sich und ihre Theorien ständig hinterfragt, erweitert und gelegentlich auch mal über den Haufen wirft. Ganz im Gegensatz zu Esoterik, versteht sich.

    Theorien sind in der Wissenschaft keine unbelegten Behauptungen, sondern das höchste, was man erreichen kann, das, was unsere Welt erklärt mit den zur Zeit zur Verfügung stehenden Mitteln.

    Wenn jemand in der Wissenschaft mit Behauptungen ankommt, muss er die belegen können, und es kann lang dauert, bis nach vielen Studien, Experimenten usw. aus einer Hypothese eine Theorie wird. Deshalb ist Dieter Broers z.B. ein sogenannter Pseudowissenschaftler, da er seine Behauptungen nicht reproduzieren und nicht belegen kann (Manche nennen solche Leute auch »Scharlatane«, dazu zähle ich Aurafotografen und -heiler, Kartenleger, Astrologen, Homöopathen.)

    Die Esoterik kann nur behaupten, da sie nichts durch Studien und Experimente belegt bzw. belegen kann, denn was nicht existiert, kann man auch nicht belegen.

    Und ja, Mondwasser ist kompletter Schwachsinn, wie Mondfrisuren oder Mondholz.
    Esoteriker darf man auslachen, sie sind ja auch lustig. Böse und nicht mehr lustig wird es, wenn andere unter den Behauptungen der Esoteriker leiden müssen, sei es bei Angststörungen, die eine eingebildtete Elektrosensibilität hervorrufen oder Höbbadieanhänger, die meinen, man könne mit Gluboli AIDS heilen.

    Ach ja, wenn jemand mit dem Satz anfängt »Ich bin kein Esoteriker, aber …«, dann ist er einer. Das gilt auch immer für Sätze, die mit »Ich bin kein Rassist/Homophober/usw. anfangen.

  4. Eigentlich ist hier alles gesagt. Eines aber noch:

    „4. Mondwasser kann mittels der Zugabe von hochprozentigem Alkohol im Mischverhältnis 1:1 haltbar gemacht werden. Die daraus entstehende Mondwasseressenz kann gelagert und in kleinen Portionen verwendet werden.

    5. Die Anwendung von Mondwasser erfolgt auf verschiedene Arten. Zum einen können mehrmals täglich ein Glas frisches Mondwasser bzw. ein Glas stark verdünnte Mondwasseressenz getrunken werden. Je nach Mondwasser ist die Wirkung dann kräftigend bzw. entspannend. Neumondwasser ist die beste Ergänzung für eine Diät.“

    Bitte mehrmals täglich ein Glas Mondwasser-Alkohol-Essenz trinken, und man ist entspannt. Diese (Hypo)These dürfte tatsächlich bereits bewiesen sein.

    Also muss der Rest des Artikels auch stimmen, vermute ich…

  5. „Wie kann ich Mondwasser herstellen und verwenden
    […]
    Schwierigkeit: mittel“

    Glaskaraffe mit Wasser füllen, aufs Fensterbrett stellen, schlafen gehn. Das ist also für das esoterische Zielpuplikum eine mittelschwere Aufgabe. Eine in diesen Kreisen eher selten anzutreffende, und vermutlich unbewusst veröffentlichte Selbsteinschätzung.

    1. Das ist also für das esoterische Zielpuplikum eine mittelschwere Aufgabe. Eine in diesen Kreisen eher selten anzutreffende, und vermutlich unbewusst veröffentlichte Selbsteinschätzung.

      Gut erkannt.

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