Skepkon 2015

Wo können sich Menschen, die sich dem skeptischen Denken und der kritischen Beschäftigung mit Parawissenschaften, mit scheinbar alternativen Heilmethoden und esoterisch verquasten Quacksalberei und Verschwörungstheorien befassen, in der Rhein-Main-Region besser treffen als in der Frankfurter Goethe Universität.

Von Donnerstag, 14. Mai bis Samstag, 16. Mai 2015 treffen sich die „Skeptiker“ zu ihrer Jahreskonferenz, der Skepkon 2015. Die von der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften , kurz GWUP, organisierte Konferenz findet im Campus West der Goethe-Uni statt. Das Konferenzprogramm (Programm als Faltblatt) bietet am Freitag und Samstag Vorträge aus unterschiedlichen Fachbereichen an. Medizin und Pharmazie, Pädagogik und Erziehungswissenschaften, Kulturwissenschaften, Philosophie, Pseudowissenschaften im Management oder Psychologie des Glaubens sind die Oberbegriffe. Unter anderem referieren Dr. David Bardens über „100.00 Euro für den Beweis des Masernvirus – im Ernst?!“, Ulrike von Chossy „Wie lernt man Selberdenken in der Schule?“. Lydia Benecke berichtet über „Teufelswerk oder Hexenjagd“, Stephanie Dreyfürst spricht mit „Galileos Finger und Einsteins Pantoffeln“ über die quasi-religiöse Verehrung von Gelehrten.

Der Donnerstag lockt mit populärwissenschaftlichen Vorträgen. Damit möchten die Skeptiker bei günstigem Eintrittspreis ein breites Publikum ansprechen.

Da erzählt Lorenz Meyer, selbsternannter charismatischer Guru der chinesischen Leere des Sheng Fui, „Wie ein Guru auszog, der Welt Sheng Fui zu bringen“. Biologin Bettina Wurche berichtet als Twi’Lek Aayla über extraterrestrische Lebewesen im „Star Wars“-Universum und deren ganz irdische Vorlagen. Dr. Mark Benecke begibt sich mit skeptischem Denken auf die Spur des Todes, Zauberkünstler Wolfgang Hund „entlarvt den Hellseher!“. Den Abschluss des Donnerstagsprogramms bildet die britische Ex-Geisterjägerin Hayley Stevens, die über ihre Erfahrungen mit Spukhäusern und selbsternannten Geisterforschern berichtet.

Der Eintritt am Donnerstag beträgt für das Nachmittags- oder Abendprogramm je 5 Euro, die Tageskarte kostet 8 Euro. Weitere Tagungspreise gibt es hier.
Für Studierende der Goethe-Universität oder anderer Universitäten erhalten einen besonderen Rabat, über den man mehr auf der Ankündigung der Goethe-Uni erfährt.

Wer sind denn die „Skeptiker“?

Skeptiker sind Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung, die sich der Aufklärung über Parawissenschaften, Esoterik, Alternativmedizin etc. verschrieben haben.
Ihr Handwerkszeug sind die Naturwissenschaften, mit denen sie unglaubliche Behauptungen und scheinbar übernatürliche Phänomene unvoreingenommen auf Plausibilität überprüfen.

Ihnen geht es nicht darum, solche Phänomene pauschal als Unsinn zu bezeichnen, sondern die Mechanismen zu finden, die Menschen an Übernatürliches und Ungewöhnliches glauben lassen, das jenseits der wissenschaftlichen Nachweisbarkeit zu existieren scheint.

Vor allem in der Esoterik und den alternativen Heilmethoden, wie der Homöopathie, treffen die Skeptiker auf das Phänomen, dass Teilbereiche der modernen Physik, wie die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik als Erklärungsmodell herhalten müssen. Dabei stellt sich heraus, dass die Aussagen der Physik total missverstanden werden. Begriffe wie Energie, Frequenz, Schwingung, Resonanz, Quanten, etc. werden von den Anhängern der Esoterik gerne verwendet und umgedeutet, um sich den Anstrich der Wissenschaftlichkeit zu geben. Auch hier rüber klären die Skeptiker auf.

Die GWUP hat eine Regionalgruppe in Frankfurt, die Skeptiker Rhein-Main. Diese treffen sich einmal im Monat in gemütlicher Runde zum Erfahrungsaustausch. Die treffen finden jeweils am letzten Mittwoch im Monat statt. Die Rhein-Main Skeptiker kann man auch in den sozialen Netzwerken, wie Twitter #RMSkeptiker oder Facebook #Skeptiker Rhein-Main. Dort erfährt man aktuelle Termine und die Örtlichkeit der Treffen.

 

Autor: Oliver Debus

Seit 1983 Amateurastronom und seit 1988 in der astronomischen Volksbildung tätig.

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