Die Sonnenfinsternis am 20. März 2015

CIMG2674Die Sonnenfinsternis am 20. März 2015 war für die nächsten Jahre, die letzte von Deutschland aus zu sehende Sonnenfinsternis. Erst im Jahr 2021 bekommen wir wieder eine SoFi zu sehen, aber längst nicht mehr so spektakulär wie am 20 März. Das liegt daran, dass diese am 10. Juni 2021 sichtbare partielle Sonnenfinsternis eine sein wird, bei der der Mond nur maximal 20% der Sonne bedecken wird. Gegenüber den fast 80% am 20. März, werden die Auswirkungen kaum zu sehen sein. Erst 2026 wird es eine SoFi mit einer ähnlich hohen Bedeckung geben. Bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis über Süddeutschland, wie im August 1999 wird es sogar bis 2081 dauern.

Sternwarten, Planetarien, Volkssternwarten, astronomische Vereinigungen und volksbildende Amateurastronomen machten daher schon länger auf die Sofi aufmerksam und gaben Hinweise zur sicheren Beobachtungen. Kein Wunder also, dass das mediale Interesse vor dem astronomischen Großereignis stieg und landauf, landab in den Zeitungen, Radiosendungen und Fernsehanstalten darüber berichtet wurde. So warbesuchte mich das Boulevardmagazin „Maintower“ des Hessischen Rundfunks Dienstag vor der SoFi und befragte mich zum Thema.
In Bad Homburg war es die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V., die mit ihrem Themenabend im Februar über die Finsternis und ihre Beobachtung hinwiesen, ebenso wie bei einem kleinen Infostand Anfang März in der Bad Homburger Innenstadt. Bei dieser Gelegenheit wurde ich immer wieder nach Finsternisbrillen gefragt, die zu dem Zeitpunkt aber wegen des unerwartet großen Interesses bei den Herstellern restlos ausverkauft waren. Gut, wer von früheren Finsternissen noch intakte Brillen hatte oder jemanden kannte, der ihm Folie und Vorlagen zum Bau einer Brille geben konnte.

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Schon am Morgen des 20. März war der Himmel klar. Beste Voraussetzungen für eine Beobachtung der SoFi.

Wer keine Brille mehr bekam konnte aber zu den zahlreichen Veranstaltungen der verschiedenen Sternwarten gehen, wie zum Beispiel in Berlin und dort die SoFi sicher beobachten. Die günstige Zeit am Vormittag sorgte erfreulicherweise auch dafür, dass zahlreiche Schulen in Hessen und ganz Deutschland die Schüler zur Beobachtung animierten. Am Schuldorf Bergstraße in Seeheim-Jugenheim lud die Astronomie AG von Lehrer Christian Wolff zur Beobachtung ein. Die ausverkauften Sonnensichtbrillen sorgten teils auch für etwas Panik vor der SoFi und es gab teilweise recht seltsam anmutende Reaktion in manchen Schulen. So mussten in einigen Schulen die Schüler während der SoFi in den Schulgebäuden bleiben, aus Angst sie könnten in der Pause neugierig in die Sonne und sich dabei die Augen schädigen. Ganz kurios war es, dass teilweise sogar die Jalousien der Klassenräume herunter gelassen wurden, um die Schüler, so die Begründung, vor den Sonnenstrahlen zu schützen.Schade, das ein in meinen Augen übertriebenes Schutzbedürfnis zahlreichen Kindern die Beobachtung dieses Naturschauspiels verwehrte.

Mehr Glück hatten etwa 15 Kinder einer Kindertagesstätte in Frankfurt Sossenheim. Den mit ihnen beobachtete ich die Finsternis und erklärte ihnen, was sich dort oben am Himmel abspielte. Als Unterstützung hatte ich mein Plüschsonnensystem dabei, dass als knuffiges Modell die Vorgänge verdeutlichen sollte, sowie meinen den „kleinen Astro-Alex“, meinen ESA Astronautenbär. Die Kids waren durch die Betreuer gut vorbereitet. So brauchte ich nicht so viel zu erklären. Zur Beobachtung hatte ich einen Sonnenprojektor, ein Refraktor-Teleskop mit Sonnenprojektionsschirm, ein Fernglas mit Objektivfilter und einige Sonnensichtbrillen mitgebracht. Doch vor der Beobachtung gab es noch einige Sicherheitshinweise von mir, danach durften die gespannten Kinder endlich gucken.
Schon der Blick mit dem Sonnenprojektor erstaunte nicht nur die Kinder. Deutlich war bald der Mond zu sehen, der sich vor die Sonne schob. Noch beeindruckter war die Kinder, als sie die verfinsterte Sonne durch die Brillen, durch das Fernglas und über den Refraktor betrachteten. Einige ganz aufmerksame verfolgen, wie ein auf der Sonne sichtbare Sonnenfleckengruppe langsam von Mond verdeckt wurde. Bis zum Zeitpunkt der maximalen Bedeckung, um 10:38 Uhr, nahm die Helligkeit deutchlich ab und die Temperatur veringerte sich spürbar was einigen Kindern auffiel. Und noch etwas fiel den Kindern auf, die Singvögel verstummten im Zeitraum der maximalen Bedeckung.
Nach der Beobachtung hatten die Kinder noch zahlreiche Fragen, die ich mich bemühte zu beantworten. Eines allerdings, konnte ich nicht beantworten. Eine Frage, auf die sie der kleine Astro-Alex gebracht hatte, wie man im Weltraum eigentlich leben kann. Diese Frage kann ihnen nur der große Astro_Alex, ESA Astronaut Alexander Gerst beantworten, den sie gerne einmal treffen möchten.

Die SoFi in einigen Bilder.

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Der Vixen Refraktor 80/1200 mit Sonnenprojektionsschirm erweckte die Neugier der Kids.
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Über den Refraktor wurde das Bild der verfinsterten Sonne auf den Projektionsschirm abgebildet und konnte von den Kindern gefahrlos betrachtet werden.
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Deutlich zeigt sich auf der Sonne eine Fleckengruppe, die bald vom Mond verdeckt wurde.
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Die Lichtverhältnisse während des Maximums ähnelten den Lichtverhältnissen in den frühen Morgenstunden.
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Der direkte Blick war nur mit den Finsternisbrillen erlaubt.
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Beeindruckt blickten die Kinder nicht nur auf die Projektionsscheibe.
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So sah die maximale Bedeckung aus.
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Fast könnte man meinen, die Sonne lacht.

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