Herzbergturmfest

100 Jahre Herzbergturm. Mit Sonnenbeobachtung der VHS und AG Orion.

Bad Homburg feiert 100 Jahre Herzbergturm
von Oliver Debus

Vor 100 Jahren wurde auf dem Herzberg, dem Bad Homburger Hausberg feierlich der steinerne Aussichtsturm eingeweiht. Der Homburger Architekt Louis Jacobi und sein Mitarbeiter Heinrich Föller entwarfen den Herzbergturm, der einem römischen Wachturm des nahen Limes nach empfunden ist. In Auftrag gegeben wurde der Turm von Kaiser Wilhelm II, der auch einen Großteil der Baukosten bezahlte.
In die Jahre gekommen, wurde der Turm 2007 und 2008 aufwendig instandgesetzt. Seit 2009 haben die Volkshochschule Bad Homburg gemeinsam mit der Astronomischen Gesellschaft Orion Bad Homburg einen Raum im Herzbergturm, der gelegentlich für Beobachtungen genutzt wird. Seit dieser Zeit ist der Turm immer wieder Ziel von Planetenwanderungen oder Sternwanderungen, die von dem Römerkastell Saalburg starten.

Am 31. Juli lädt die Stadt Bad Homburg zum Herzbergturmfest auf den Herzberg ein. Gefeiert wird das hundertjährige Bestehen des beliebten Aussichtsturm mit vielen Aktivitäten, Ausstellungen, Musik und vieles mehr.
Mit von der Partie ist auch die Volkshochschule Bad Homburg und die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg. Von dem Herzbergplateau wird zur Sonnenbeobachtung eingeladen. Kinder können an einem Astronomie-Quiz mit tollen Preisen teilnehmen.
Los gehts um 11 Uhr auf dem Herzberg. Wanderer können bereits um 9:30 Uhr an einer ortsgeschichtlichen Wanderung des Stadtarchivs Bad Homburg zum Herzberg teilnehmen. Andreas Mengel führt in die „Geschichte am Wegesrand“ ein und erzählt die Geschichte des Herzbergturm, des Limes und was es noch so an historisch Interessanten am Wegesrand zu bestaunen gibt.
Mehr Infos: Herzbergturmfest, Wanderung Geschichte am Wegesrand

Das Space Shuttle geht in Rente

von Oliver Debus

Space Shuttle Atalntis auf dem Weg zum Launchpad 39A
Space Shuttle Atalntis auf dem Weg zum Launchpad 39A

Läuft alles nach Plan, dann wird heute, Freitag den 8. Juli 2011 das Space Shuttle Atlantis um 11:26 Uhr EDT (Eastern Daylight Time), also um 17:26 Uhr MESZ vom amerikanischen Weltraumbahnhof Kennedy Space Centre, Florida, Startplatz 39A zu ihrer letzten Reise in den erdnahen Weltraum starten. Dies wird die letzte Reise eines Space Shuttle sein. In etwa 12 Tage soll die Mission STS-135 enden und das Shuttle Atlantis zur Erde zurück kehren. Der Landetermin am 20 Juli ist für die amerikanische Raumfahrt ein ganz besonderes Datum, denn die Mondlandung von Apollo 11 jährt sich zum 42 Mal. Ganz bewusst hat die NASA diesen Termin gewählt um das letzte Shuttle vor dem Einmotten noch mal richtig zu feiern. Für tausende NASA-Mitarbeiter wird es ein großer Einschnitt in ihre Leben sein. Auch für die amerikanische bemannte Raumfahrt bedeutet das Ende der Ära der Space Shuttle nach 30 Jahren einen großen Einschnitt. Nach dem Flug der Atlantis und ihrer Ausmusterung hat die NASA keine eigenes Raumfahrzeug mehr um Astronauten zur ISS zu schicken.

An Bord der Atlantis fliegen nur 4 Astronauten zur ISS und bringen Versorgungsgüter und letzte Bauteile zur ISS. Kommandant der Mission ist Chris Ferguson, Shuttle Pilot ist Doug Hurley. Daneben fliegen noch Sandra Magnus und Rex Walheim als Missionsspezialisten mit. Für drei der vier Astronauten ist es der dritte Flug ins All, die Atlantis selber hat schon 33 Flüge hinter sich gebracht.

Mit Spannung wird der Start der Atlantis erwartet und wohl nicht nur die NASA, sondern alle Weltraumfahrtfans werden die Daumen drücken, dass die vier Astronauten wohl behalten zur Erde zurück kehren.

Nachtrag: Die Atlantis ist mit leichter Verspätung erfolgreich von KSC abgehoben und ist auf dem Weg zur ISS.

In lockerer Folge möchte ich hier die Geschichte des Space Shuttle Programms erzählen.

Am Schluss noch ein paar Tipps und Hinweise.
Live-Video
Zur Space Shuttle Atlantis Mission
Die Space Shuttle Ära
Das Shuttle Programm in Bildern
William Shatner, aka James T. Kirk, Cäptain des Starships Enterprise erzählt die Geschichte der Space Shuttle.

Sind wir allein

Sind wir allein? von Oliver Debus
Gibt es Leben auf anderen Planeten? Können wir andere Lebensformen und Zivilisationen entdecken? Gibt es eine zweite Erde bei anderen Sternen?
Bislang war man bei der Beantwortung dieser Fragen auf Vermutungen und Spekulationen angewiesen, die mehr wie Science Fiction und weniger nach wissenschaftlicher Forschung klangen. So schien der Nachweis von Planeten bei anderen Sternen lange Zeit als ein Hirngespinst. Doch seit Anfang der 1990.er Jahre hat man erste Planeten bei anderen Sternen. Diese waren zumeist Gasriesen, größer als unser Jupiter und die Sterne waren Anfangs Pulsare, also Sterne, die ihr Leben längst beendet hatten und nur noch schnell rotierende Sternleichen waren.
Noch vor 1995 hätte es niemand für wahrscheinlich gehalten, dass es Astronomen keine 20 Jahre später es schaffen würden einen erdähnlichen, möglicherweise bewohnbaren Planeten bei einem anderen sonnenähnlichen Stern zu entdecken. Ob ein Planet bewohnbar ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, die wichtigsten davon sind eine Atmosphäre und das Vorhandensein von flüssigem Wasser.
Bereits 2005 entdeckten wurde bei dem roten Zwergstern Gliese 876 im Sternbild Wassermann ein Planet entdeckt, der als erdähnlicher oder terrestrischer Planet angesehen wird. Seine Masse beträgt fast 6 Erdmassen und sein Radius beträgt etwa 10.000 km (Radius der Erde: ~6370 km).
2007 gelang dann die Entdeckung eines terrestrischen Planeten bei dem, etwa 20 Lichtjahre entfernten roten Zwergstern Gliese 581 im Sternbild Waage. Dieser Planet hat knapp 5 fache Erdmasse und besitzt einen Radius von etwa 9.500 km. Neben zwei Gasriesen war dieser Planet der dritte bei Gliese 581 bekannte Planet. In den letzten Jahren kamen drei weitere terrestrische Planeten hinzu.
Der letzte mit Namen Gliese 581g wurde in den vergangenen Monaten von Astronomen der Universität von Kalifornien (UC) Santa Cruz, und des Carnegie Institut von Washington entdeckt. Dieser Entdeckung ging eine über zehnjährige Beobachtungskampagne mit dem Keck Observatorium auf Hawaii voraus.
Dieser Planet umläuft seinen Stern wohl in einer ganz besonderen Zone, die Astronomen als habitable oder bewohnbare Zone bezeichnen. Der Temperaturbereich in dieser Zone lässt Wasser in flüssiger Form zu und ermöglicht so die Entstehung und Entwicklung von Leben. Als terrestrischer Planet wird von Astronomen ein Gesteinplanet bezeichnet, der in etwa die Größe und Masse der Erde hat. Das bedeutet noch nicht, dass der Planet bewohnbar oder bewohnt ist.
Der nun entdeckte Planet Gliese 581g (seine Entdeckung wurde im September 2010 bekannt gegeben) hat eine geschätzte Masse von 3,1 bis 4,3 Erdmassen und einen Radius von ca. 1,3 – 1,5 Erdradien. Auf seiner Oberfläche würde demnach eine Schwerebeschleunigung von etwa dem 1,1 – 1,7 fachen der Erdbeschleunigung herrschen. Demnach handelt es sich um einen Gesteinsplaneten mit einer festen Oberfläche und ausreichend Schwerkraft um eine Atmosphäre zu halten.
Der Planet umkreist den Stern Gliese 581 in einer Entfernung von etwa 0,146 Astronomische Einheiten oder ca. 21,8 Millionen Kilometern und braucht etwa 36,6 Tage für einen Umlauf. Auf Grund des Sterntyps von Gliese 581, Spektralklasse M5V und seiner Oberflächentemperatur von etwa 3200°C schätz man die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf der Planetenoberfläche von Gliese 581g auf ca. -45°C. Damit, so die Einschätzung der Astronomen liegt der Planet mitten in der habitablen Zone von Gliese 581 und könnte flüssiges Wasser aufweisen.
Derzeit ist noch unklar, ob der Planet eine Atmosphäre hat oder nicht. Dann könnte es durchaus Leben in der uns bekannten Form auf dem Planeten geben.
Allerdings hat der Planet ähnlich wie unser Erdmond eine gebundene Rotation, d.h. seine Rotationszeit und seine Umlaufzeit sind gleich und dies bedeutet, dass der Planet dem Stern immer die gleiche Seite zuwendet. Eine Planetenseite liegt also immer im Sonnenlicht, die andere immer in Dunkelheit. In der Dämmerungszone würden so, bei vorhandener Atmosphäre gewaltige Stürme toben.
Die weitere Forschung wird zeigen, in wie weit auf Gliese 581g wirklich Leben entstanden ist. Mit den Satellitenmissionen wie Kepler, CoRot und Gaia, wird die Zahl der möglichen Planeten in nächster Zeit wohl auf einige tausend steigen. Darunter werden dann auch viele erdähnliche Planeten sein, die innerhalb der habitablen Zone um ihren Stern diesen umkreisen. Vielleicht gelingt es uns in den nächsten Jahren der Nachweis von Leben auf anderen Planeten. Es bleibt spannend.
Lesetipp: Astrodictium simplex hier können Sie mehr zum Thema extrasolare, habitable Planeten lesen.

Faszinierende Welt der Sterne

Eine Reise durch das WWW auf der Suche nach Infos, Bildern, Animationen und mehr aus der Welt der Astronomie und Weltraumfahrt. Vorgestellt werden meine persönlichen Favoriten.

Faszinierende Welt der Sterne
Eine astronomische Reise durch das WWW von Oliver Debus

Sternenfreunde können im Internet eine ganze Menge Informationen, Bilder, Animationen und mehr über Weltraumforschung und Weltraumfahrt finden. Ich möchte hier eine kleine Auswahl von Seiten nennen, auf denen ich selber gerne immer wieder reinschaue.

Es gibt eine große Zahl an Astronomen und Hobbieastronomen beiderlei Geschlechts sowie Wissenschaftler aus der Weltraumfahrt, die über Neues aus der Astronomie und Weltraumforschung bloggen. Einen schönen Überblick findet man etwa alle 14 Tage im Blog-Teleskop. Ins Leben gerufen wurde die deutschsprachige Ausgabe von Astronom Dr. Florian Freistetter, der selber mit Astrodictium Simplex ein sehr schönes Blog unterhält. Derzeit wird das Blog-Teleskop im Blog RelativKritisch gepflegt und koordiniert.
Weitere schöne und informative Blogs findet man bei KosmoLogs. Meine besondere Favoriten sind hier die Blogs von Go for Launch von Michael Khan und Astronomers do it at night von Carolin Liefke.
Der Astrophysiker und Wissenschaftsjournalist Dr. Oliver Dreissigacker beschreibt aktuelles bei Universum-Mediaquell.
Astronomische Bilder und Animationen findet man im Netz an vielen Stellen. Besonders schöne Astrofotos findet man bei The World at Night, einem Projekt der Astronomers without Borders. Das besondere bei TWAN ist die Verbindung des Sternhimmels mit den Schönheiten der Natur und Kultur. Neben Fotografien gibt es hier auch faszinierende Zeitrafferfilme.
Bilder und Animationen aus der Weltraumforschung und Raumfahrt schaue ich mir gerne bei der Europäischen Südsternwarte (ESO) an, sowie bei der Europäischen Weltraumorganisation ESA und der amerikanischen Raumfahrtagentur NASA. Hier findet man auch eine Galerie besondere Bilder, der Astronomy Picture of the Day oder APOD. Eine deutschsprachige Ausgabe von APOD wird von Maria Pflug-Hofmaier bei starobserver unterhalten.
Nicht vergessen möchte ich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR. Neben Bildern, Animationen, Videos etc. findet man hier auch Publikationen und Unterrichtsmaterial.
Zum Abschluß meiner kleinen Übersicht möchte ich noch auf den Spektrum-Verlag hinweisen in dem die Monatszeitschrift Sterne und Weltraum erscheint und der das Projekt Wissenschaft in die Schulen betreut. WiS stellt Unterrichtsmaterial unter anderem auch für Astronomie und Raumfahrt zur Verfügung, die sich immer auf einen Artikel der Zeitschrift SuW beziehen.

Ich wünsche allen Lesern viel Spaß beim Stöbern. Gelegentlich werde ich diese Lister erweitern. Sollte also ein Leser oder Leserin gute Seiten entdecken, freue ich mich über jeden Hinweis.

Demnächst werde ich hier eine Übersicht über die Volksternwarten und astronomischen Vereinigungen im weiteren Rhein-Main Gebiet bringen.

Wanderung durch das Universum

Der Weltraum, unendliche Weiten, wirklich unendlich oder nur unbegrenzt? Wie weit kann man eigentlich blicken und wie weit ist das am meisten entfernte Objekt weg?
Wer antworten auf diese und andere Fragen über den Kosmos haben möchte, den lädt die Astronomieschule Oliver Debus am Sonntag, den 29. Mai 2011 um 15:00 Uhr zu einer geführten Wanderung durch das Universum an. Treffpunkt ist die Bushaltestelle am Landgraf-Friedrich-Platz in Bad Homburg/Dornholzhausen (Victor-Achard-Straße/Lindenallee). Sternführer Oliver Debus nimmt die Teilnehmer mit auf eine Reise des Lichtes vom Rand des Weltalls bis zu unserem Heimatplaneten Erde. Entlang des Rundweges durch Wald und Wiese, geht es vorbei an Quasaren, Galaxien, Sternhaufen, und anderen Objekten. Die Mitreisenden können während der Wanderung viel Wissenswertes über die Entstehung und Entwicklung des Kosmos erfahren.
Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist erforderlich. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Zur Wanderung sollte man festes Schuhwerk mitbringen. Wichtig, die Wanderung findet nicht bei Regen statt.

Die Teilnahme an der Wanderung kostet jeweils 6 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder.

Anmeldungen zu dieser Veranstaltungen nimmt die Astronomieschule unter Mobil 0170-1687968 oder E-Mail: info@astronomieschule.de entgegen. Mehr Infos zu dieser und weiteren Veranstaltungen gibt es im Internet unter www.astronomieschule.de.
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Alles über Astronomie

Seit längerem können Sie als Sternfreund interessante Blogartikel bei TaunusBlogger lesen. Nun hat die Astronomieschule hier einen eigenen Blogbereich. Hier werden in Zukunft Berichte, News und vieles mehr aus den Bereichen Astronomie und Raumfahrt erscheinen und auch auf Veranstaltungen der AstroSzene hingewiesen. Sie als Sternfreund können mitdiskutieren und Fragen stellen.

Ich freue mich auf ihr reges Interesse.

Oliver Debus