Eine Volkssternwarte für den Hochtaunuskreis – Teil 3

Wie bereits in den Teilen 1 und 2 berichtet, plant die Astronomische Gesellschaft Orion Bad Homburg e.V. den Aufbau einer Volkssternwarte im Bad Homburger Stadtteil Dornholzhausen. In den ersten beiden Teilen meiner kleinen Serie habe ich etwas die Hintergründe und die Motivation zum Aufbau der Sternwarte beleuchtet. In dem 3. Teil möchte ich über die Wahl des Standortes der Sternwarte erzählen.

Nachts richtig dunkler Himmel, wenig Streulicht, gute Horizontsicht, etwas höher gelegen, gute Erreichtbarkeit, viele klare Nächte, das wären die optimalen Bedingungen für eine Volkssternwarte.

Nur ein Standort, der all das vereint, den gibt es nicht im Rhein-Main Gebiet.

Bei der Suche nach einem guten Standtort für die Volkssternwarte Hochtaunus galt es für die Mitglieder des Arbeitskreises Volkssternwarte der AG Orion einen guten Kompromiss zwischen diesen Bedingungen zu finden. Zumal noch die Frage nach der Finanzierung des möglichen Baugrundes zu berücksichtigen war.

Richtig dunkel, zumindest für die Verhältnisse in Rhein-Main ist es im Hintertaunus. Das zeigt der Ausschnitt dieser Lichtverschmutzungskarte.
Je weiter man im Hintertaunus von Frankfurt weg kommt, desto dunkler wird die Nacht. So wären Standorte wie in Pfaffenwiesbach bei Wehrheim, Mönstadt bei Grävenwiesbach oder entlang des Weiltals ideal. Wenn diese dann etwas höher gelegen sind, hat man auch eine gute Rundumsicht. Nur sind diese Regionen sehr abgeschieden und mit öffentlichen Verkehrsmitteln Abends nur sehr schwer zu erreichen.

In der Stadt, wie Bad Homburg hat man eine sehr gute Verkehrsanbindung, aber der Nachthimmel ist sehr stark aufgehellt und Beobachtungen kaum mehr möglich.

Um einen guten Standort zu finden legten die Mitglieder des Arbeitskreises zunächst eine Liste mit möglichen Standorten an, die dann abgefahren wurde.
Schnell wurde klar, an den allermeisten Standorten wären die Kosten schnell gewachsen, da wir für Baugrund, Erschließung etc. hätten bezahlen müssen. Neben der reinen Sternwarte hätte man weitere Räumlichkeiten und sanitäre Anlagen für Besucher benötigt. Zudem wäre der Anschluß an den öffentlichen Nahverkehr schwierig gewesen. Mit Ausschlaggebend für den Standort war auch die Frage inwieweit eine Gemeinde oder Stadt bereit wäre unser Projekt finanziell zu unterstützen. Es war uns von Anfang klar, ohne Gelder vom Kommunen geht es nicht.

Die Stadt Bad Homburg zählt zu den reichsten Kommunen im Hochtaunuskreis. Zudem ist sie der Heimatort der AG Orion. Hier hat sie sich 1998 gegründet. Seit dem ist sie im Bad Homburger Stadtteil Dornholzhausen verwurzelt und fester Bestandteil des Vereinslebens. Darüber hinaus sind die Verbindungen zur Bad Homburger Volkshochschule sehr eng. Seit 2008 hat die AGO über die VHS einen Raum im Aussischtsturm auf dem Bad Homburger Hausberg, dem Herzberg im Taunus. Warum nicht dort eine Sternwarte bauen?
Nun, leider sind die Sichtbedingungen und die Lichtbedingungen nicht sonderlich gut. Das ist sehr bedauerlich, da es ansonsten ein schöner Standort wäre, läßt man mal die Erreichbarkeit außer acht.

So fiel die Wahl des Standortes letztlich auf den Geburtsort der AG Orion, das Peter-Schall-Haus an der Elisabethenschneise am Ortsrand von Dornholzhausen. Hier hat sich ab 1984 der Astronomische Arbeitskreis der Volkshochschule Bad Homburg unter Leitung von Joachim Labudde getroffen und von dort beobachtet. Im August 1998 fand die Gründung der AG Orion Bad Homburg im Peter-Schall-Haus statt. So kehrt die AGO zu ihren Wurzeln zurück.

Mal abgesehen vom Historischen hat der Standort einiges an Vorteilen zu bieten, die für eine Volkssternwarte an dieser Stelle sprechen.
Da ist zum einen das bestehende Peter-Schall-Haus, das barrierefrei erreichbar ist. Hier gibt es Toiletten und Räumlichkeiten, die wir als Bad Homburger Verein kostenfrei nutzen können. Das Arreal ist vollständig erschlossen und es gibt ausreichend Parkplätze. Zudem fährt der Bad Homburger Stadtbus bis wenige Meter an das Haus.
Das Gelände liegt im Wald am Ende der landgräflichen Gärten im Landschaftspark Elisabethenschneise, oberhalb des Hirschgartens. Damit liegt das Areal relativ dunkel und von direktem Streulicht verschont. Der umliegende Wald schützt auch vor Licht aus Bad Homburg, Oberstedten und Oberursel. Zudem liegt das Areal auch windgeschützt durch die Bäume, die allerdings den Horizont erhöhen.
Ein weiterer Pluspunkt ist die grundsätzliche Erlaubnis durch die Stadt Bad Homburg auf städtischen Grund dort bauen zu dürfen. Letzteres bedeutet eine große Erleichterung, da wir dadurch Geld sparen können.

Auch wenn der Standort aus amateurastronomischer Sicht nicht ideal ist, so haben wir mit dem Peter-Schall-Haus am Rande von Dornholzhausen einen guten Kompromiss für eine Volkssternwarte gefunden und freuen uns sehr über die Unterstützung die wir von der Dornholzhäuser Bevölkerung und der kommunalen Politik erhalten. Ganz besonders sind wir glücklich und stolz, Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes als Schirmherr gewonnen haben. Er hilft uns ganz entscheidend bei der Realisierung unseres Projektes „Volkssternwarte Hochtaunus“.

 

In Teil 4 berichte ich darüber, wie die künftige Volkssternwarte Hochtaunus aussehen soll.

 

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