Sternfreundinnen und Sternfreunde aufgepasst.
Der Sternhimmel hat jetzt richtig was zu bieten. Neben Venus und Jupiter, die man am Abendhimmel sehen kann, gesellen sich vom 16. April bis etwa 25 April 2015 der Sternschnuppenstrom der Lyriden, benannt nach dem Sternbild Lyra, also Leier.
- 1799 beobachtete Alexander von Humboldt den Sternschnuppen der Leoniden.
Sternschnuppenströme können beeindruckende Erscheinungen sein, so wie der Sternschnuppenstrom der Leoniden im Jahre 1799. Der Naturforscher Alexander von Humboldt beobachtete diese Naturschauspiel von Südamerika aus und hielt seine Eindrücke in seinem Buch “Südamerikanische Reise” fest.
Die Lyriden sind Bruchstücke, Gesteinsbrocken des Kometen 1861 I, der durch die Sonne aufgeheizt immer wieder Material entlang seiner Bahn verloren hat. Die Erde durchkreuzt die Bahn des Kometen Mitte April und sammelt die Bruchstücke dabei auf. Gesteinsbrocken, die auf die Erdatmosphäre treffen, bzw. in sie eintreten verglühen wegen ihrer hohen Eintrittsgeschwindigkeit von fast 50 km/Stunde.

Die Lyriden, die ihr Maximum am 22. April haben sind bei weitem nicht so ergiebig wie die Perseiden, da nur maximal bis 40 Sternschnuppen pro Stunde zu erwarten sind. Trotzdem sollte man sich diesen Sternstrom nicht entgehen lassen.

Der Ausstrahlungspunkt oder Radiant der Lyriden liegt zwischen den Sternbildern Herkules und Leier. Am besten kann man die Lyriden, wie auch jeden anderen Sternschnuppenstrom nach Mitternacht beobachten, da die Nachtseite der Erde mit uns in Richtung des Stromes fliegt. Man kann aber mit Glück auch schon vorher den ein oder anderen Meteor, wie Sternschnuppen auch genannt werden beobachten. Zu dieser Zeit steht die Leier auch schon recht hoch am Himmel, während sie vor Mitternacht noch tief über dem östlichen Horizont steht.

Glück und vor allem Geduld ist es, was man zur Beobachtung der Sternschnuppen braucht. Instrumente wie Fernglas oder Teleskop sind nicht nötig. Eine Decke oder ein Liegestuhl in dem man es sich bequem machen kann, etwas zu trinken, ein kleiner Snack und die passende warme Kleidung sind die richtige Ausrüstung. Warme Kleidung ist wichtig, da die Frühlingsnächte vor allem bei klarem Himmel sehr stark auskühlen. Immerhin müssen wir bis in den Mai hinein mit Nachtfrösten rechnen.
Wer Sternschnuppen fotografieren möchte braucht ein Stativ und eine Fotokamera mit einem Drahtauslöser und der Möglichkeit Reihenaufnahmen zu machen, da man nicht vorhersagen kann wann genau ein Meteor auftritt. Als Objektiv empfiehlt sich ein Weitwinkel oder sogar ein Fisheye-Objektiv. Als sollte man nicht länger als 1 Minute belichten, da sich dann schon die Drehung der Erde um ihre Achse als Strichspuren der Sterne bemerkbar macht. Wer länger belichten möchte, sollte die Kamera auf einem kleinen Nachführmotor, wie der Vixen Polarie Startracker aufsetzen.

Dann ist es mit etwas Glück sogar möglich, dass man auf den Bildern die ein oder andere Sternschnuppenspur aufnimmt, die man mit bloßen Auge in der Lichtverschmutzung der Städte übersehen hat.
Dann hoffen wir mal auf gutes Wetter, und viel Glück und das Wünschen nicht vergessen.
Wer gerne mal eine Sternschnuppe oder besser einen Überrest eines Meteors haben möchte, der sich sollte sich auf die Suche nach Meteoriten machen. Man muss aber nicht unbedingt die Wüsten durchkämmen oder Gletscher absuchen, sondern kann auch auf Astrobörsen fündig werden. Es lohnt sich.


Literaturtip:
Meteore – Eine Einführung für Hobby-Astronomen, Jürgen Rendtel, Rainer Arlt, Oculum-Verlag
Meteorite, Ludolf Schultz, Jochen Schlüter, Primus-Verlag
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